Die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt vergibt 80 Recherchestipendien für Bildende Kunst. Die ausgewählten Künstler, Künstlergruppen, Kuratoren und kuratorischen Gruppen erhalten jeweils 8.000 Euro. Gefördert werden Vorhaben zur künstlerischen und kuratorischen Weiterentwicklung im Bereich der zeitgenössischen Bildenden Kunst.
Mehr als 1.100 Bewerbungen eingegangen
Für das Förderjahr 2026 lagen der Jury insgesamt 1.132 Anträge vor. Davon wurden 577 Bewerbungen nach der fachlichen Prüfung für das anschließende Losverfahren nominiert.
Die Zahl zeigt, wie groß der Bedarf an Arbeits- und Rechercheförderung in der Berliner Kunstszene ist. Rechnerisch erhielt nur etwa jeder vierzehnte Bewerber eines der ausgeschriebenen Stipendien.
Die Gutachter bewerteten zunächst die fachliche Qualität der Anträge. Unter den als förderwürdig eingestuften Bewerbungen wurden die Stipendien anschließend verlost.
68 Stipendien gehen an Künstler und Künstlergruppen
Nach Abschluss des Auswahlverfahrens wurden 68 Stipendien an einzelne Künstler sowie künstlerische Gruppen vergeben.
Zu den Geförderten gehören Kunstschaffende aus unterschiedlichen Bereichen der zeitgenössischen Bildenden Kunst. Die vollständige Liste umfasst unter anderem Sophia Abderrazak, Dorothee Albrecht, Kamilla Bischof, Caroline Böttcher, Yuval Carasso, Moritz Frei, Katrin Glanz, Onur Gökmen, Silke Koch, Thomas Locher, Paul Niedermayer und Lisa Simpson.
Auch mehrere künstlerische Zusammenschlüsse wurden berücksichtigt, darunter „The New Liquidity“ und „titre provisoire“.
Zwölf Stipendien für kuratorische Arbeit
Weitere zwölf Stipendien gehen an Kuratoren und kuratorische Gruppen.
Zu den Geförderten zählen unter anderem Nina Backman, Dr. Almut Hüfler, Bettina Klein, Johanna Markert, Kristina Miller, Julian Rieken, Dr. Kathy-Ann Tan und Christof Zwiener.
Ebenfalls ausgewählt wurde das Büro für kuratorische Forschung von Julia Heunemann und Ulrike Riebel.
Insgesamt 640.000 Euro Fördervolumen
Bei 80 Stipendien zu jeweils 8.000 Euro umfasst das Programm ein Gesamtvolumen von 640.000 Euro.
Das Geld soll den Geförderten ermöglichen, neue künstlerische Ansätze zu erforschen, Projekte vorzubereiten, Materialien und Themen zu untersuchen oder kuratorische Konzepte weiterzuentwickeln. Eine unmittelbare Ausstellung oder fertige Produktion steht bei einem Recherchestipendium nicht zwingend im Mittelpunkt.
Gerade freischaffende Künstler sind häufig auf solche Förderungen angewiesen, weil Recherche-, Konzeptions- und Entwicklungsphasen meist keine direkten Einnahmen bringen.
Losverfahren nach fachlicher Vorauswahl
Das Verfahren verbindet eine fachliche Prüfung mit einer anschließenden Auslosung. Dadurch sollen zunächst nur Anträge berücksichtigt werden, die von den Gutachtern als förderwürdig bewertet wurden.
Dass von 577 nominierten Bewerbungen lediglich 80 zum Zuge kamen, zeigt zugleich, dass zahlreiche fachlich geeignete Vorhaben ungefördert bleiben.
Die Berliner Kulturverwaltung veröffentlicht zusätzlich eine Checkliste zur fachlichen Prüfung von Anträgen. Ansprechpartnerin für das Förderprogramm ist Miriam Szymanski.
Quelle
- Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt: „Recherchestipendien Bildende Kunst 2026 vergeben“, Pressemitteilung vom 31. Juli 2026.