Ein ungewöhnlicher Fund auf einem leerstehenden Gehöft beschäftigt die Polizei in Brandenburg an der Havel. Bei Aufräumarbeiten im Ortsteil Mahlenzien wurden zunächst verdächtige Gegenstände entdeckt, die sich später als veraltete Zündladungen herausstellten. Noch größere Fragen werfen jedoch mehrere Knochen auf, die ebenfalls auf dem Grundstück gefunden wurden. Nach Einschätzung der Polizei könnte es sich dabei um menschliche Überreste handeln.
Entdeckt wurden die Gegenstände bereits am Samstagmittag bei Aufräumarbeiten in einem Schuppen des Gehöfts. Weil zunächst nicht klar war, worum es sich handelte und ob von dem Fund eine Gefahr ausging, wurde die Polizei hinzugezogen. Spezialisten des Landeskriminalamtes Brandenburg wurden in die Bewertung des verdächtigen Materials einbezogen.
Schließlich stellte sich heraus, dass es sich um ältere Zündladungen handelte. Nach Angaben der Polizei befand sich darin eine vergleichsweise geringe Sprengstoffmenge von insgesamt weniger als 100 Gramm. Dennoch entschieden die Einsatzkräfte, kein Risiko einzugehen.
Zündladungen auf einem Acker kontrolliert gesprengt
Die gefährlichen Gegenstände wurden zunächst in einem speziellen Sicherheitsbehälter vom Grundstück gebracht.
Anschließend transportierten die Einsatzkräfte die Ladungen auf einen Acker. Dort wurden sie kontrolliert gesprengt. Damit konnte die unmittelbare Gefahr durch das explosive Material beseitigt werden.
Nach lokalen Angaben war die Sprengung am Samstagabend in Mahlenzien deutlich wahrnehmbar. Der Einsatz endete dort gegen 19.25 Uhr mit der kontrollierten Beseitigung der Zündladungen.
Für die Ermittler war der Einsatz damit allerdings noch lange nicht beendet.
Schädelknochen und weitere Knochen entdeckt
In einem anderen Bereich des Gehöfts fanden Polizeibeamte einen Schädelknochen sowie weitere Knochen.
Nach dem bisherigen Stand ist noch nicht abschließend geklärt, ob sämtliche Überreste tatsächlich menschlichen Ursprungs sind. Ein Polizeisprecher erklärte jedoch, dass nach derzeitigem Erkenntnisstand vieles dafür spreche.
Die Kriminalpolizei leitete deshalb ein Todesermittlungsverfahren ein.
Damit soll nun unter anderem geklärt werden, von wem die gefundenen Knochen stammen, wie alt sie sind und unter welchen Umständen sie auf das Grundstück gelangten.
Über die Identität einer möglichen verstorbenen Person oder einen möglichen Zusammenhang mit einem Verbrechen liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Entsprechende Schlussfolgerungen wären zum jetzigen Zeitpunkt Spekulation.
Gehöft steht seit Monaten leer
Das betroffene Grundstück befindet sich im Ortsteil Mahlenzien von Brandenburg an der Havel.
Nach Angaben der Polizei steht das Gehöft bereits seit mehreren Monaten leer. Der letzte Bewohner soll im Frühjahr dieses Jahres gestorben sein. Ob dessen Tod in irgendeinem Zusammenhang mit den aufgefundenen Knochen steht, ist bislang nicht bekannt.
Gerade dieser Punkt dürfte Bestandteil der weiteren Ermittlungen sein.
Bei Todesermittlungsverfahren geht es zunächst darum, Identität und Todesumstände einer möglicherweise verstorbenen Person festzustellen. Die Einleitung eines solchen Verfahrens bedeutet nicht automatisch, dass die Polizei von einem Gewaltverbrechen ausgeht.
Zwei Ermittlungsverfahren eingeleitet
Neben dem Todesermittlungsverfahren beschäftigt auch der Fund der Zündladungen weiterhin die Behörden.
Die Polizei leitete zusätzlich ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz ein.
Dabei dürfte unter anderem geklärt werden müssen, woher die Gegenstände stammen, wie lange sie auf dem Gehöft gelagert wurden und wer dafür verantwortlich war.
Warum sich sowohl explosives Material als auch die Knochen auf dem Grundstück befanden, ist derzeit offen.
Der Fall weist damit zwei voneinander zunächst getrennte Ermittlungsstränge auf: einerseits die Herkunft der alten Zündladungen und andererseits die Identifizierung und Untersuchung der gefundenen Knochen.
Untersuchungen der Knochen müssen Klarheit bringen
Entscheidend für die weiteren Ermittlungen werden nun die Untersuchungen der aufgefundenen Überreste sein.
Erst durch eine fachmedizinische beziehungsweise rechtsmedizinische Begutachtung kann zuverlässig geklärt werden, ob die Knochen tatsächlich menschlich sind und welche weiteren Erkenntnisse sich aus ihnen gewinnen lassen.
Bis zu diesen Ergebnissen bleibt auch offen, ob hinter dem Fund lediglich ungewöhnliche historische oder persönliche Umstände stehen oder ob die Ermittler einem bislang unbekannten Todesfall nachgehen müssen.
Für die Bewohner von Mahlenzien bleibt damit nach dem Einsatz vom Samstag vor allem eine Frage ungeklärt: Wie kamen die Knochen auf das seit Monaten leerstehende Gehöft?
Die Kriminalpolizei muss diese Frage nun beantworten.
Quellen
Polizei Brandenburg – Angaben zum Einsatz und zu den eingeleiteten Ermittlungsverfahren
rbb24 – Berichterstattung zum Fund in Mahlenzien, 9. August 2026
Tagesschau / rbb – Sprengstoff und Knochen auf leerstehendem Hof entdeckt, 9. August 2026
Meetingpoint Brandenburg – Berichterstattung zum Polizeieinsatz in Mahlenzien, 9. August 2026