Wenn die Köthener Bachfesttage am 28. August beginnen, gehören die ersten großen Töne nicht einem internationalen Starensemble. Rund 200 Grundschulkinder aus der Stadt sollen gemeinsam in St. Jakob auf der Bühne stehen. Für „Sing Bach!“ arbeiten sie zuvor eine Woche lang mit der Dirigentin und Gesangspädagogin Friedhilde Trüün.
Begleitet werden die Kinder von einer professionellen Band mit Saxophon, Flöte, Piano, Bass und Schlagzeug.
Bach darf dabei ausdrücklich swingen
Für das Projekt werden Werke Johann Sebastian Bachs eigens für junge Stimmen und moderne Bandbesetzung bearbeitet.
Das Ergebnis soll deshalb nicht wie ein klassischer Schulchor klingen. Die Musik darf swingen, rhythmisch sein und sich bewusst vom traditionellen Konzertbild entfernen.
Kinder erleben Bach als Teil ihrer eigenen Stadt
Köthen trägt den Namen Bachstadt aus historischem Grund. Für Kinder kann diese Geschichte jedoch abstrakt bleiben.
Ein eigenes Bühnenprojekt schafft eine andere Verbindung: Bach ist dann nicht nur ein Komponist, über den Erwachsene sprechen, sondern Musik, die man selbst singt.
Niedriger Eintritt erleichtert Familienbesuch
Das Konzert beginnt am 28. August um 17 Uhr und dauert etwa 75 Minuten.
Der reguläre Eintritt beträgt fünf Euro, Ermäßigungsberechtigte erhalten freien Eintritt.
Damit bleibt das Eröffnungskonzert bewusst zugänglicher als viele klassische Festivalveranstaltungen.
Lokale Verankerung wird zum Markenzeichen
Die Bachfesttage holen internationale Musiker nach Köthen. Gleichzeitig setzen sie zunehmend auf Projekte mit Menschen aus der Stadt.
„Sing Bach!“ zeigt besonders deutlich, dass ein international ausgerichtetes Festival nicht neben der Bevölkerung stattfinden muss, sondern sie unmittelbar einbeziehen kann.
Quellen
Köthener Bachfesttage: „Sing Bach!“, 28. August 2026
Köthener BachGesellschaft: Festivalprogramm 2026Das Schloss Köthen wird am kommenden Dienstag für einen Nachmittag zum kleinen biologischen Forschungslabor. Kinder können am 11. August ab 14 Uhr sogenannte Gewölle untersuchen – unverdauliche Nahrungsreste, die Eulen wieder hervorwürgen. Unter dem Mikroskop lassen sich darin Knochen, Zähne und andere Spuren ihrer Beutetiere entdecken.
Das Angebot gehört zum Sommerferienprogramm des Schlosses.
Aus kleinen Knochen wird ein Tier bestimmt
Gewölle wirken zunächst unscheinbar. Für Biologen sind sie jedoch wertvolle Informationsquellen.
An Schädeln, Kieferknochen oder Zähnen lässt sich häufig bestimmen, welche Mäuse oder anderen Kleintiere ein Vogel gefressen hat.
Kinder können dadurch selbst wissenschaftliche Arbeitsweisen ausprobieren, statt Informationen lediglich auf einer Schautafel zu lesen.
Ferienprogramm wechselt den Schwerpunkt
Während sich frühere Termine stärker mit Kunst und ungewöhnlichen Büchern beschäftigten, verlagert das Schloss sein Augustprogramm bewusst in Richtung Naturwissenschaft.
Das passt zum Naumann-Museum im Schloss, das sich mit Ornithologie und Naturkunde beschäftigt.
Museum wird zum Lernort
Das Beispiel zeigt, wie Museen zunehmend versuchen, Kinder aktiv einzubeziehen.
Staunen, Anfassen und eigenes Untersuchen schaffen einen anderen Zugang als eine klassische Führung.
Für Familien bietet der Termin zugleich eine wetterunabhängige Beschäftigung in den letzten Ferienwochen.
Quellen
Schloss Köthen: Ferienprogramm „Gewölle unterm Mikroskop“, 11. August 2026
Stadt Köthen (Anhalt): Veranstaltungskalender August 2026