Bernau bei Berlin überrascht mit mittelalterlichen Mauern, historischen Gassen und Architektur von Weltrang. Die Stadt verbindet einen kompakten historischen Stadtkern mit dem UNESCO-Welterbe Bauhaus, das Bernau weit über Brandenburg hinaus zu einem besonderen Reiseziel macht.

Bernau bei Berlin: Sehenswürdigkeiten in der historischen Altstadt

Wer Bernau zum ersten Mal besucht, sollte seine Entdeckungstour am Steintor beginnen. Das spätmittelalterliche Stadttor gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und ist das einzige erhaltene der einst drei Bernauer Stadttore. Gemeinsam mit dem Hungerturm vermittelt es unmittelbar einen Eindruck davon, wie stark die Stadt im Mittelalter befestigt war.

Besonders eindrucksvoll ist die Stadtmauer. Nach Angaben der Stadt Bernau war sie ursprünglich 1.496 Meter lang, bis zu acht Meter hoch und zwischen einem halben und anderthalb Metern stark. Große Abschnitte sind bis heute erhalten, sodass Besucher die Altstadt auf Wegen entlang der historischen Befestigung umrunden können.

Damit besitzt Bernau etwas, das viele Städte im Berliner Umland nur noch in Resten zeigen können: einen historischen Stadtkern, dessen mittelalterliche Struktur noch unmittelbar erlebbar ist.

Steintor, Henkerhaus und St. Marien erzählen Bernaus Geschichte

Im Steintor befindet sich heute ein Teil des Museums Bernau. Die Ausstellung widmet sich unter anderem dem städtischen Handwerk, der Tuchmacherei, der Bierbrauerei und weiteren Bereichen des mittelalterlichen Lebens. In den Sommermonaten ist das Museum regulär für Besucher geöffnet.

Nur wenige Gehminuten entfernt liegt das Henkerhaus. Dort wohnte nachweislich vom 16. bis ins 19. Jahrhundert der Bernauer Scharfrichter. Heute zeigt das Museum die Geschichte von Gerichtsbarkeit und Scharfrichterwesen sowie den Alltag der Bernauer Bevölkerung früherer Jahrhunderte.

Zu den bedeutendsten Sakralbauten der Stadt gehört die St. Marienkirche am Kirchplatz. Zusammen mit Stadtmauer, Steintor, historischen Wohnhäusern und kleinen Gassen bildet sie das mittelalterlich geprägte Zentrum, das sich gut zu Fuß erkunden lässt.

UNESCO-Bauhaus macht Bernau international bedeutend

Nur wenige Städte dieser Größe können neben mittelalterlicher Stadtgeschichte zugleich ein UNESCO-Welterbe der Moderne vorweisen. Die ehemalige Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes wurde von den Bauhaus-Architekten Hannes Meyer und Hans Wittwer entworfen und gehört seit 2017 zum UNESCO-Welterbe „Das Bauhaus und seine Stätten in Weimar, Dessau und Bernau“.

Der Komplex entstand ab Ende der 1920er-Jahre und gilt als eines der bedeutenden Beispiele funktionalistischer Bauhaus-Architektur. Gebäude, Landschaft und Nutzung wurden als zusammenhängendes Konzept geplant; an der Umsetzung waren verschiedene Bauhaus-Werkstätten beteiligt.

Direkt am Welterbe informiert das Besucherzentrum Bernau über Geschichte, Architektur und Bedeutung der Anlage. Führungen durch das Bauhaus-Ensemble werden regelmäßig angeboten, sodass sich der Besuch des historischen Stadtkerns problemlos mit einem zweiten architektonischen Schwerpunkt verbinden lässt.

Bernau ist auch Ausgangspunkt für Natur und Radtouren

Bernau liegt unmittelbar vor den Toren Berlins und zugleich am Übergang zum Naturpark Barnim und zum Regionalpark Barnimer Feldmark. Wald, Seen, Felder und Radwege beginnen damit praktisch vor der Stadtgrenze.

Auch für Radreisende ist Bernau interessant. Die Stadt liegt am Fernradweg Berlin–Usedom und ist über den Panke-Radweg mit dem Berliner Raum verbunden. Das touristische Angebot umfasst zusätzlich ausgeschilderte Rad- und Wandertouren durch den Barnim.

Wer mehr als einen Tag bleibt, kann den Stadtbesuch deshalb mit Touren durch die Barnimer Landschaft verbinden. Bernau eignet sich damit nicht nur für klassische Städtereisende, sondern ebenso als Ausgangspunkt für einen Kurzurlaub zwischen Berlin und Brandenburg.

Warum sich ein Ausflug nach Bernau bei Berlin lohnt

Die große Stärke Bernaus liegt in den Gegensätzen. Am Vormittag können Besucher entlang einer mittelalterlichen Stadtmauer spazieren, durch das Steintor gehen und die St. Marienkirche besichtigen. Wenig später lässt sich am Bauhaus-Welterbe eine völlig andere Epoche deutscher Architekturgeschichte entdecken.

Hinzu kommt die gute Erreichbarkeit aus Berlin. Die S-Bahn-Linie S2 verbindet Bernau direkt mit der Hauptstadt; auch Regionalzüge halten am Bernauer Bahnhof. Die offizielle Touristinformation nennt für einzelne Regionalverbindungen vom Berliner Hauptbahnhof Fahrzeiten von etwa 20 Minuten.

Bernau ist deshalb besonders für Gäste interessant, die einen Tagesausflug von Berlin planen, Brandenburg abseits der klassischen Reiseziele kennenlernen möchten oder Geschichte, Architektur und Natur miteinander verbinden wollen. Dass die Stadt touristisch längst mehr als ein Geheimtipp ist, zeigen auch die veröffentlichten Zahlen: Für 2024 weist die Touristinformation rund 2,4 Millionen Tagesreisen und etwa 160.000 Übernachtungen aus.

Quelle: Stadt Bernau bei Berlin; Tourist-Information Bernau; BeSt Bernauer Stadtmarketing GmbH; Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH