Für viele beginnt der Morgen mit einer Tasse Kaffee. Woher die Bohnen kommen, unter welchen Bedingungen sie angebaut werden und wie viel Geld bei den Produzenten ankommt, bleibt dagegen häufig unsichtbar. Genau diese Fragen stellt ab dem heutigen Sonntag eine neue Ausstellung in der Maria-Magdalenen-Kirche in Eberswalde.

Unter dem Titel „Kaffee – Genuss. Macht. Ausbeutung“ beschäftigt sich die Schau mit Anbau, Geschichte und Handel eines der weltweit wichtigsten Konsumgüter.

Die Eröffnung findet am heutigen 9. August um 10.15 Uhr im Rahmen eines Gottesdienstes statt. Anschließend soll die Ausstellung bis zum 13. September in der Kirche zu sehen sein.

Vom Genussmittel zum globalen Wirtschaftsthema

Kaffee ist längst mehr als ein Getränk.

Hinter dem Produkt steht eine internationale Wertschöpfungskette, die Plantagen, Zwischenhändler, Exporteure, Röstereien, Einzelhandel und Verbraucher miteinander verbindet.

Die Ausstellung will dabei insbesondere auf ungleiche Machtverhältnisse aufmerksam machen. Im Mittelpunkt stehen die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Menschen in den Anbauregionen sowie die Frage, welchen Einfluss Verbraucher auf gerechtere Handelsstrukturen nehmen können.

INKOTA blickt auf mehr als fünf Jahrzehnte zurück

Hinter der Ausstellung steht der Verein INKOTA.

Die Organisation entstand 1971 aus Initiativen katholischer und evangelischer Studentengemeinden auf dem Gebiet der DDR. Ausgangspunkt war die Beschäftigung mit weltweiter Armut, Hunger und einer ungleichen Verteilung von Ressourcen.

Heute unterstützt der Verein Projekte unter anderem zu Ernährung, Wasser, Landwirtschaft und nachhaltiger Produktion.

Auch Kampagnen zu Schokolade, Schuhproduktion und fairem Handel gehören zur Arbeit der Organisation.

Globale Fragen erreichen Eberswalde

Mit der Ausstellung wird die Maria-Magdalenen-Kirche erneut zum Ort gesellschaftlicher Debatten.

Besucher sollen nicht nur Informationen erhalten, sondern auch darüber nachdenken, welchen Einfluss ihr eigenes Konsumverhalten auf Produzenten in anderen Teilen der Welt besitzt.

Damit verbindet die Ausstellung ein alltägliches Produkt mit einer wesentlich größeren Frage: Wer verdient eigentlich an dem, was wir täglich kaufen?

Quellen

Stadt Eberswalde – Veranstaltungskalender vom 9. August 2026 INKOTA e.V. Evangelische Kirchengemeinde Eberswalde