Die Lausitz will ihre Rolle als Industrie- und Energieregion weiter ausbauen und arbeitet dafür künftig enger mit drei weiteren deutschen Net-Zero-Valley-Initiativen zusammen. Auf der Immobilienmesse EXPO REAL in München haben Vertreter aus der Lausitz, dem Rheinischen Revier, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

Unter dem Motto „From Valley to Value – Four Valleys. One ambition.“ wollen die vier Regionen ihre Kräfte bündeln, Investitionen in klimaneutrale Technologien gezielter anziehen und neue industrielle Wertschöpfungsketten aufbauen.

Gemeinsamer Auftritt gegenüber Bund und EU

Ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf einem engeren Austausch bei der Standortentwicklung.

Zugleich wollen die beteiligten Regionen gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen werben. Dazu gehören vor allem schnellere Genehmigungsverfahren, weniger Bürokratie und verlässlichere Bedingungen für Unternehmen, die in neue klimaneutrale Technologien investieren wollen.

Die vier Net-Zero-Valleys wollen ihre Interessen gegenüber Bund, Ländern und Europäischer Union künftig stärker gemeinsam vertreten.

Lausitz will als „First Valley“ vorangehen

Cottbus’ Oberbürgermeister Tobias Schick sieht in der Vereinbarung eine Chance, die deutschen Net-Zero-Valleys politisch stärker zu positionieren.

Die Lausitz wolle als „First Valley“ vorangehen. Entscheidend sei, gemeinsam mit Bund und Ländern Bürokratie abzubauen und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen.

Damit soll die Region für neue industrielle Investitionen attraktiver werden.

Strukturwandel soll konkrete Arbeitsplätze schaffen

Auch Görlitz’ Landrat Dr. Stephan Meyer verbindet mit der Kooperation klare wirtschaftliche Erwartungen.

Aus seiner Sicht können Net-Zero-Valleys industrielle Transformation, Innovation und regionale Wertschöpfung miteinander verbinden. Entscheidend sei nun, dass aus politischen Ausweisungen tatsächlich konkrete Investitionen, neue Wertschöpfungsketten und Arbeitsplätze entstehen.

Für die Lausitz bietet die Zusammenarbeit damit die Möglichkeit, sich stärker als moderner Industrie- und Energiestandort in Deutschland und Europa zu positionieren.

Vier Regionen mit ähnlichen Zielen

Neben der Lausitz beteiligen sich das Rheinische Revier, Nordwestniedersachsen und Schleswig-Holstein an der neuen Kooperation.

Die Regionen stehen vor ähnlichen Herausforderungen: bestehende Industriestrukturen müssen modernisiert, neue Technologien angesiedelt und gleichzeitig Energieversorgung, Infrastruktur und Genehmigungsprozesse angepasst werden.

Durch den gemeinsamen Austausch sollen Erfahrungen schneller geteilt und Investoren besser begleitet werden.

Wettbewerb um neue Industrie verschärft sich

Die Vereinbarung zeigt zugleich, wie stark der Wettbewerb um neue Industrieprojekte geworden ist.

Standorte konkurrieren zunehmend um Unternehmen aus Bereichen wie Wasserstoff, klimaneutraler Chemie, Batterietechnik, erneuerbaren Energien und anderen Zukunftstechnologien.

Für die Lausitz ist die Frage besonders wichtig, weil die Region mitten im Strukturwandel nach dem schrittweisen Ausstieg aus der Braunkohle steht.

Die neue Allianz soll dabei helfen, aus diesem Wandel nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Chancen zu entwickeln.