Nach Darstellung des Landesfeuerwehrverbandes reichen die verfügbaren Einsatzfahrzeuge derzeit nicht aus, um Berufsfeuerwehr und Freiwillige Feuerwehren zuverlässig auszustatten. Fahrzeuge würden deshalb innerhalb der Berliner Feuerwehr verlagert, wodurch sich die Engpässe lediglich von einer Wache zur nächsten verschöben.
Der Verband spricht von einer dramatischen Verschlechterung der Fahrzeugverfügbarkeit. Reservefahrzeuge stünden praktisch nicht mehr zur Verfügung. Um Ausfälle bei der Berufsfeuerwehr auszugleichen, hätten bereits mehrere Freiwillige Feuerwehren ihre Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge abgeben müssen.
Einzelne freiwillige Wehren verfügten nach Angaben des Verbandes inzwischen über kein entsprechendes Einsatzfahrzeug mehr und könnten daher nicht mehr wie gewohnt zu Einsätzen ausrücken.
Nicht einmal 98 Fahrzeuge jederzeit verfügbar
Laut dem in der Mitteilung genannten Jahresbericht 2025 besitzt die Berliner Feuerwehr insgesamt 192 Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge. Dennoch gelinge es derzeit nicht, mindestens 98 dieser Fahrzeuge einsatzbereit auf den 36 Berufsfeuerwehrwachen und bei den 59 Freiwilligen Feuerwehren zu stationieren.
Für diese Grundausstattung wären rechnerisch lediglich rund 52 Prozent des gesamten Fahrzeugbestandes erforderlich. Der Verband sieht darin ein deutliches Zeichen für strukturelle Probleme bei Wartung, Reparatur, Unterhaltung und Bereitstellung der Fahrzeuge.
Die Lösch- und Hilfeleistungsfahrzeuge werden nicht nur bei Bränden und Verkehrsunfällen eingesetzt. Sie übernehmen auch technische Hilfeleistungen und unterstützen bei medizinischen Notfällen, wenn kein Rettungswagen rechtzeitig verfügbar ist.
Freiwillige Feuerwehren entlasten Berufsfeuerwehr
Nach Angaben des Landesfeuerwehrverbandes rücken die Freiwilligen Feuerwehren in ihren Einsatzbereichen durchschnittlich innerhalb von vier Minuten aus. Sie besetzen zudem verwaiste Berufsfeuerwehrwachen, unterstützen bei größeren Bränden und helfen dem Rettungsdienst bei lebensbedrohlichen Notfällen.
Besonders während der Ferienzeit, bei Großveranstaltungen und bei extremen Wetterlagen seien die ehrenamtlichen Einsatzkräfte unverzichtbar. Der Verband verweist darauf, dass Freiwillige Feuerwehren sowohl beim Anschlag auf dem Breitscheidplatz als auch beim Christopher Street Day als erste Einheiten vor Ort gewesen seien.
Auch mit Blick auf bevorstehende Veranstaltungen wie „Rave the Planet“ stellt der Verband infrage, ob das bisherige Sicherheitsniveau unter den aktuellen Bedingungen aufrechterhalten werden könne.
Verband fordert neues Fuhrparkmanagement
Der Landesfeuerwehrverband verlangt eine grundlegende Überprüfung der organisatorischen Strukturen und Prozesse innerhalb der Berliner Feuerwehr. Neben langfristigen Ersatzbeschaffungen brauche es ein abgestimmtes Konzept für Wartung, Reparatur und Fahrzeugreserven.
Die derzeitige Verlagerung von Fahrzeugen zwischen Berufsfeuerwehr und freiwilligen Wehren sei keine nachhaltige Lösung. Besonders problematisch werde die Situation, wenn Fahrzeuge zwar an Berufsfeuerwehrwachen stünden, dort wegen Personalmangels jedoch nicht ausreichend besetzt werden könnten.
„Die Freiwilligen Feuerwehren sind kein Lückenbüßer für strukturelle Defizite, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil der Berliner Gefahrenabwehr“, erklärt der Verband. Jede weitere Schwächung der freiwilligen Wehren beeinträchtige letztlich die Sicherheit der gesamten Stadt.
Quellen
Landesfeuerwehrverband Berlin e. V.: „Berlins Sicherheit fährt gegen die Wand“, Pressemitteilung vom 4. August 2026.