Pflege lernt man nicht allein aus Büchern. In den Sana Kliniken Niederlausitz übernehmen Auszubildende deshalb schon früh Aufgaben im realen Stationsalltag. Ein neuer Ausbildungsbereich in der Orthopädie und Unfallchirurgie soll ihnen Sicherheit geben, praktische Fertigkeiten vermitteln und den Nachwuchs langfristig für den Pflegeberuf gewinnen.
Lernen mitten im Stationsalltag
Der Ausbildungsbereich befindet sich direkt auf der Station für Orthopädie und Unfallchirurgie im Krankenhaus Senftenberg. Dort arbeiten angehende Pflegefachkräfte und Pflegehelfende aus unterschiedlichen Ausbildungsjahren.
Sie versorgen Patienten, unterstützen bei der Organisation der Station und vertiefen ihr theoretisches Wissen unmittelbar in der Praxis. Erfahrene Praxisanleitende begleiten sie dabei eng, erklären Abläufe, geben Rückmeldungen und greifen ein, wenn Unterstützung erforderlich ist.
Nach Angaben der Klinik sollen die Auszubildenden lernen, Verantwortung zu übernehmen, ohne mit schwierigen Situationen allein gelassen zu werden.
Breites Spektrum an Verletzungen und Behandlungen
Die Orthopädie und Unfallchirurgie bietet ein vielseitiges Lernumfeld. Behandelt werden dort unter anderem Menschen nach Unfällen, Patienten mit künstlichen Gelenken sowie Kinder mit Verletzungen.
Zum medizinischen Spektrum gehören beispielsweise:
- Knochenbrüche,
- Prellungen und Quetschungen,
- Schnittverletzungen,
- Gelenkimplantationen,
- schwere Mehrfachverletzungen,
- Wundversorgung und Verbandswechsel,
- OP-Vorbereitung,
- Blutentnahmen und Injektionen.
Praxisanleiterin Ramona Leisner-Krull begleitet seit 15 Jahren Pflegeauszubildende. Sie betont, dass jede Station eigene Krankheitsbilder, Untersuchungen und Therapien vermittle. Der neue Ausbildungsbereich ermögliche jedoch eine besonders intensive Anleitung.
Verbandswechsel unter fachlicher Begleitung
Wie die praktische Ausbildung funktioniert, zeigt das Beispiel von Tabea Hirsch. Die 20-Jährige befindet sich im dritten Ausbildungsjahr und bereitet sich auf ihre Abschlussprüfung vor.
Bei einer Patientin mit gebrochenem Bein und einem stabilisierenden Fixateur übernimmt sie einen Verbandswechsel. Dabei muss sie auf Hygiene, eine behutsame Versorgung und den Kontakt zur Patientin achten.
Praxisanleiterin Ramona Leisner-Krull beobachtet den Ablauf, gibt Hinweise und bespricht die Versorgung anschließend mit der Auszubildenden.
„Erfahrene Praxisanleitende begleiten die Schüler auf Schritt und Tritt, erklären und haken nach, korrigieren und loben, fordern und fördern.“
Der Ausbildungsbereich verbindet damit praktische Verantwortung mit einer ständigen fachlichen Absicherung.
Eigener Raum für Lernen und Austausch
Zusätzlich zum Stationsalltag steht den Auszubildenden ein eigener Lernraum zur Verfügung. Dort finden sie Übersichten zu den Aufgaben im Früh-, Spät- und Nachtdienst sowie Informationen zu häufigen Krankheitsbildern.
Der Raum wird genutzt, um:
- Pflegedokumentationen zu erstellen,
- medizinische Geräte kennenzulernen,
- Abläufe gemeinsam auszuwerten,
- theoretisches Wissen zu wiederholen,
- Fragen mit Praxisanleitenden zu besprechen,
- Erfahrungen untereinander auszutauschen.
Für die 19-jährige Natyra Zejna ist der Ausbildungsbereich der erste praktische Einsatz ihrer Ausbildung zur Pflegefachfrau. Sie konnte nach eigenen Angaben bereits bei der Körperpflege helfen, Essen anreichen, Vitalzeichen messen, dokumentieren und bei einem Verbandswechsel unterstützen.
Kein einheitliches Modell für alle Stationen
Der neue Bereich in der Orthopädie und Unfallchirurgie ist nach der integrierten Ausbildungsstation in der Kardiologie und Rhythmologie das zweite Angebot dieser Art im Krankenhaus Senftenberg.
Die erste Station wurde im Oktober 2024 eröffnet. Beide Bereiche verfolgen das Ziel, Nachwuchskräfte intensiver im Klinikalltag zu begleiten. Ihre konkrete Ausgestaltung unterscheidet sich jedoch.
Pflegedirektorin Saskia Bünger erklärt, dass die Anforderungen in der Kardiologie andere seien als in der Unfallchirurgie. Deshalb könne das Konzept nicht unverändert von einer Station auf eine andere übertragen werden.
„Unser Beruf ist so facettenreich, dass wir das gar nicht als Blaupause machen können.“
Die Ausbildungsbereiche sollen stattdessen an die jeweiligen Fachgebiete, Patienten und typischen Aufgaben angepasst werden.
Auszubildende als künftige Kollegen
Die Sana Kliniken Niederlausitz setzen nach eigenen Angaben auf Kommunikation auf Augenhöhe, individuelles Lernen und eine schrittweise Übernahme von Verantwortung.
Bünger betont, dass sich auch die Erwartungen junger Menschen verändert hätten. Nachwuchskräfte wollten Zusammenhänge verstehen, Fragen stellen und möglichst viel lernen.
„Unsere Auszubildenden von heute sind unsere Kollegen von morgen.“
Mit den Ausbildungsstationen will die Klinik deshalb nicht nur praktische Fertigkeiten vermitteln, sondern auch die Bindung an das Krankenhaus und die Region stärken.
Weitere Ausbildungsbereiche geplant
Perspektivisch sollen weitere Ausbildungsinseln in verschiedenen Fachbereichen entstehen. Dort sollen Lernende ebenfalls intensiv begleitet werden und theoretisches Wissen gezielt in der Praxis anwenden können.
Zu den weiteren Ausbildungsprojekten gehört die interprofessionelle Ausbildungsstation IPSTA. In diesem zweiwöchigen Projekt organisieren Pflegeschüler, Studierende der Therapiewissenschaft und angehende Ärzte gemeinsam den Stationsalltag. Erfahrene Fachkräfte bleiben im Hintergrund und greifen bei Bedarf ein.
Für das Jahr 2027 ist außerdem ein dreiwöchiges Projekt unter dem Titel „Schüler leiten eine Station“ geplant.
Ausbildungsstart im Oktober 2026
Die Sana Kliniken Niederlausitz bilden gemeinsam mit der Sana Campusschule Niederlausitz Pflegefachkräfte und Pflegehelfende aus.
Der nächste Ausbildungsjahrgang beginnt am 1. Oktober 2026. Interessierte können sich direkt bei der Klinik informieren und bewerben.
Die wichtigsten Angaben
- Standort: Krankenhaus Senftenberg
- Bereich: Orthopädie und Unfallchirurgie
- Zielgruppe: Pflegefachkräfte und Pflegehelfende in Ausbildung
- Begleitung: erfahrene Praxisanleitende
- Weitere Ausbildungsstation: Kardiologie und Rhythmologie
- Nächster Ausbildungsstart: 1. Oktober 2026
- Kontakt: skn.pflegedirektorat@sana.de
- Telefon: 03573 75 1153
Quellen und Datenbasis
- Sana Kliniken Niederlausitz: Pressemitteilung „Wo Pflege mit Zukunft beginnt“.
- Angaben von Auszubildenden, Praxisanleitung und Pflegedirektion der Sana Kliniken Niederlausitz.