Am Sportforum Johannesplatz werden die Rasenplätze 2, 3 und 4 grundlegend saniert. Die Stadt lässt die unterschiedlichen Geländehöhen und Unebenheiten beseitigen, installiert ein neues Bewässerungssystem und sät die Spielflächen vollständig neu ein. Insgesamt werden etwa 1,2 Kilometer Bewässerungsleitungen auf einer Fläche von rund 17.000 Quadratmetern verlegt. Die betroffenen Vereine müssen bis voraussichtlich Ende März 2027 auf andere Sportanlagen ausweichen.
Plätze lagen bislang auf unterschiedlichen Höhen
Die drei Spielfelder befanden sich bisher nicht auf einem einheitlichen Geländeniveau.
Hinzu kamen Unebenheiten infolge jahrelanger intensiver Nutzung. Solche Schäden beeinträchtigen nicht nur die Qualität des Spiels.
Vertiefungen und harte Übergänge können das Verletzungsrisiko erhöhen und die Pflege erschweren. Regenwasser verteilt sich ungleichmäßig, während einzelne Bereiche schneller austrocknen.
Im Zuge der Bauarbeiten werden die Flächen deshalb vollständig neu profiliert und auf ein gemeinsames Höhenniveau gebracht.
1,2 Kilometer Leitungen für die Bewässerung
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist die neue Platzbewässerung.
Insgesamt werden rund 1,2 Kilometer Leitungen verlegt. Das System soll die 17.000 Quadratmeter Rasen bedarfsgerecht und effizient versorgen.
Eine moderne Bewässerung kann Wasser gezielter verteilen als mobile Sprenger. Voraussetzung ist, dass Steuerung und Wartung zuverlässig funktionieren.
Angesichts trockener Sommer sollte zudem geprüft werden, ob Regenwasser gesammelt oder andere ressourcenschonende Lösungen eingesetzt werden können.
Rasen wird vollständig neu eingesät
Nach Abschluss der Erd- und Leitungsarbeiten folgt die Neuansaat.
Pro Quadratmeter sollen etwa 30 Gramm Rasensamen ausgebracht werden. Für die gesamte Fläche werden damit rechnerisch rund 510 Kilogramm Saatgut benötigt.
Anschließend braucht die Grasnarbe ausreichend Zeit, um dicht und belastbar zu werden. Eine zu frühe Nutzung könnte die neu angelegten Flächen beschädigen und den gesamten Sanierungserfolg gefährden.
Wiederöffnung ist für April 2027 geplant
Der reguläre Trainings- und Spielbetrieb soll im April 2027 wieder aufgenommen werden.
Damit bleibt das Sportforum über Herbst und Winter für die betroffenen Mannschaften nur eingeschränkt nutzbar.
Der Termin hängt nicht allein vom Ende der Bauarbeiten ab. Auch Wachstum, Witterung und Belastbarkeit des Rasens entscheiden über die Freigabe.
Ein besonders kalter Winter oder ein sehr nasses Frühjahr könnten die Entwicklung verzögern.
Drei Ersatzstandorte stehen bereit
Während der Bauzeit weichen die Vereine auf die Sportplätze in Windischholzhausen, Bindersleben und am Nordpark aus.
Diese Übergangslösung gilt seit dem 1. Juli 2026 und soll bis Ende März 2027 bestehen.
Für Mannschaften entstehen dadurch teilweise längere Wege. Trainingszeiten müssen mit den bereits an den Ersatzstandorten aktiven Vereinen abgestimmt werden.
Die Stadt sollte darauf achten, dass Jugendmannschaften und ehrenamtliche Trainer nicht durch ungünstige späte Zeiten oder weite Fahrten übermäßig belastet werden.
Ausweichplätze werden stärker beansprucht
Die Verlagerung löst das Problem nicht vollständig, sondern verteilt die zusätzliche Nutzung auf andere Anlagen.
Mehr Trainingseinheiten können dort Rasen, Umkleiden, Parkplätze und technische Einrichtungen belasten.
Die Stadt muss deshalb prüfen, ob zusätzliche Pflege erforderlich ist. Andernfalls könnten nach Abschluss der Arbeiten am Johannesplatz neue Sanierungsbedarfe an den Ersatzstandorten entstehen.
Kosten wurden bislang nicht genannt
Die Mitteilung des Erfurter Sportbetriebs enthält keine konkrete Investitionssumme.
Erdarbeiten, Leitungen, Bewässerungstechnik, Saatgut und Pflege über mehrere Monate verursachen erhebliche Kosten.
Für eine transparente Bewertung sollte die Stadt den Auftragswert, mögliche Fördermittel und geplante Folgekosten veröffentlichen.
Auch die Frage, ob sich das Projekt während der Bauarbeiten verteuert, ist für den kommunalen Haushalt relevant.
Sanierung folgt auf Umbau des Funktionsgebäudes
Neben den Rasenplätzen wurde auch das Sportfunktionsgebäude am Johannesplatz modernisiert.
Damit investiert Erfurt schrittweise in das gesamte Sportforum. Moderne Umkleiden und Funktionsräume nützen jedoch nur, wenn auch die Außenanlagen dauerhaft bespielbar sind.
Die Kombination beider Maßnahmen kann die Bedingungen für Training und Wettkampf deutlich verbessern.
Naturrasen benötigt intensive Pflege
Naturrasen bietet gute Spieleigenschaften, verlangt aber regelmäßige Pflege.
Dazu gehören Mähen, Düngen, Belüften, Bewässern, Nachsäen und das Ausbessern besonders belasteter Bereiche.
Die Stadt muss deshalb nicht nur den Bau finanzieren, sondern genügend Personal und Mittel für den späteren Unterhalt bereitstellen.
Unterbleibt diese Pflege, können die neu hergestellten Flächen innerhalb weniger Jahre erneut Schaden nehmen.
Vereine benötigen verlässliche Kommunikation
Für Mannschaften, Trainer und Eltern ist ein klarer Zeitplan besonders wichtig.
Änderungen bei Ersatzplätzen und Trainingszeiten sollten frühzeitig mitgeteilt werden. Auch über mögliche Verzögerungen bei der Wiedereröffnung muss die Stadt offen informieren.
Die Modernisierung ist eine notwendige Investition. Akzeptanz entsteht jedoch nur, wenn die Belastungen während der Bauzeit gerecht verteilt werden.
Quellen
- Landeshauptstadt Erfurt und Erfurter Sportbetrieb: „Rasenfußballplätze am Sportforum Johannesplatz werden modernisiert“, veröffentlicht am 27. Juli 2026.
- Erfurter Sportbetrieb: Angaben zu Fläche, Bewässerungsleitungen, Neuansaat und Ersatzstandorten.
- Landeshauptstadt Erfurt: Informationen zum modernisierten Sportfunktionsgebäude am Johannesplatz.