Aktion lief vom 14. Juni bis 4. Juli
Erkner nahm bereits zum sechsten Mal an der bundesweiten Kampagne des Klima-Bündnisses teil.
Vom 14. Juni bis zum 4. Juli sollten möglichst viele Alltagswege mit dem Fahrrad statt mit dem Auto zurückgelegt werden.
Die Aktion verbindet sportlichen Wettbewerb mit dem Ziel, Radverkehr im Alltag sichtbarer zu machen.
15 Teams beteiligten sich
Unter den Teilnehmern waren Schulklassen, soziale Einrichtungen, Unternehmen und Beschäftigte der Stadtverwaltung.
Diese Mischung ist entscheidend, weil Radverkehr nicht nur als Freizeitbeschäftigung verstanden werden sollte. Schulwege, Arbeitswege und Einkäufe bieten besonders großes Potenzial für den Umstieg.
Ergebnis liegt erneut über dem Vorjahr
Die fast 35.000 Kilometer bedeuten nach Angaben der Stadt einen neuen Höchstwert.
Damit hat Erkner das Ergebnis des Vorjahres erneut verbessert. Eine Siegerehrung für besonders aktive Teams und Teilnehmer ist voraussichtlich im Herbst geplant.
Der Erfolg zeigt, dass in der Stadt eine aktive Radfahrgemeinschaft besteht.
Aktionskilometer ersetzen keine sichere Infrastruktur
Ein gutes Ergebnis beim Stadtradeln ist ein positives Signal.
Es sagt jedoch noch nichts darüber aus, wie sicher und komfortabel die täglichen Wege sind. Fehlende Radwege, gefährliche Kreuzungen und unsichere Abstellmöglichkeiten können Menschen dauerhaft vom Radfahren abhalten.
Die Stadt sollte die während der Aktion gesammelten Erfahrungen deshalb für ihre Verkehrsplanung nutzen.
Bahnhof bleibt wichtiger Schwerpunkt
Viele Erkneraner verbinden Fahrrad und Bahn.
Sichere Abstellanlagen am Bahnhof sind dafür unverzichtbar. Die jüngsten Sachbeschädigungen an Reparatursäule und Fahrradboxen zeigen allerdings, wie empfindlich diese Infrastruktur ist.
Radverkehrsförderung braucht daher nicht nur neue Anlagen, sondern auch deren verlässliche Wartung und Schutz.
Schulwege bieten großes Potenzial
Schulklassen gehörten zu den teilnehmenden Teams.
Kinder und Jugendliche können kurze Wege häufig mit dem Fahrrad zurücklegen. Voraussetzung sind sichere Kreuzungen, verständliche Verkehrsführung und rücksichtsvolle Autofahrer.
Auch ausreichend überdachte Fahrradständer an Schulen sind notwendig.
CO₂-Wert bleibt eine Modellrechnung
Die genannten sechs Tonnen vermiedenes Kohlendioxid beruhen auf einer rechnerischen Annahme.
Nicht jede erfasste Fahrradfahrt hätte sonst tatsächlich mit dem Auto stattgefunden. Manche Teilnehmer wären möglicherweise zu Fuß gegangen oder hätten öffentliche Verkehrsmittel genutzt.
Der Wert eignet sich deshalb vor allem als Orientierung und nicht als exakte Emissionsbilanz.
Entscheidend ist der Alltag nach der Aktion
Der langfristige Erfolg zeigt sich erst, wenn Teilnehmer auch nach dem 4. Juli häufiger das Fahrrad nutzen.
Dazu braucht es attraktive Wege und eine Verkehrsplanung, die Radfahrer nicht nur während einer dreiwöchigen Kampagne berücksichtigt.
Das Stadtradeln sollte deshalb Auftakt für konkrete Verbesserungen sein und nicht bei Urkunden und einer Siegerehrung enden.
Quellen
Stadt Erkner, „Stadtradeln 2026 – Erkneraner Radelnde erreichen erneut Höchstmarke“, veröffentlicht am 15. Juli 2026
Klima-Bündnis Services, Ergebnisse des Stadtradelns in Erkner vom 14. Juni bis 4. Juli 2026