Die Stadt Königs Wusterhausen muss drei ehrenamtliche Positionen in ihren Schiedsstellen neu besetzen. Gesucht werden eine stellvertretende Schiedsperson für einen Teil der Kernstadt einschließlich Neue Mühle sowie eine Schiedsperson und eine Stellvertretung für Senzig. Die neue Amtszeit beginnt am 14. Dezember 2026 und dauert fünf Jahre. Bewerbungen sind bis zum 31. Oktober möglich.
Schlichten statt vor Gericht streiten
Schiedspersonen vermitteln insbesondere bei Konflikten unter Nachbarn, Familienmitgliedern oder früheren Freunden.
Typische Fälle betreffen überhängende Hecken, Laub, Lärm, Geldforderungen oder andere Streitigkeiten des täglichen Lebens. Ziel ist eine freiwillige Einigung, bevor ein Konflikt vor Gericht ausgetragen wird.
Auch bestimmte Strafsachen können behandelt werden
In bestimmten Fällen können Schiedsstellen auch bei strafrechtlich relevanten Auseinandersetzungen vermitteln.
Dazu gehören beispielsweise Beleidigungen oder leichtere körperliche Auseinandersetzungen. Das Verfahren ersetzt keine Polizei bei akuten Gefahren und keine Strafverfolgung bei schweren Delikten. Es kann aber helfen, persönliche Konflikte dauerhaft zu befrieden.
Bewerber müssen mindestens 25 Jahre alt sein
Interessenten müssen das 25. Lebensjahr vollendet haben und im Bereich der jeweiligen Schiedsstelle wohnen.
Gefragt sind Einfühlungsvermögen, Lebenserfahrung, Integrität und die Fähigkeit, beiden Seiten vorurteilsfrei zuzuhören. Die Stadt stellt Räume und Arbeitsmaterial bereit und finanziert die erforderlichen Qualifizierungen.
Ehrenamt entlastet Gerichte
Eine erfolgreiche Schlichtung spart den Beteiligten Zeit, Kosten und häufig auch eine weitere Eskalation.
Gerade bei Nachbarschaftsstreitigkeiten müssen Menschen oft noch jahrelang miteinander leben. Ein gerichtliches Urteil klärt zwar Rechtsfragen, beseitigt aber nicht automatisch das persönliche Problem.
Quellen
- Stadt Königs Wusterhausen: „Drei neue Schiedspersonen gesucht“, veröffentlicht am 21. Juli 2026.