Hochbetagte und stark mobilitätseingeschränkte Menschen aus mehreren Pflegeheimen in Neubrandenburg können an fünf Tagen in der Woche an begleiteten Rikscha-Fahrten teilnehmen.
Das Angebot des Vereins „Radeln ohne Alter Neubrandenburg“ richtet sich besonders an Menschen, die ihre Einrichtung aus eigener Kraft kaum noch verlassen können. Geschulte Ehrenamtliche holen die Bewohner ab und unternehmen mit ihnen Ausfahrten durch die Stadt und in die Natur.
Rund 2.500 Passagiere seit dem vergangenen Jahr
Nach Angaben des Sozialministeriums haben seit dem vergangenen Jahr etwa 2.500 Passagiere das Angebot genutzt.
Sozialministerin Stefanie Drese würdigte bei einem Treffen mit dem Vereinsvorsitzenden Gernot Kunzemann in Schwerin das Engagement der Helfer. Für viele Pflegebedürftige bedeute die Fahrt, wieder Wind im Gesicht zu spüren, die vertraute Umgebung zu erleben und ein Stück Freiheit zurückzugewinnen.
Auch Beschäftigte in den Pflegeeinrichtungen berichten demnach von positiven Wirkungen. Besonders bei Menschen mit Demenz könnten sich die Ausfahrten günstig auf Stimmung und seelisches Wohlbefinden auswirken.
Mehr als 30 Ehrenamtliche im Einsatz
Mehr als 30 ehrenamtliche Pilotinnen und Piloten ermöglichen die regelmäßigen Fahrten. Sie sind besonders geschult und steuern inzwischen acht Standorte in Neubrandenburg an.
Neben den gewöhnlichen Ausfahrten organisiert der Verein auch Sonderfahrten. Dazu gehören beispielsweise Ausflüge anlässlich runder Geburtstage oder einer Eisernen Hochzeit.
Die Fahrten zeigen nach Einschätzung des Ministeriums, wie Teilhabe auch bei starken Mobilitätseinschränkungen ermöglicht werden kann.
Landesförderung ermöglichte zusätzliches Fahrzeug
Das Land Mecklenburg-Vorpommern unterstützte den Verein im vergangenen Jahr mit 28.000 Euro aus dem Bürgerfonds.
Mit dem Geld wurden eine zusätzliche Rikscha und ein Lastenrad angeschafft. Zuvor konnten nur Personen mitfahren, die selbstständig in die Rikscha einsteigen konnten.
Durch die neue Ausstattung sind nun auch Ausfahrten mit Menschen im Rollstuhl möglich. Gleichzeitig konnte der Verein seine Kapazitäten insgesamt erweitern.
Verein sucht weitere Rikscha-Piloten
Damit das Angebot langfristig bestehen und möglicherweise weiter ausgebaut werden kann, sucht der Verein weitere ehrenamtliche Fahrerinnen und Fahrer.
Interessierte werden für den sicheren Umgang mit den Fahrzeugen geschult. Neben dem Fahren steht vor allem der persönliche Kontakt zu den älteren Menschen im Mittelpunkt.
Das Projekt verbindet damit Bewegung, soziale Begegnung und ehrenamtliches Engagement. Für viele Bewohner von Pflegeheimen wird eine Rikscha-Fahrt zu einer seltenen Gelegenheit, ihre Einrichtung zu verlassen und wieder unmittelbar am öffentlichen Leben teilzunehmen.
Quelle
Pressemitteilung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Sport Mecklenburg-Vorpommern vom 30. Juli 2026 zum Verein „Radeln ohne Alter Neubrandenburg“.