LONDON. Die US-Luftwaffe hat sämtliche B-1B-Langstreckenbomber vom britischen Stützpunkt RAF Fairford abgezogen und zurück in die Vereinigten Staaten verlegt. Die Maschinen waren in den vergangenen Monaten für verschiedene Einsätze und Übungen auf der strategisch wichtigen Basis in Gloucestershire stationiert.
Der Abzug erfolgt vor dem Hintergrund erhöhter Sicherheitsbedenken rund um den Militärflugplatz.
Festnahmen nach mutmaßlichem Anschlagsplan
Ende September waren mehrere Männer in der Nähe von RAF Fairford festgenommen worden. Die britischen Sicherheitsbehörden ermitteln wegen des Verdachts, dass ein Anschlag auf den Stützpunkt vorbereitet worden sein könnte.
Bei den Ermittlungen wurde unter anderem Benzin sichergestellt. Sprengstoff wurde nach bisherigem Kenntnisstand nicht gefunden. Mehrere Verdächtige kamen später unter Auflagen wieder auf freien Fuß.
Untersucht werden zudem mögliche Verbindungen zum Iran. Die iranische Regierung weist eine Beteiligung zurück.
Alle B-1B-Bomber zurück in den USA
Das US-Verteidigungsministerium bestätigte, dass die für RAF Fairford vorgesehenen Bomber inzwischen wieder zu ihren Heimatstützpunkten in den Vereinigten Staaten zurückgekehrt sind.
Zuletzt sollen sich rund ein Dutzend Maschinen vom Typ B-1B Lancer auf dem britischen Flugplatz befunden haben. Die Flugzeuge verließen die Basis innerhalb kurzer Zeit.
Die B-1B gehört zu den schweren strategischen Langstreckenbombern der US-Luftwaffe. Sie kann große Mengen konventioneller Bewaffnung über weite Entfernungen transportieren und wird regelmäßig für weltweite Einsätze und Abschreckungsmissionen genutzt.
RAF Fairford bleibt wichtiger US-Stützpunkt
RAF Fairford liegt rund 160 Kilometer westlich von London und spielt seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle für die amerikanischen Luftstreitkräfte in Europa.
Der Flugplatz verfügt über eine besonders lange Start- und Landebahn und wird regelmäßig von amerikanischen Langstreckenbombern genutzt. Auch B-52- und B-2-Bomber waren dort in der Vergangenheit zeitweise stationiert.
Der Abzug der B-1B bedeutet deshalb keinen vollständigen Rückzug der USA aus Fairford oder Großbritannien.
Ermittlungen laufen weiter
Die britischen Sicherheitsbehörden untersuchen weiterhin die Hintergründe des mutmaßlichen Anschlagsplans. Dabei soll auch geklärt werden, ob ausländische Akteure beteiligt waren.
Eine abschließende Bewertung der Hintergründe liegt bislang nicht vor. Die Sicherheitsmaßnahmen rund um strategisch wichtige Militäranlagen in Großbritannien bleiben erhöht.