Der eingerüstete Turm der Sankt-Jacobi-Kirche zeigt es bereits von Weitem: Die umfangreiche Sanierung des historischen Bauwerks wird fortgesetzt. Nach dem Abschluss des ersten Bauabschnitts haben die Arbeiten am oberen Bereich des Kirchturms begonnen.
Glockeneinweihung beendete ersten Bauabschnitt
Mit der Einweihung der Glocken am 21. Juni wurde der erste Abschnitt des langfristigen Bauprojektes abgeschlossen. Inzwischen läuft bereits der zweite Bauabschnitt.
Pfarrerin Verena Mittermaier sowie Gerhard Gundske und Klaus-Dieter Graf von der verantwortlichen Baugruppe zeigen sich mit dem bisherigen Verlauf zufrieden. Auch die Unterstützung aus der Perleberger Bevölkerung werde positiv wahrgenommen.
„Mit dem zweiten Bauabschnitt wurde bereits begonnen. Jetzt geht es um die Sanierung des Kirchturmes.“
Nach Abschluss der Arbeiten am Turm soll in einem dritten Bauabschnitt eine neue Treppe entstehen.
Frost hat Schäden an der Fassade verursacht
Im Mittelpunkt des laufenden Bauabschnitts steht die Ertüchtigung der Fassade im oberen Bereich des Kirchturms. Dabei sollen beschädigte Stellen ausgebessert und mögliche Gefahrenquellen beseitigt werden.
Nach Angaben der Kirchengemeinde hat insbesondere Frost Schäden verursacht. Auch die Giebel müssen stabilisiert und saniert werden. Sie hätten sich teilweise um acht beziehungsweise zwölf Zentimeter nach außen geneigt.
Vor Beginn der eigentlichen Fassadenarbeiten muss die Oberfläche gründlich gereinigt werden. Entfernt werden sollen:
- Flechten,
- Moose,
- Vogelkot,
- Bewuchs,
- Ausblühungen am Mauerwerk.
Zunächst ist ein Probefeld vorgesehen. Daran soll erprobt werden, wie die historische Fassade möglichst schonend gereinigt und anschließend bearbeitet werden kann.
Neue Formziegel werden hergestellt
Für das Schmuckband und die sogenannten Lazarettfenster müssen besondere Formziegel neu angefertigt werden. Beschädigte Klosterziegel werden ebenfalls ausgetauscht.
Dabei kommen historische Steine aus Rathenow zum Einsatz. Diese waren nach Bauarbeiten an der dortigen Sankt-Marien-Andreas-Kirche übriggeblieben und sollen nun für die Sanierung in Perleberg verwendet werden.
Auch bei Putz und Fugen müssen die Handwerker auf die historische Bausubstanz Rücksicht nehmen. Dafür werden besondere Kalkmischungen hergestellt.
Zum zweiten Bauabschnitt gehören außerdem:
- Zimmermannsarbeiten,
- weitere Holzarbeiten,
- Dachdeckerarbeiten,
- Klempnerarbeiten,
- Reinigung und Neuverfugung der Fassade,
- Austausch geschädigter Ziegel.
Arbeiten sollen bis Ende November abgeschlossen sein
Die laufenden Baumaßnahmen sollen spätestens am 30. November 2026 beendet sein. Danach rechnen die Verantwortlichen mit winterlichen Bedingungen, die eine Fortsetzung der Außenarbeiten erschweren könnten.
„Die Bauarbeiten müssen dann fertig sein, denn wir müssen ab dann mit einem Wintereinbruch rechnen.“
Ob unmittelbar danach der dritte Bauabschnitt beginnen kann, ist noch offen. Die Finanzierung der neuen Treppenanlage ist bislang nicht vollständig gesichert.
Neue Holztreppe mit 186 Stufen geplant
Der Kirchturm soll künftig eine neue Holztreppe erhalten. Insgesamt 186 Stufen führen bis in den oberen Bereich des Turms.
Dass erneut Holz verwendet wird, ist nach Angaben der Baugruppe eine Vorgabe der Denkmalbehörde. Nach dem Einbau soll der Glockenturm wieder zugänglich sein.
Bis dahin hängt die Umsetzung von weiteren Fördermitteln und Spenden ab. Die Verantwortlichen können noch nicht sagen, wann der dritte Bauabschnitt beginnen wird.
Kirchengemeinde bittet weiter um Unterstützung
Die Kirchengemeinde betont, dass ein Projekt dieser Größe nur durch die Zusammenarbeit vieler Beteiligter umgesetzt werden könne.
„So ein Projekt erledigt sich nicht im Alleingang.“
Pfarrerin Verena Mittermaier, Gerhard Gundske und Klaus-Dieter Graf verweisen auf die große Anerkennung und Unterstützung, die ihnen aus der Stadt entgegengebracht werde. Diese Resonanz motiviere das Team, die nächsten Schritte weiterzuplanen.
Spendenkonto für das Kirchturmprojekt
Wer die Sanierung unterstützen möchte, kann unter folgenden Angaben spenden:
- Empfänger: Kirchenkreisverband Prignitz-Havelland-Ruppin
- IBAN: DE36 1605 0101 1311 0001 07
- Verwendungszweck: Kirchturmprojekt Perleberg
Die wichtigsten Angaben
- Kirche: Sankt Jacobi in Perleberg
- Erster Bauabschnitt: mit Glockeneinweihung am 21. Juni abgeschlossen
- Aktueller Bauabschnitt: Sanierung des oberen Kirchturms
- Geplantes Ende: 30. November 2026
- Dritter Bauabschnitt: neue Holztreppe mit 186 Stufen
- Finanzierung: noch nicht vollständig gesichert
- Unterstützung: Spenden weiterhin möglich
Quellen und Datenbasis
- Stadt Perleberg, Pressemitteilung Nr. 275 vom 29. Juli 2026 zur Fortsetzung der Sanierung des Kirchturms von Sankt Jacobi.