Der erste Ostdeutsche Wasserstoffkongress bringt am 26. August 2026 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung in Dresden zusammen. Von der Erzeugung über Speicherung und Transport bis zur industriellen Anwendung steht die gesamte Wertschöpfungskette im Mittelpunkt, damit aus zahlreichen Einzelprojekten ein belastbarer ostdeutscher Wasserstoffmarkt entstehen kann.

Wasserstoffkongress erweitert den Blick auf Ostdeutschland

Die Europäische Metropolregion Mitteldeutschland und das Wasserstoffnetzwerk HYPOS haben den Kongress gemeinsam organisiert. Die Veranstaltung läuft von 10 bis 17 Uhr im Internationalen Congress Center Dresden am Ostra-Ufer.

Das neue Format baut auf dem Mitteldeutschen Wasserstoffkongress auf. Dieser hatte sich fünf Jahre lang vor allem auf Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen konzentriert. Nun beziehen die Veranstalter Projekte und Unternehmen aus ganz Ostdeutschland ein.

Die Erweiterung folgt der Entwicklung der Branche. Viele Wasserstoffprojekte überschreiten längst die Grenzen einzelner Bundesländer. Produktionsstandorte, Speicher, Leitungsnetze, Kraftwerke und industrielle Abnehmer müssen überregional aufeinander abgestimmt werden.

Der Kongress soll deshalb nicht allein bekannte Vorhaben vorstellen. Er dient auch der Anbahnung neuer Kooperationen zwischen Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Netzbetreibern und politischen Entscheidungsträgern.

Industrie benötigt verlässliche Wasserstoffnetze

Wasserstoff gilt vor allem für jene Wirtschaftsbereiche als wichtig, die sich nicht vollständig mit Strom versorgen lassen. Dazu gehören Teile der Chemieindustrie, der Stahlherstellung, der Glasindustrie sowie des Schwerlast-, Schiffs- und Flugverkehrs.

Ostdeutschland besitzt dafür mehrere Standortvorteile. In Mitteldeutschland gibt es eine lange Tradition der Chemie- und Energiewirtschaft. An der Ostseeküste entstehen neue Möglichkeiten für den Import und die Produktion erneuerbarer Energieträger. Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verfügen zudem über zahlreiche Forschungs- und Industrieprojekte.

Als Beispiele für überregionale Vorhaben nennen die Veranstalter das H2GE-Projekt der VNG in Rostock und die geplante E-Fuels-Anlage von Enertrag in Schwedt. Beide Projekte zeigen, dass sich eine künftige Wasserstoffwirtschaft nicht innerhalb einzelner Landesgrenzen organisieren lässt.

Entscheidend bleibt der Anschluss an Leitungen und Speicher. Eine Produktionsanlage kann nur wirtschaftlich arbeiten, wenn sie Abnehmer erreicht. Umgekehrt benötigen Industriebetriebe zuverlässige Mengen zu wettbewerbsfähigen Preisen, bevor sie ihre Anlagen auf Wasserstoff umstellen.

Kongress behandelt die gesamte Wertschöpfungskette

Die Fachveranstaltung umfasst Vorträge, Diskussionsrunden und Arbeitssitzungen zum Wasserstoffmarkthochlauf. Eine begleitende Ausstellung präsentiert regionale und überregionale Unternehmen, Partner und Projekte. Die verfügbaren Ausstellungsflächen waren nach Angaben von HYPOS bereits vor dem Kongress ausgebucht.

Thematisch reicht das Programm von der Erzeugung bis zur Mobilität. Dabei geht es nicht nur um technische Lösungen. Auch Genehmigungen, Finanzierung, staatliche Förderung und regulatorische Vorgaben bestimmen, ob ein Projekt umgesetzt werden kann.

An einer Podiumsdiskussion nimmt Brandenburgs Energiestaatssekretär Hendrik Fischer teil. Damit ist neben Sachsen auch ein weiteres ostdeutsches Flächenland auf politischer Ebene vertreten.

Die Veranstaltung soll zugleich die internationale Wahrnehmung des ostdeutschen Wasserstoffstandortes verbessern. Viele Projekte benötigen hohe Investitionen und langfristige Abnahmeverträge. Sichtbarkeit gegenüber Kapitalgebern und Industriepartnern besitzt deshalb wirtschaftliche Bedeutung.

Ostdeutschland kämpft um industrielle Wertschöpfung

Für die ostdeutschen Länder geht es bei Wasserstoff um mehr als Klimaschutz. Die Technologie kann darüber entscheiden, ob energieintensive Betriebe langfristig wettbewerbsfähig bleiben und neue Produktionsstätten entstehen.

Die Region erzeugt bereits große Mengen Strom aus Wind- und Sonnenenergie. Daraus allein entsteht jedoch noch keine dauerhafte industrielle Wertschöpfung. Dafür müssen Erzeugung, Netze, Speicher und Abnehmer gemeinsam entwickelt werden.

Der Kongress in Dresden macht den Anspruch sichtbar, Ostdeutschland als zusammenhängende Wasserstoffregion zu positionieren. Ob daraus neue Arbeitsplätze und Investitionen entstehen, hängt von konkreten Projekten, verlässlichen politischen Rahmenbedingungen und wettbewerbsfähigen Energiepreisen ab.

Quelle: [HYPOS e. V. und Europäische Metropolregion Mitteldeutschland](https://www.hypos-germany.de/events/1-ostdeutscher-wasserstoffkongress/?utm_source=chatgpt.com)