Am 8. August 2026 wäre die Halberstädter Ehrenbürgerin Ursula Sommer 100 Jahre alt geworden. Die von vielen Menschen als „Schwester Ursel“ bekannte Gemeindeschwester widmete ihr Leben der Hilfe für Kranke, Bedürftige und Sterbende.
Die Stadt Halberstadt nimmt den runden Geburtstag zum Anlass, an eine Frau zu erinnern, deren Leben nach Angaben der Stadt von Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe und selbstlosem Engagement geprägt war.
Ursula Sommer wurde 1926 in Dessau geboren. Nach ihrer Ausbildung im Diakonischen Mutterhaus kam sie nach Halberstadt und begann dort ihre jahrzehntelange soziale Arbeit.
Jahrzehntelanger Dienst für hilfsbedürftige Menschen
Zunächst war Ursula Sommer im Cecilienstift tätig. Später arbeitete sie als Gemeindeschwester der Evangelischen Kirchengemeinde St. Johannis und schließlich als Stadtschwester.
Über viele Jahrzehnte begleitete sie kranke, hilfsbedürftige und sterbende Menschen. Ihre Arbeit beschränkte sich dabei nicht allein auf pflegerische Aufgaben. Sie bot auch persönliche Unterstützung, Trost und menschliche Nähe.
Selbst nach ihrem Eintritt in den Ruhestand führte sie ihre Arbeit ehrenamtlich fort. Dadurch wurde sie zu einer prägenden Persönlichkeit der Hospizbewegung in Halberstadt.
Engagement für Hospizarbeit und Zusammenhalt
Neben ihrer Arbeit für Kranke und Sterbende engagierte sich Ursula Sommer über viele Jahre in Frauenorganisationen.
Dabei setzte sie sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und ein menschliches Miteinander ein. Ihr Wirken reichte damit weit über die klassische Tätigkeit einer Gemeindeschwester hinaus.
Viele Menschen in Halberstadt kannten sie persönlich oder begegneten ihr in schwierigen Lebenssituationen. Die Bezeichnung „Schwester Ursel“ wurde dadurch zu einem Namen, der in der Stadt eng mit Fürsorge und Verlässlichkeit verbunden war.
Erste Ehrenbürgerin Halberstadts
Für ihr außergewöhnliches Lebenswerk verlieh ihr der Stadtrat am 13. Januar 2006 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Halberstadt.
Die Auszeichnung wurde im Rahmen des traditionellen Hilariusmahls überreicht. Die Ehrenbürgerschaft ist die höchste Würdigung, die die Stadt vergeben kann.
In der Begründung hob der Stadtrat insbesondere Sommers aufopferungsvollen Einsatz für hilfsbedürftige und sterbende Menschen, ihr ehrenamtliches Engagement in der Hospizarbeit sowie ihre langjährige Mitarbeit in Frauenorganisationen hervor.
Mit der Verleihung wurde zugleich Stadtgeschichte geschrieben: Ursula Sommer war die erste Frau, die zur Ehrenbürgerin Halberstadts ernannt wurde.
Leitspruch bestimmte ihr Leben
Bis ins hohe Alter blieb Ursula Sommer ihrem sozialen Engagement verbunden. Ihr persönlicher Leitspruch lautete: „Solange der Herr Gott mir die Kraft gibt, will ich für die Menschen kämpfen, ob jung oder alt.“
Dieser Satz fasste ihre Haltung und ihr jahrzehntelanges Wirken zusammen. Ihr tiefer Glaube, ihre Bescheidenheit und ihr selbstloses Handeln prägten nach Einschätzung der Stadt das soziale Miteinander in Halberstadt nachhaltig.
Ursula Sommer starb am 28. Februar 2022 im Alter von 95 Jahren.
Erinnerung bleibt in Halberstadt lebendig
Die Stadt erinnert anlässlich des 100. Geburtstages in Dankbarkeit an ihre Ehrenbürgerin.
Ihr Name steht bis heute für Menschlichkeit, Fürsorge und gelebte Nächstenliebe. Mit ihrem jahrzehntelangen Einsatz berührte sie das Leben zahlreicher Menschen und hinterließ bleibende Spuren in Halberstadt.
Das der Pressemitteilung beigefügte historische Foto zeigt Ursula Sommer gemeinsam mit weiteren Ehrenbürgern der Stadt bei einem Besuch des Ehrenbürgers Jizchak Auerbach anlässlich seines 70. Geburtstages und der Einweihung des Willy-Cohn-Platzes am 27. August 2008.
Quellen
Stadt Halberstadt: Pressemitteilung „100. Geburtstag der Ehrenbürgerin Ursula Sommer – Halberstadt erinnert an ‚Schwester Ursel‘“, veröffentlicht am 6. August 2026.