Die Wasserlage rund um Beeskow bleibt angespannt. Zwar reagierte der Pegel der Spree zeitweise auf Regenfälle und zusätzliche Abgaben aus der Talsperre Spremberg. Kleinere Zuflüsse profitieren davon jedoch kaum. Die Oelse, die bei Beeskow in die Spree mündet, ist vollständig trockengefallen.
Die Situation zeigt, dass einzelne Regenereignisse ein längerfristiges Wasserdefizit nicht automatisch ausgleichen. Besonders kleine Flüsse, Gräben und Nebengewässer reagieren empfindlich, wenn Niederschläge über längere Zeit fehlen und die Grundwasserstände niedrig bleiben.
Spreepegel bleibt deutlich unter der Alarmmarke
Das Pegelportal des Landes Brandenburg verzeichnete für die Spreeschleuse Beeskow Ende Juli einen Wasserstand von rund 204 Zentimetern und einen Abfluss von etwa 4,43 Kubikmetern pro Sekunde. Die Werte sind Rohdaten und können nach Angaben des Landes noch korrigiert werden.
Der Pegel lag damit deutlich unter der dort ausgewiesenen ersten Hochwasseralarmstufe von 340 Zentimetern. Für die aktuelle Debatte ist allerdings nicht Hochwasser, sondern die geringe verfügbare Wassermenge entscheidend.
Oelse vollständig trockengefallen
Besonders drastisch ist die Lage an der Oelse. Fotografien und Beobachtungen vor Ort zeigen ein ausgetrocknetes Flussbett. Das kleine Gewässer mündet bei Beeskow in die Spree, erhält derzeit aber offenbar nicht genügend Wasser aus seinem Einzugsgebiet.
Kleinere Zuflüsse können bereits trockenfallen, obwohl im Hauptfluss noch Wasser steht. Ursachen sind unter anderem geringe Niederschläge, hohe Verdunstung, niedrige Grundwasserstände und Wasserverluste in Böden und Vegetation.
Regen reicht nicht bis in die Gewässer
Nach längerer Trockenheit nehmen zunächst ausgetrocknete Böden einen großen Teil des Niederschlags auf. Auch Pflanzen und die sommerliche Verdunstung verringern die Wassermenge, die tatsächlich in Bäche und Flüsse gelangt.
Eine ältere Untersuchung des Landes weist darauf hin, dass kleinere Nebengewässer und Feuchtstandorte im Spreegebiet während ausgeprägter Niedrigwasserphasen teilweise trockenfallen können. Die Untere Spree wird zudem stark durch Wehre, Stauregulierung und die Wasserverteilung im gesamten Einzugsgebiet beeinflusst.
Folgen für Tiere, Pflanzen und Landwirtschaft
Trockengefallene Zuflüsse sind nicht nur ein sichtbares Zeichen des Wassermangels. Sie verändern Lebensräume für Fische, Amphibien, Insekten und Wasserpflanzen.
Auch Landwirtschaft, Gärten und Forstwirtschaft sind betroffen, wenn Böden dauerhaft austrocknen und Grundwasserstände sinken. Einschränkungen bei der Entnahme aus Flüssen und Bächen können deshalb notwendig werden, um die verbliebenen Wassermengen zu schützen.
Beeskow ist vom gesamten Spreegebiet abhängig
Die Wasserlage in Beeskow lässt sich nicht allein vor Ort lösen. Der Zufluss hängt auch von der Talsperre Spremberg, dem Spreewald, den Niederschlägen in Sachsen und Brandenburg sowie der Bewirtschaftung der zahlreichen Wehre und Kanäle ab.
Die Messdaten Ende Juli zeigten entlang der Spree vielerorts niedrige Abflüsse. Am Pegel Beeskow bewegte sich der Wasserstand über mehrere Tage nur zwischen 204 und 209 Zentimetern.
Dauerhafte Anpassung wird wichtiger
Kurzfristige Regenfälle können die Lage vorübergehend entspannen. Eine nachhaltige Erholung braucht jedoch länger anhaltende Niederschläge und eine Wiederauffüllung der Böden und Grundwasserspeicher.
Für die Region stellt sich deshalb zunehmend die Frage, wie Wasser länger in der Landschaft gehalten werden kann. Dazu gehören angepasste Stauregelungen, die Wiedervernässung geeigneter Flächen, ein sparsamer Umgang mit Wasser und ein besserer Schutz kleiner Gewässer.
Quellen
- Landesamt für Umwelt Brandenburg: Pegeldaten für die Spree und die Spreeschleuse Beeskow.
- Landesumweltamt Brandenburg: Untersuchung des Spreegebiets und seiner Niedrigwasserprobleme.