Ein gewöhnlicher Supermarkt kann für manche Menschen eine erhebliche Belastung sein: Musik aus Lautsprechern, Kassensignale, Durchsagen, Stimmen und grelle Beleuchtung wirken gleichzeitig. Arnstadt versucht deshalb seit dieser Woche einen neuen Weg. Jeden Dienstag wird in einem Markt in der Ichtershäuser Straße von 16 bis 17 Uhr eine sogenannte „Stille Stunde“ angeboten.

Geräuschkulisse wird deutlich reduziert

Während dieser Zeit wird die Hintergrundmusik vollständig abgeschaltet. Kassengeräusche sollen soweit möglich vermindert und die Beleuchtung leicht gedimmt werden.

Das Angebot richtet sich insbesondere an Menschen, die empfindlich auf starke Sinnesreize reagieren.

Davon können beispielsweise Personen profitieren, für die ein gewöhnlicher Einkauf durch die Vielzahl gleichzeitig auftretender Eindrücke besonders anstrengend ist.

Initiative kommt aus der Stadtgesellschaft

Angestoßen wurde das Projekt durch die Arbeitsgruppe „Barrierefreie Stadt Arnstadt“.

Als erster Partner beteiligt sich ein Supermarkt in der Ichtershäuser Straße. Das neue Angebot startete am Dienstag, 4. August, und soll nun wöchentlich stattfinden.

Barrierefreiheit ist mehr als Rampe und Aufzug

Barrierefreiheit wird im öffentlichen Raum häufig vor allem mit Rollstuhlrampen, Aufzügen oder abgesenkten Bordsteinen verbunden.

Die „Stille Stunde“ zeigt eine andere Seite des Themas: Auch Licht, Lärm und akustische Signale können darüber entscheiden, ob Menschen ein Angebot problemlos nutzen können.

Erfolg entscheidet über mögliche Nachahmer

Je stärker die neue Einkaufszeit angenommen wird, desto interessanter dürfte das Modell auch für weitere Händler werden.

Für Arnstadt ist das Projekt zunächst ein kleiner Schritt. Es verändert jedoch einen alltäglichen Vorgang für Menschen, die bislang bei einem Supermarktbesuch regelmäßig mit einer erheblichen Reizbelastung umgehen mussten.

Quellen

Stadt Arnstadt – „Neu in Arnstadt: Stille Stunde im Supermarkt“, veröffentlicht am 28. Juli 2026.

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