In Perleberg haben 20 Menschen aus den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin eine Schulung zum Nachbarschaftshelfer abgeschlossen. Mit dem erworbenen Zertifikat können sie künftig ältere, alleinstehende oder hilfsbedürftige Menschen bei einfachen Aufgaben im Alltag unterstützen.
Zu den möglichen Hilfen gehören Einkäufe, Behördengänge, Begleitungen zu Terminen oder regelmäßige Besuche. Organisiert wurden die ersten beiden Kurse von Nicole Lindemann, der Perleberger Koordinatorin des Programms „Pflege vor Ort“.
Neun Teilnehmer im Freizeitzentrum EFFI
Die erste Schulung fand am Dienstag im Freizeitzentrum EFFI statt. Neun Menschen nahmen daran teil.
Nach Angaben der Stadt spielte bei vielen die Sorge vor der geplanten Pflegereform eine Rolle. Die Teilnehmer wollten nicht abwarten, sondern selbst einen Beitrag leisten.
„Wir können nicht alles auffangen, aber wir können füreinander da sein.“
Dieser Gedanke habe die Gespräche während des Kurses geprägt. Häufig seien es keine großen Hilfsleistungen, sondern kleine Gesten, die im Alltag einen entscheidenden Unterschied machten.
Dazu gehören ein Gespräch, ein offenes Ohr, ein Einkauf oder ein gemeinsamer Behördengang.
Aus kurzer Hilfe kann Vertrauen entstehen
Nicole Lindemann beobachtet nach eigenen Angaben, dass Menschen wieder stärker aufeinander achten und sich gegenseitig unterstützen.
Viele Teilnehmer betrachteten Hilfe nicht als besondere Leistung, sondern als selbstverständlichen Teil guter Nachbarschaft.
„Man möchte einfach nicht wegsehen, wenn jemand Unterstützung braucht.“
Aus einem kurzen Einsatz könne eine feste Verbindung entstehen. Gerade für alleinlebende oder ältere Menschen sei eine verlässliche Bezugsperson in der Nachbarschaft von großer Bedeutung.
Auch junge Menschen wollen sich engagieren
Die zweite Schulung fand am Donnerstag mit Auszubildenden der Deutschen Angestellten-Akademie statt. Der Kurs war auf Wunsch der jungen Teilnehmer organisiert worden.
Nach Angaben von Heike Theimer-Kühn wollten die Auszubildenden ihr soziales Interesse ausbauen und stärken.
Die Teilnehmer waren sich einig, dass sich wieder mehr junge Menschen in ihrer Nachbarschaft engagieren sollten. Dabei gehe es nicht nur darum, ältere Menschen zu unterstützen. Die Jüngeren könnten zugleich von deren Lebenserfahrung profitieren.
Ehrenamt kann professionelle Pflege nicht ersetzen
Nachbarschaftshelfer übernehmen keine medizinischen oder pflegerischen Fachaufgaben. Sie können professionelle Pflegedienste und Angehörige aber im Alltag entlasten.
Besonders in ländlichen Regionen können solche Angebote wichtig sein, wenn Wege weit sind, soziale Kontakte fehlen oder Angehörige nicht vor Ort leben.
Nach den ersten beiden Schulungen zieht Nicole Lindemann ein positives Fazit:
„Gerade in Zeiten der Verunsicherung durch die geplante Pflegereform zeigt sich, wie groß der Zusammenhalt und die Bereitschaft ist, füreinander da zu sein.“
Ansprechpartnerin
Weitere Informationen erhalten Interessierte bei Nicole Lindemann, Koordinatorin „Pflege vor Ort“, unter der Telefonnummer 03876 781-133.
Quelle
- Stadt Perleberg: Pressemitteilung Nr. 278 „Nachbarschaftshilfeschulungen: Unterstützung im Alltag“, 31. Juli 2026.