Merseburg – Auf dem Land fährt der Bus häufig nur wenige Male am Tag. Genau dieses Problem will der Saalekreis mit einem neuen Mobilitätsangebot lösen.

Seit dem 1. Oktober 2026 ist dort „Saalekreis mobil“ unterwegs.

Insgesamt stehen acht Kleinbusse zur Verfügung.

Bus wird bei Bedarf bestellt

Das Besondere: Einen klassischen festen Fahrplan gibt es nicht.

Die Fahrzeuge fahren dann, wenn Fahrgäste sie benötigen.

Das neue System ergänzt den bestehenden Linienverkehr und ersetzt teilweise bisherige Rufbusangebote, die noch an festgelegte Strecken und Abfahrtszeiten gebunden waren.

Damit soll öffentlicher Nahverkehr gerade in dünner besiedelten Regionen flexibler werden.

Angebot für Pendler und Senioren

Von dem neuen Modell sollen unterschiedliche Bevölkerungsgruppen profitieren.

Für ältere Menschen ohne eigenes Auto kann ein flexibles Angebot beispielsweise den Weg zum Arzt, zum Einkauf oder zu Behörden erleichtern.

Auch Pendler, Jugendliche und Menschen in kleineren Orten sollen zusätzliche Verbindungen erhalten.

Herausforderung für den Nahverkehr auf dem Land

Das Problem betrifft nicht nur den Saalekreis.

Viele ländliche Regionen Ostdeutschlands kämpfen mit denselben Herausforderungen: geringe Bevölkerungsdichte, lange Strecken und gleichzeitig hohe Kosten für klassische Buslinien.

Ein großer Linienbus, der nach festem Fahrplan mit nur wenigen Fahrgästen unterwegs ist, lässt sich wirtschaftlich nur schwer betreiben.

Kleinere Fahrzeuge auf Bestellung könnten deshalb eine Alternative sein.

Ergänzung statt vollständiger Ersatz

Das neue Modell soll den regulären öffentlichen Nahverkehr nicht vollständig ersetzen.

Stark genutzte Bus- und Bahnverbindungen bleiben bestehen.

Die Kleinbusse sollen vor allem dort einspringen, wo ein dichter Linienverkehr wirtschaftlich kaum darstellbar ist.

Damit wird der Saalekreis zu einem weiteren Beispiel dafür, wie sich der öffentliche Nahverkehr im ländlichen Raum verändert.

Modell auch für andere Regionen?

Sollte sich das Angebot bewähren, dürfte es auch für andere ostdeutsche Landkreise interessant sein.

Gerade vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung wird die Frage wichtiger, wie Menschen ohne eigenes Auto mobil bleiben können.

Der klassische Busfahrplan könnte deshalb künftig zumindest auf dem Land zunehmend durch flexible Angebote ergänzt werden.