Kürzere Fahrtwege, gerecht verteilte Heimspieltage und weniger organisatorische Arbeit: Ein mathematisches Modell aus Cottbus soll die Spielplanung im brandenburgischen Amateurbasketball deutlich erleichtern.

Dr. Johannes Weiland von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg hat ein Optimierungsmodell entwickelt, das seit Mai 2026 bereits für mehrere Ligen des Brandenburgischen Basketballverbands eingesetzt wird.

Damit wurden Spielpläne für die Saison 2026/2027 erstellt. Grundlage ist ein Verfahren aus der ganzzahligen Optimierung, einem Teilgebiet der mathematischen Optimierung.

Drei Mannschaften treffen sich an einem Spielort

Das Modell richtet sich an Basketballligen mit einer besonderen Struktur. An einem Spieltag kommen jeweils drei Mannschaften an einem gemeinsamen Ort zusammen.

Dort bestreiten die Teams alle drei möglichen Begegnungen untereinander. Diese Form unterscheidet sich von klassischen Spieltagen, an denen nur zwei Mannschaften aufeinandertreffen.

Gerade der Drei-Team-Modus eröffnet die Möglichkeit, die insgesamt zurückgelegten Fahrtstrecken über eine gesamte Saison hinweg gezielt zu reduzieren.

Mehrere Anforderungen müssen gleichzeitig erfüllt werden

Ein guter Spielplan darf nicht ausschließlich auf kurze Fahrtwege ausgerichtet sein.

Das Modell muss gleichzeitig sicherstellen, dass die Heimspieltage möglichst gerecht auf die Mannschaften verteilt werden. Außerdem soll jede Paarung im Laufe der Saison ein Hin- und ein Rückspiel bestreiten.

Der Computer verarbeitet dafür zahlreiche Bedingungen und sucht nach einer Lösung, die kurze Fahrten, eine faire Verteilung und vollständige Begegnungen miteinander verbindet.

Spielpläne wurden bislang größtenteils von Hand erstellt

Nach Angaben der BTU wurden die Spielpläne beim Brandenburgischen Basketballverband bislang überwiegend manuell erstellt.

Das bedeutete einen erheblichen Zeitaufwand für die ehrenamtlich tätigen Verantwortlichen. Änderungen bei Mannschaften, Hallenzeiten oder anderen Rahmenbedingungen konnten die Planung zusätzlich erschweren.

Die Optimierungssoftware soll diese Arbeit vereinfachen und zugleich ermöglichen, verschiedene Kriterien besser gegeneinander abzuwägen.

Zusammenarbeit begann mit einer Anfrage an den Verband

Weiland nahm im vergangenen Jahr Kontakt zum Brandenburgischen Basketballverband auf.

Zahlreiche Basketballligen des Verbandes werden nach genau dem Drei-Team-Turniermodus organisiert, der im Mittelpunkt seiner Forschung steht. Damit bot sich die Möglichkeit, das theoretische Modell unter realen Bedingungen zu testen.

Aus dem ersten Austausch entwickelte sich eine Zusammenarbeit. Im Mai 2026 wurde eine erweiterte Version des Modells erstmals für die Spielplanung mehrerer Ligen genutzt.

Forschung unterstützt ehrenamtliche Vereinsarbeit

Das Projekt zeigt nach Einschätzung der Universität, wie mathematische Grundlagenforschung praktisch eingesetzt werden kann.

Der Nutzen liegt dabei nicht nur bei den Mannschaften, die kürzere Wege zurücklegen. Auch die ehrenamtlich getragenen Strukturen im Basketballverband sollen entlastet werden.

Weiland und der Verband planen, ihre Zusammenarbeit über die Saison 2026/2027 hinaus fortzusetzen.

Forscher spielt selbst Basketball in Cottbus

Für Johannes Weiland hat das Thema auch einen persönlichen Hintergrund.

Er spielt nach Angaben der BTU seit seiner Schulzeit Basketball und ist seit 2019 im Amateurbereich beim BBC White Devils Cottbus aktiv. Seine Mannschaft tritt ebenfalls in einer Liga mit dem untersuchten Drei-Team-System an.

Die Idee für das Forschungsprojekt entstand, nachdem innerhalb des Teams über den hohen Aufwand bei der Erstellung der Spielpläne gesprochen worden war.

Modell könnte langfristig weiterentwickelt werden

Die Zusammenarbeit zwischen Universität und Verband soll nicht mit der kommenden Saison enden.

Künftig könnten zusätzliche Anforderungen in die Berechnungen einfließen. Denkbar sind etwa verfügbare Hallenzeiten, besondere Entfernungen oder weitere organisatorische Vorgaben.

Konkrete Erweiterungen nennt die BTU in ihrer Mitteilung allerdings noch nicht.

Quellen

Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg – „BTU-Forscher optimiert Spielpläne für den Brandenburgischen Basketballverband“, veröffentlicht am 4. August 2026.

Brandenburgischer Basketball-Verband – Angaben zum organisierten Spielbetrieb in den brandenburgischen Basketballligen.

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