Im Leipziger Stadtgebiet gelten seit Sonnabend, dem 1. August 2026, neue Preise für Busse, Straßenbahnen und weitere Angebote des Mitteldeutschen Verkehrsverbundes. Die durchschnittliche Erhöhung in der Tarifzone 110 beträgt fünf Prozent. Eine Einzelfahrkarte kostet nun 3,80 Euro, eine Kurzstrecke 2,50 Euro. Auch mehrere Zeitkarten und Zusatzangebote wurden teurer.
Einzelfahrt verteuert sich auf 3,80 Euro
Der Preis für eine reguläre Einzelfahrt in Leipzig liegt nun bei 3,80 Euro. Die Fahrkarte gilt in der Tarifzone 110 eine Stunde und erlaubt innerhalb dieses Zeitraums das Umsteigen.
Die Kurzstrecke, mit der bis zu vier Haltestellen ohne Umstieg gefahren werden können, kostet seit dem Tarifwechsel 2,50 Euro. Über rabattierte Angebote wie LeipzigMOVE+ oder das Abo Flex sind einzelne Fahrten günstiger, dafür fällt eine monatliche Grundgebühr an.
Für Menschen, die nur gelegentlich Bus und Bahn nutzen, ist vor allem die Erhöhung der Einzelfahrkarten spürbar. Eine Hin- und Rückfahrt ohne Zeitkarte kostet nun 7,60 Euro.
Auch Abonnements werden teurer
Das rund um die Uhr gültige Abo Light kostet in Leipzig nun 65,60 Euro im Monat. Das erst ab 10 Uhr gültige Abo Light 10 Uhr liegt bei 58,60 Euro.
Das übertragbare Abo Basis verteuert sich auf 80,60 Euro monatlich. Für die Variante ab 10 Uhr werden 73,60 Euro fällig. Bei diesen Angeboten können zu bestimmten Zeiten weitere Erwachsene und Kinder mitgenommen werden.
Fahrgäste sollten prüfen, ob ein klassisches Leipziger Abo oder das bundesweit gültige Deutschlandticket für ihren persönlichen Bedarf günstiger ist.
Deutschlandticket kostet 63 Euro
Das Deutschlandticket kostet seit August 63 Euro im Monat. Es gilt bundesweit in Bussen, Straßenbahnen, S-Bahnen und Regionalzügen, jedoch nicht im regulären Fernverkehr.
Für Leipziger, die auch außerhalb der Stadt unterwegs sind, kann es damit günstiger sein als einzelne regionale Monatskarten. Klassische LVB-Abonnements bieten dafür teilweise Übertragbarkeit oder zusätzliche Mitnahmeregelungen.
Die Entscheidung hängt deshalb nicht nur vom Preis ab, sondern auch davon, ob die Fahrkarte von einer anderen Person genutzt werden oder Familienmitglieder mitnehmen soll.
Ein Angebot für Kinder wird erweitert
Bei der 24-Stunden-Karte Plus dürfen seit dem 1. August bis zu drei Kinder im Alter von sechs bis einschließlich 14 Jahren kostenlos mitgenommen werden.
Die Neuregelung kann Familien entlasten, die gemeinsam einen Tagesausflug unternehmen. Sie gleicht die allgemeinen Preissteigerungen jedoch nur für einen begrenzten Teil der Fahrgäste aus.
Schüler- und Ausbildungstickets besitzen eigene Preise und Gültigkeitsregeln. Eltern sollten insbesondere beachten, dass manche Schülerkarten in den Ferien oder an Sonntagen nicht gelten.
Verkehrsunternehmen begründen Erhöhung mit höheren Kosten
Der Mitteldeutsche Verkehrsverbund verweist auf gestiegene Personal-, Energie- und Betriebskosten. Die Tarifanpassung wurde von der Gesellschafterversammlung beschlossen und durch die zuständigen Behörden der Länder und Kommunen genehmigt.
Für die Verkehrsunternehmen sind steigende Einnahmen notwendig, um Fahrzeuge, Personal und Infrastruktur zu finanzieren. Gleichzeitig können höhere Preise Menschen davon abhalten, vom Auto auf den Nahverkehr umzusteigen.
Gerade in Leipzig entsteht damit ein Zielkonflikt: Die Stadt will den öffentlichen Verkehr stärken, während die Nutzung für Gelegenheitsfahrer erneut teurer wird.
Leistung und Zuverlässigkeit werden wichtiger
Fahrgäste akzeptieren höhere Preise eher, wenn Busse und Bahnen zuverlässig, sauber und ausreichend häufig fahren.
Die zurückliegenden Hitzeschäden, zahlreiche Baustellen und Umleitungen haben das Leipziger Netz in diesem Sommer stark belastet. Neue Tarife erhöhen deshalb zugleich den Druck auf Verkehrsverbund und LVB, ein stabiles Angebot sicherzustellen.
Entscheidend wird sein, ob die zusätzlichen Einnahmen sichtbar in Fahrzeuge, Personal, Haltestellen und belastbare Infrastruktur fließen.
Quellen
Leipziger Verkehrsbetriebe, „Neue Tarife im MDV ab 1. August“, veröffentlicht am 13. Juli 2026