Ehrenamt soll Konflikte ohne Gerichtsverfahren lösen

Königs Wusterhausen sucht drei neue Schiedspersonen

Für die Kernstadt und den Ortsteil Senzig müssen drei Stellen im Schiedsamt neu besetzt werden. Bewerbungen sind noch bis zum 31. Oktober möglich.

Von Clara Winterfeld 1 Min. Lesezeit

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Die Stadt Königs Wusterhausen muss drei ehrenamtliche Positionen in ihren Schiedsstellen neu besetzen. Gesucht werden eine stellvertretende Schiedsperson für einen Teil der Kernstadt einschließlich Neue Mühle sowie eine Schiedsperson und eine Stellvertretung für Senzig. Die neue Amtszeit beginnt am 14. Dezember 2026 und dauert fünf Jahre. Bewerbungen sind bis zum 31. Oktober möglich.

Schlichten statt vor Gericht streiten

Schiedspersonen vermitteln insbesondere bei Konflikten unter Nachbarn, Familienmitgliedern oder früheren Freunden.

Typische Fälle betreffen überhängende Hecken, Laub, Lärm, Geldforderungen oder andere Streitigkeiten des täglichen Lebens. Ziel ist eine freiwillige Einigung, bevor ein Konflikt vor Gericht ausgetragen wird.

Auch bestimmte Strafsachen können behandelt werden

In bestimmten Fällen können Schiedsstellen auch bei strafrechtlich relevanten Auseinandersetzungen vermitteln.

Dazu gehören beispielsweise Beleidigungen oder leichtere körperliche Auseinandersetzungen. Das Verfahren ersetzt keine Polizei bei akuten Gefahren und keine Strafverfolgung bei schweren Delikten. Es kann aber helfen, persönliche Konflikte dauerhaft zu befrieden.

Bewerber müssen mindestens 25 Jahre alt sein

Interessenten müssen das 25. Lebensjahr vollendet haben und im Bereich der jeweiligen Schiedsstelle wohnen.

Gefragt sind Einfühlungsvermögen, Lebenserfahrung, Integrität und die Fähigkeit, beiden Seiten vorurteilsfrei zuzuhören. Die Stadt stellt Räume und Arbeitsmaterial bereit und finanziert die erforderlichen Qualifizierungen.

Ehrenamt entlastet Gerichte

Eine erfolgreiche Schlichtung spart den Beteiligten Zeit, Kosten und häufig auch eine weitere Eskalation.

Gerade bei Nachbarschaftsstreitigkeiten müssen Menschen oft noch jahrelang miteinander leben. Ein gerichtliches Urteil klärt zwar Rechtsfragen, beseitigt aber nicht automatisch das persönliche Problem.

Quellen

  1. Stadt Königs Wusterhausen: „Drei neue Schiedspersonen gesucht“, veröffentlicht am 21. Juli 2026.

Themen: Königs WusterhausenEhrenamtBewerbungSenzigSchiedsamtNachbarschaftsstreitMediation

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