In Sachsen wurden bis Ende August bereits 27 mögliche Wolfsangriffe auf Weidetiere gemeldet. Die Fachstelle Wolf rät zu einer Überprüfung der Schutzmaßnahmen, weil drei Viertel der betroffenen Herden nicht ausreichend gesichert waren.
27 Schadensmeldungen im August
Im Juli gingen bei der Fachstelle Wolf des sächsischen Landesamtes für Umwelt 18 Schadensmeldungen ein. Bis Ende August erhöhte sich die Zahl auf weitere 27 Fälle.
Damit wurden im laufenden August bereits zehn Fälle mehr gemeldet als im gesamten August 2025. Die Behörde prüft bei jeder Meldung, ob tatsächlich ein Wolf für den Schaden verantwortlich war.
Insgesamt bestätigte sie den Wolf bislang bei 31 der 45 gemeldeten Fälle aus Juli und August als Verursacher.
Dresden und Oberlausitz besonders betroffen
Die aktuellen Schwerpunkte liegen im Schönfelder Hochland bei Dresden und in der Oberlausitz. Besonders betroffen ist die Region zwischen Bischofswerda, Wilthen und Bautzen.
Dort wurden zuletzt mehrere Angriffe auf Schafe und andere Weidetiere gemeldet. Drei Viertel der betroffenen Herden verfügten nach Angaben der Fachstelle nicht über einen ausreichenden Schutz.
Die Behörde sieht deshalb bei vielen Betrieben Nachholbedarf.
Spätsommer erhöht Nahrungsbedarf der Wölfe
Der Anstieg im Spätsommer hängt nach Einschätzung des Landesamtes mit den heranwachsenden Wolfswelpen zusammen. Die jungen Tiere benötigen zunehmend Nahrung.
Gleichzeitig sind Rehe sowie Rot- und Schwarzwild kräftiger als im Frühjahr und damit schwerer zu erbeuten. Ungeschützte Schafe und Ziegen können deshalb zu einer leichter erreichbaren Beute werden.
Diese Entwicklung wiederholt sich häufig in den Wochen vor dem Herbst.
Sachsen finanziert Herdenschutz vollständig
Die Fachstelle empfiehlt funktionierende Elektrozäune, sichere Gatter und einen Schutz gegen das Untergraben. Auch eine nächtliche Unterbringung der Tiere im Stall kann das Risiko verringern.
Sachsen fördert anerkannte Herdenschutzmaßnahmen vollständig. Tierhalter können außerdem eine kostenlose Beratung in Anspruch nehmen.
Die Fachstelle rät den Betrieben, vorhandene Zäune und Gatter kurzfristig zu überprüfen. Defekte Stellen sollten geschlossen und die Stromspannung elektrischer Zäune regelmäßig kontrolliert werden.
Quelle: Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie; Fachstelle Wolf; Mitteldeutscher Rundfunk