Henry Maske wurde am 6. Januar 1964 im brandenburgischen Treuenbrietzen geboren und begann bereits als Kind mit dem Boxsport. In der DDR stieg er zu einem der erfolgreichsten Amateurboxer seiner Generation auf und gewann 1988 bei den Olympischen Spielen in Seoul die Goldmedaille. Nach der Wiedervereinigung gelang ihm anschließend eine Profikarriere, die den Boxsport in Deutschland über Jahre zum Millionenereignis machte.

In Jüterbog begann Maskes Weg in den Boxring

Maske besuchte nach eigenen biografischen Angaben bereits als Sechsjähriger sein erstes Boxtraining in Jüterbog. Später wechselte er zum ASK Vorwärts Frankfurt (Oder), wo er unter anderem von Manfred Wolke trainiert wurde und sich in der DDR-Leistungssportstruktur bis an die internationale Spitze entwickelte.

Zwischen 1983 und 1988 gewann Maske fünf DDR-Meistertitel. Hinzu kamen drei Europameisterschaften in den Jahren 1985, 1987 und 1989.

Olympia-Gold machte Maske zum DDR-Sportstar

Den größten Erfolg seiner Amateurkarriere feierte Maske 1988 bei den Olympischen Spielen in Seoul. Im Mittelgewicht gewann er die Goldmedaille und gehörte damit zu den herausragenden Athleten der DDR-Mannschaft.

Nur ein Jahr später folgte der nächste große Titel: 1989 wurde Maske Amateur-Weltmeister im Halbschwergewicht. Damit hatte er noch vor dem Ende der DDR nahezu alle bedeutenden internationalen Titel im Amateurboxen gewonnen.

Nach der Wende begann die zweite Karriere

Der politische Umbruch eröffnete Maske eine Möglichkeit, die für erfolgreiche DDR-Amateurboxer zuvor kaum vorgesehen war: den Wechsel ins professionelle Boxgeschäft. 1990 begann er seine Profikarriere.

Am 20. März 1993 besiegte er den US-Amerikaner Charles Williams nach Punkten und gewann den IBF-Weltmeistertitel im Halbschwergewicht. Den Titel verteidigte Maske anschließend zehnmal und blieb bis 1996 Weltmeister.

Millionen Deutsche sahen den „Gentleman“ boxen

Maskes Kämpfe entwickelten sich in den 1990er-Jahren zu großen Fernsehereignissen. Nach Angaben der Hall of Fame des deutschen Sports verfolgten teilweise bis zu 18 Millionen Zuschauer seine Auftritte.

Sein kontrollierter Kampfstil und sein zurückhaltendes öffentliches Auftreten brachten ihm den Beinamen „Gentleman“ ein. 1993 wurde Maske zum deutschen Sportler des Jahres gewählt.

Besondere Aufmerksamkeit erhielten auch seine beiden Kämpfe gegen Graciano Rocchigiani im Jahr 1995. Die Duelle gehörten zu jener Phase, in der Profiboxen in Deutschland regelmäßig ein Millionenpublikum erreichte.

Maske bewies sich sogar nach zehn Jahren Pause

Seine erste Profikarriere beendete Maske im November 1996 nach einer Punktniederlage gegen Virgil Hill. Zehn Jahre später kündigte er überraschend seine Rückkehr an.

Am 31. März 2007 trat Maske erneut gegen Hill an und gewann den Rückkampf nach Punkten. Danach beendete er seine aktive Karriere endgültig. Seine Bilanz umfasst nach Angaben der Hall of Fame 32 Profikämpfe mit 31 Siegen.

Heute arbeitet Maske als Unternehmer und engagiert sich mit seiner Stiftung für sozial benachteiligte Kinder.

Henry Maskes Lebensweg verbindet zwei deutsche Sportwelten wie kaum ein anderer. Aus einem Jungen aus Treuenbrietzen wurde zunächst ein Olympiasieger der DDR und später eine der wichtigsten Figuren des gesamtdeutschen Profiboxens.

Quelle:

Offizielle Biografie Henry Maske; Hall of Fame des deutschen Sports; Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur; Olympedia.