Ein fehlendes Kabel genügte, um eine wichtige Bahnverbindung der Oberlausitz aus dem Takt zu bringen. Nachdem Unbekannte an der Strecke zwischen Dresden und Görlitz Kupfer entwendet hatten, konnten Züge zeitweise nicht mehr fahren. Techniker mussten zunächst prüfen, welche Anlagen betroffen waren.

Täter öffneten Kabelschacht

Nach den bislang veröffentlichten Angaben wurde ein Kabelschacht über mehrere Meter geöffnet. Anschließend trennten die Täter eine dort verlegte Kupferleitung heraus.

Der Eingriff blieb nicht ohne Folgen. Teile der technischen Bahninfrastruktur waren nicht mehr zuverlässig nutzbar. Aus Sicherheitsgründen wurde der Zugverkehr unterbrochen.

Reisende müssen mit Verspätungen rechnen

Kabel entlang von Bahnstrecken dienen unter anderem der Kommunikation und Steuerung technischer Anlagen. Wird eine solche Leitung beschädigt, müssen Fachleute zunächst feststellen, ob Signale und Sicherungssysteme weiterhin ordnungsgemäß funktionieren.

Für Fahrgäste können daraus Verspätungen, Teilausfälle und zusätzliche Umstiege entstehen. Auch nach der Freigabe einer Strecke dauert es häufig einige Zeit, bis der Fahrplan wieder stabil läuft.

Schaden größer als der Wert des Metalls

Kupfer ist wegen seines Wiederverkaufswertes ein häufiges Ziel von Dieben. Der Materialwert fällt im Vergleich zu den Folgekosten jedoch meist gering aus.

Neben der Reparatur entstehen Kosten durch Zugausfälle, Personalaufwand und mögliche Ersatzverkehre. Hinzu kommen die Belastungen für Berufspendler, Urlauber und andere Reisende.

Ermittlungen gegen unbekannte Täter

Die zuständigen Behörden untersuchen, wann die Leitung entfernt wurde und wie das gestohlene Kabel abtransportiert werden konnte. Hinweise auf die Täter lagen zunächst nicht öffentlich vor.

Quellen

• Bundespolizei: Ermittlungen zum Kabeldiebstahl an der Bahnstrecke Dresden–Görlitz, August 2026