Im Mathematik-Grundkurs des Robert-Stock-Gymnasiums scheiterten 28 von 31 Schülerinnen und Schülern an der schriftlichen Abiturprüfung. Das Bildungsministerium schickt nun ein Expertenteam nach Hagenow, weil die auffälligen Ergebnisse umfassend untersucht werden sollen.
Hohe Durchfallquote beim Abitur
Rund 35 Prozent des gesamten Abschlussjahrgangs bestanden das Abitur nicht. Die ungewöhnlich hohe Quote hatte bereits bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt.
Besonders deutlich fällt das Ergebnis im Mathematik-Grundkurs aus. Nur drei der 31 Schülerinnen und Schüler bestanden die schriftliche Prüfung. Im Fach Biologie scheiterten 13 von 39 Prüflingen.
Die Zahlen stammen aus einer Antwort des Bildungsministeriums auf eine Kleine Anfrage der CDU im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern.
Expertenteam prüft Unterricht und Schulklima
Ab dem 14. September soll ein mindestens vierköpfiges Expertenteam mehrere Tage an der Schule verbringen. Vorgesehen sind Unterrichtsbesuche sowie Gespräche über die Unterrichtsqualität, das Schulklima und die Arbeit der Schulleitung.
Dem Team sollen Fachleute des Instituts für Qualitätsentwicklung, die Leitung einer anderen Schule und die zuständige Schulaufsicht angehören.
Alle zwölf Prüfungsfächer werden ausgewertet
Die Fachleute wollen untersuchen, wie die Abiturprüfungen vorbereitet und durchgeführt wurden. Die Auswertung umfasst alle zwölf Prüfungsfächer und beschränkt sich damit nicht auf Mathematik und Biologie.
Nach Angaben der Landesregierung liegen bislang keine Hinweise auf einen fehlerhaften oder nicht ordnungsgemäßen Prüfungsablauf vor. Die Schulaufsicht soll das Gymnasium dennoch künftig intensiver begleiten.
Abschlussrede löste Debatte aus
Eine Rede während der Abiturfeier hatte die außergewöhnlich hohe Durchfallquote öffentlich gemacht. Der Beitrag verbreitete sich anschließend überregional und löste eine Diskussion über die Situation am Robert-Stock-Gymnasium aus.
Das Expertenteam soll nun klären, welche schulischen und organisatorischen Faktoren zu den Ergebnissen beigetragen haben. Erst nach Abschluss der Untersuchung lassen sich belastbare Aussagen über mögliche Ursachen treffen.
Quelle: NDR Mecklenburg-Vorpommern und Bildungsministerium Mecklenburg-Vorpommern