Hannover/Chemnitz. Karina Schönmaier hat bei den Deutschen Meisterschaften im Gerätturnen den Titel am Sprung gewonnen. Die 20-Jährige vom TuS Chemnitz-Altendorf setzte sich am Samstag bei den Finals 2026 in Hannover mit einer Durchschnittswertung von 14,063 Punkten deutlich gegen ihre Konkurrentinnen durch.

Eine kleine Korrektur zur ursprünglichen Formulierung ist dabei notwendig: Schönmaier verteidigte nicht den Titel aus dem Vorjahr, sondern holte die deutsche Meisterschaft am Sprung zurück. Bei den Finals 2025 hatte sie in dieser Disziplin Silber gewonnen; Titelverteidigerin 2026 war Jesenia Schäfer.

Zwei schwierige Sprünge bringen den Titel

Schönmaier zeigte im Finale zunächst einen Yurchenko mit Doppelschraube. Als zweiten Versuch präsentierte sie einen Überschlag mit gestrecktem Vorwärtssalto und halber Schraube. Beide Sprünge überzeugten das Kampfgericht und brachten ihr den klaren Gesamtsieg.

Die Chemnitzerin hatte den zweiten Sprung zuletzt neu in ihr Programm aufgenommen. Nach dem Erfolg erklärte sie, dass sie der Titelgewinn stolz mache und sie mit ihrem Auftritt sehr zufrieden sei.

Großer Abstand zur Konkurrenz

Silber ging an Mia Reimann vom TSV Jetzendorf, die auf 13,213 Punkte kam. Damit lag Schönmaier im Durchschnitt 0,850 Punkte vor der Zweitplatzierten. Bronze gewann Madita Mayr, ebenfalls vom TSV Jetzendorf, mit 13,100 Punkten. Für Mayr waren es die ersten Deutschen Meisterschaften.

Der deutliche Abstand unterstrich Schönmaiers derzeitige Sonderstellung am Sprung. Bereits vor dem Finale galt sie als klare Favoritin.

Rückschlag im Mehrkampf schnell verarbeitet

Einen Tag zuvor hatte Schönmaier den Titel im Mehrkampf knapp verpasst. Mit 52,933 Punkten musste sie sich Silja Stöhr geschlagen geben, die mit 53,301 Punkten erstmals Deutsche Mehrkampfmeisterin wurde. Pauline Schäfer-Betz aus Chemnitz gewann Bronze.

Schönmaier hatte nach dem Mehrkampf erklärt, zwar etwas enttäuscht, mit ihrer Gesamtleistung aber dennoch zufrieden zu sein. Im Gerätefinale folgte nun die sportliche Antwort.

Europameisterin bestätigt ihre Stärke

Der Sprung ist Schönmaiers stärkste Disziplin. Bei der Europameisterschaft 2025 in Leipzig hatte sie an diesem Gerät Gold gewonnen. Damals setzte sie sich mit 13,983 Punkten gegen die bulgarische Olympiafinalistin Valentina Georgieva durch.

Auch in der laufenden Saison sammelte sie international weitere Erfolge. Beim Weltcup in Osijek gewann sie Gold, beim Turnier der Meister in Cottbus Silber und beim International Gymnix in Montréal ebenfalls Silber am Sprung.

Chemnitzer Turnerinnen erneut erfolgreich

Der Titel ist zugleich ein weiterer Erfolg für den Turnstandort Chemnitz. Schönmaier trainiert beim TuS Chemnitz-Altendorf und gehört zu den wichtigsten deutschen Turnerinnen auf dem Weg zu den kommenden internationalen Wettkämpfen.

Auch Lea Quaas vom selben Verein gewann bei den Finals eine Medaille. Sie belegte am Stufenbarren mit 13,350 Punkten den dritten Platz hinter Helen Kevric und Silja Stöhr.

Europameisterschaft als nächster Höhepunkt

Der nationale Wettkampf in Hannover dient Schönmaier als wichtiger Formtest für die Europameisterschaft, die vom 13. bis 23. August 2026 in Zagreb stattfinden soll. Nach dem Mehrkampf hatte sie angekündigt, bis dahin noch an kleineren technischen Details arbeiten zu wollen.

Mit den beiden kontrollierten Sprüngen und dem deutlichen Vorsprung sendete die Europameisterin nun ein starkes Signal an die internationale Konkurrenz.

Karina Schönmaier bleibt Deutschlands stärkste Turnerin am Sprung. Nach Silber im Mehrkampf sicherte sich die 20-Jährige mit zwei anspruchsvollen Versuchen souverän den deutschen Meistertitel. Für die Chemnitzerin ist der Erfolg zugleich ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Europameisterschaft in Zagreb.