Brandenburg steht trotz alternder Bevölkerung und drohender Einwohnerverluste vergleichsweise gut für die Zukunft da. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie „Demografische Lage der Nation“.
Untersucht wurden alle 400 Kreise und kreisfreien Städte Deutschlands. Bewertet wurden unter anderem Demografie, Wirtschaft, Bildung und soziale Bedingungen.
Brandenburg erreicht in der Gesamtbewertung bundesweit Platz fünf und liegt damit vor Berlin.
Brandenburg verbessert sich deutlich
Besonders auffällig ist die Entwicklung seit der vorherigen Untersuchung aus dem Jahr 2019.
Brandenburg hat sich stärker verbessert als jedes andere Bundesland. In der Gesamtbewertung erreicht das Land die Note 3,21. Berlin kommt auf 3,38 und landet auf Rang sieben.
Wirtschaftlich liegen beide Länder relativ dicht beieinander.
Bei sozialen Faktoren schneidet Brandenburg besonders gut ab. Dazu tragen unter anderem vergleichsweise geringe Kinderarmut und ein hohes Angebot an Erholungsflächen bei.
Große Unterschiede innerhalb des Landes
Die positive Gesamtbewertung kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Brandenburg regional sehr unterschiedlich entwickelt.
Bis 2045 dürfte die Einwohnerzahl des Landes gegenüber 2024 insgesamt leicht sinken.
Während Regionen im Berliner Umland weiter wachsen, verlieren vor allem periphere Landkreise deutlich Einwohner.
Für Spree-Neiße und Elbe-Elster werden besonders starke Rückgänge erwartet.
Dahme-Spreewald könnte deutlich wachsen
Ganz anders sieht die Prognose für den Landkreis Dahme-Spreewald aus.
Dort könnte die Einwohnerzahl bis 2045 um mehr als 17 Prozent zulegen.
Auch Potsdam und andere Regionen im direkten Berliner Umland profitieren von Zuzug, wirtschaftlicher Entwicklung und guter Verkehrsanbindung.
Damit verschärft sich innerhalb Brandenburgs der Gegensatz zwischen wachsenden Regionen rund um Berlin und schrumpfenden ländlichen Gebieten.
Ostdeutschland bleibt demografisch besonders gefordert
Die Studie zeigt zugleich ein größeres Problem für Ostdeutschland.
Von den 50 Regionen mit den voraussichtlich stärksten Bevölkerungsverlusten liegen 42 im Osten Deutschlands.
Auch unter den 20 Regionen mit der schwächsten Gesamtbewertung befinden sich inzwischen zwölf ostdeutsche Kreise und kreisfreie Städte.
Damit bleibt die demografische Entwicklung eine der größten strukturellen Herausforderungen für den Osten.
Wirtschaft allein entscheidet nicht
Die Studie macht deutlich, dass Zukunftsfähigkeit nicht ausschließlich am Wirtschaftswachstum gemessen wird.
Ebenso wichtig sind Bildungsangebote, soziale Bedingungen, Altersstruktur, Arbeitsmarkt und die Fähigkeit einer Region, junge Menschen zu halten oder neue Einwohner anzuziehen.
Brandenburg zeigt, dass sich ein Bundesland trotz demografischer Probleme deutlich verbessern kann.
Gleichzeitig bleibt die Frage offen, wie stark sich diese Entwicklung künftig zwischen dem Berliner Umland und den weiter entfernten Regionen auseinanderentwickelt.