Generationenübergreifendes Projekt will Erinnerungen und Erfahrungen auf die Bühne bringen

Eisenhüttenstadt sucht seine eigenen Geschichten für neues Theaterprojekt

Welche Geschichten erzählen die Menschen über Eisenhüttenstadt, wenn sie selbst entscheiden dürfen, was wichtig ist? Ein neues Theaterprojekt sucht derzeit Einwohner, die Erinnerungen, Erfahrungen und eigene Perspektiven einbringen möchten.

Von Katharina Mertens 2 Min. Lesezeit

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Eine Stadt besteht aus Gebäuden, Straßen und Unternehmen – ihre eigentliche Geschichte entsteht jedoch durch die Menschen, die dort leben. Eisenhüttenstadt sucht deshalb derzeit Einwohner, die ihre persönlichen Erinnerungen und Erfahrungen in ein neues Theaterprojekt einbringen möchten.

Das generationenübergreifende und partizipative Projekt soll im Club am Anger entstehen.

Die städtische Initiative „Jetzt Pläne schmieden“ wirbt aktuell um Geschichtenerzähler und weitere Akteure aus Eisenhüttenstadt.

Einwohner werden selbst zu Mitwirkenden

Der Ansatz unterscheidet sich von einem klassischen Theaterstück.

Normalerweise schreiben Autoren einen Text, Schauspieler lernen ihre Rollen und das Publikum sieht sich anschließend die fertige Inszenierung an.

Bei einem partizipativen Projekt beginnt der Prozess wesentlich früher.

Menschen aus der Stadt können eigene Erfahrungen einbringen und damit beeinflussen, welche Geschichten überhaupt erzählt werden.

Unterschiedliche Generationen sollen zusammentreffen

Besonders wichtig ist der generationenübergreifende Ansatz.

Eisenhüttenstadt besitzt eine ungewöhnliche Stadtgeschichte.

Menschen, die die frühen Jahrzehnte der Stadt erlebt haben, verbinden mit ihr andere Erinnerungen als Jugendliche oder junge Erwachsene, die heute dort aufwachsen.

Auch die Erfahrungen der Wendezeit und der Jahrzehnte danach unterscheiden sich stark.

Ein gemeinsames Theaterprojekt kann solche Perspektiven unmittelbar miteinander verbinden.

Stadtgeschichte bekommt Gesichter

Historische Ausstellungen und Archive bewahren Dokumente.

Theater kann Geschichte dagegen emotional und persönlich erzählen.

Eine Erinnerung an einen Arbeitsplatz, einen Jugendclub, eine Schule oder einen besonderen Ort kann auf der Bühne eine Wirkung entfalten, die ein nüchterner Akteneintrag kaum erreicht.

Damit können ganz alltägliche Erlebnisse plötzlich Teil einer öffentlichen Erzählung werden.

Projekt passt zu einer Stadt im Wandel

Die städtische Initiative „Jetzt Pläne schmieden“ beschäftigt sich grundsätzlich mit der Frage, warum Menschen nach Eisenhüttenstadt kommen, bleiben oder zurückkehren.

Das Theaterprojekt erweitert diese Perspektive.

Nicht nur Zukunftspläne sollen sichtbar werden, sondern auch Erfahrungen und Erinnerungen jener Menschen, die die Stadt bereits geprägt haben.

Mitmachen statt nur zuschauen

Für Eisenhüttenstadt ist das Projekt deshalb mehr als ein neues Kulturangebot.

Es bietet Einwohnern die Möglichkeit, selbst Teil einer Produktion zu werden.

Wer seine Geschichte einbringt, bestimmt mit, welches Bild der Stadt auf der Bühne entsteht.

So kann aus vielen persönlichen Erinnerungen am Ende ein gemeinsames Porträt Eisenhüttenstadts werden.

Quellen

Stadt Eisenhüttenstadt – „Jetzt Pläne schmieden“, Aufruf für Geschichtenerzähler und Akteure

Themen: KulturEisenhüttenstadtTheaterBürgerbeteiligungStadtgeschichteClub am Anger

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