Zwischen Bücherregalen, digitalen Angeboten und Veranstaltungen beginnt für Joelle Marie Richter ein neuer Lebensabschnitt. Die 17-Jährige lernt in den kommenden Jahren sämtliche Bereiche einer modernen öffentlichen Bibliothek kennen.

Seit dem 1. August 2026 absolviert sie in der Stadt- und Kreisbibliothek „Edlef Köppen“ ihre Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Fachrichtung Bibliothek.

Mit dem Ausbildungsplatz verfolgt die Einrichtung zugleich ein strategisches Ziel: Sie will Fachwissen weitergeben, junge Menschen für den Bibliotheksberuf begeistern und selbst zur Sicherung des beruflichen Nachwuchses beitragen.

Bibliotheksleiterin absolvierte Ausbildereignungsprüfung

Damit die Bibliothek eigenständig ausbilden kann, waren zunächst organisatorische und fachliche Vorbereitungen notwendig.

Bibliotheksleiterin Yvonne Hillmann absolvierte im letzten Quartal des vergangenen Jahres erfolgreich die Ausbildereignungsprüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung. Damit schuf sie die formalen Voraussetzungen, um Nachwuchskräfte im Haus anzuleiten und zu begleiten.

Die Entscheidung, künftig selbst auszubilden, ist nach Angaben der Bibliothek Teil ihrer langfristigen Ausrichtung. Neben der Arbeit mit Medien und Besuchern soll damit auch das innerhalb des Teams vorhandene Fachwissen an eine neue Generation weitergegeben werden.

Hillmann bezeichnete die Begleitung junger Menschen auf ihrem beruflichen Weg als verantwortungsvolle und zugleich schöne Aufgabe. Von der Zusammenarbeit verschiedener Generationen könnten sowohl das Team als auch die Nutzer der Bibliothek profitieren.

Erste praktische Erfahrungen bereits während der Schulzeit

Joelle Marie Richter besuchte das Bismarck-Gymnasium in Genthin und erwarb dort den schulischen Teil der Fachhochschulreife.

Schon während ihrer Schulzeit sammelte sie Erfahrungen in verschiedenen Nebenjobs und Praktika. Sie arbeitete unter anderem als Kassiererin im E-Center Matthews sowie als Aushilfe im Gartenbereich des toom-Baumarkts in Genthin.

Weitere Einblicke in die Arbeitswelt erhielt sie bei Praktika in der Worch Landtechnik GmbH und in der Ergotherapiepraxis Ines Sommerey.

Auf den Ausbildungsberuf wurde Richter zunächst durch einen Berufswahltest und anschließende Stellenangebote des Jobcenters aufmerksam. Mit zunehmender Beschäftigung mit den Aufgaben einer Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste wuchs ihr Interesse.

Persönliche Verbindung zur Bibliothek

Die Entscheidung für den Ausbildungsplatz in der Bibliothek „Edlef Köppen“ hat für die 17-Jährige auch eine persönliche Bedeutung.

Sie kennt die Einrichtung bereits aus ihrer Kindheit. Gemeinsam mit ihrer Großmutter besuchte sie die Bibliothek regelmäßig, um Bücher auszuleihen und neue Geschichten zu entdecken.

Ihre eigene Freude am Lesen habe dazu beigetragen, dass sie sich den Beruf gut vorstellen könne. Die Arbeit verbindet für sie den Umgang mit Büchern und anderen Medien mit dem Kontakt zu unterschiedlichen Menschen.

Dass sie nun in einer Einrichtung ausgebildet wird, die sie schon seit ihrer Kindheit kennt, macht den Start für Richter zu einer Rückkehr an einen vertrauten Ort – allerdings mit einer neuen Rolle und wachsender Verantwortung.

Ausbildung umfasst mehr als das Einsortieren von Büchern

Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste übernehmen in Bibliotheken vielfältige Aufgaben. Dazu gehören die Beschaffung, Erfassung, Bearbeitung und Verwaltung von Medien.

Richter soll während ihrer Ausbildung außerdem lernen, wie Nutzer bei der Suche nach Büchern, Zeitschriften und digitalen Informationen unterstützt werden. Auch die Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz gehört zum Berufsbild.

Weitere Ausbildungsbereiche sind die Vorbereitung und Begleitung von Veranstaltungen, die Leseförderung und die tägliche Arbeit mit Besuchern unterschiedlicher Altersgruppen.

Besonders interessiert sich die neue Auszubildende nach eigenen Angaben für das Einarbeiten, Einsortieren und Verwalten der Medien. Zugleich freut sie sich auf den direkten Kontakt mit den Nutzern.

Möglichst viele Arbeitsbereiche kennenlernen

Für die kommende Ausbildungszeit hat sich Richter mehrere Ziele gesetzt. Sie möchte möglichst viel lernen, neue Erfahrungen sammeln und viele Menschen kennenlernen.

Im Umgang mit den Besuchern will sie ihnen bei ihren Anliegen so gut wie möglich weiterhelfen. Gleichzeitig hofft sie auf eine abwechslungsreiche Ausbildung, die ihr Einblicke in möglichst viele Tätigkeitsfelder bietet.

Die Arbeit in einer modernen Bibliothek verändert sich seit Jahren. Neben gedruckten Büchern gewinnen elektronische Medien, digitale Kataloge, Lernangebote und Veranstaltungen zunehmend an Bedeutung.

Damit umfasst der Beruf sowohl klassische bibliothekarische Aufgaben als auch moderne Informationsvermittlung und kulturelle Bildungsarbeit.

Bibliothek investiert in eigenen Nachwuchs

Mit der Ausbildung von Joelle Marie Richter übernimmt die Stadt- und Kreisbibliothek erstmals zusätzliche Verantwortung für die berufliche Entwicklung einer Nachwuchskraft.

Für die Einrichtung bietet die Ausbildung zugleich die Möglichkeit, neue Perspektiven und Ideen in den Arbeitsalltag einzubeziehen. Junge Beschäftigte bringen eigene Erfahrungen mit digitalen Medien und veränderten Nutzungsgewohnheiten mit.

Das Bibliotheksteam will Richter während ihrer Ausbildungszeit begleiten und ihr schrittweise Einblicke in die unterschiedlichen Aufgabenbereiche ermöglichen.

Die Stadt- und Kreisbibliothek heißt ihre neue Auszubildende willkommen und wünscht ihr einen erfolgreichen Einstieg in den Beruf.

Quellen

• Einheitsgemeinde Stadt Genthin und Stadt- und Kreisbibliothek „Edlef Köppen“: Pressemitteilung „Ausbildungsstart in der Stadt- und Kreisbibliothek ‚Edlef Köppen‘“, veröffentlicht im August 2026. • Einheitsgemeinde Stadt Genthin: Informationen zur Stadt- und Kreisbibliothek „Edlef Köppen“ und deren Angeboten.

Sachsen-Anhalt / Genthin: Neue Auszubildende beginnt in der Stadtbibliothek

Joelle Marie Richter absolviert seit dem 1. August ihre Ausbildung zur Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste in der Stadt- und Kreisbibliothek „Edlef Köppen“. Die 17-Jährige lernt dort Medienverwaltung, Veranstaltungsarbeit, Leseförderung und den Umgang mit Bibliotheksbesuchern kennen.