Mitarbeiter fordern besseren Schutz

Nach Gewalt und Krankmeldungen: Leipzig prüft Security für den Jugendnotdienst

Nach einer Eskalation im Jugendnotdienst steht die bisherige Sicherheitsstrategie des Jugendamtes auf dem Prüfstand. Diskutiert wird, ob externe Wachkräfte erneut eingesetzt werden sollen.

Von Clara Winterfeld 1 Min. Lesezeit

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Wer im Jugendnotdienst arbeitet, begegnet jungen Menschen häufig in schweren persönlichen Krisen. Doch Beleidigungen, Drohungen und körperliche Auseinandersetzungen haben die Situation für die Beschäftigten zuletzt so zugespitzt, dass nun erneut über professionelles Sicherheitspersonal gesprochen wird.

Abschaffung der Security wird hinterfragt

Das Leipziger Jugendamt hatte den Einsatz externer Sicherheitskräfte in seinen Einrichtungen beendet. Nach einer Eskalation im Jugendnotdienst geriet diese Entscheidung jedoch zunehmend in die Kritik.

Beschäftigte meldeten sich nach den Vorfällen krank und verwiesen auf unzureichenden Schutz. Das Jugendamt denkt deshalb darüber nach, Wachpersonal wieder einzusetzen. Eine abschließende Entscheidung ist bislang nicht bekannt.

Schutz und pädagogische Arbeit müssen zusammenpassen

Ein Sicherheitsdienst könnte in gefährlichen Situationen schneller eingreifen und Beschäftigte entlasten. Gleichzeitig ist der Jugendnotdienst keine gewöhnliche Behörde. Dort werden Minderjährige aufgenommen, die Schutz, Betreuung und eine verlässliche Ansprechperson benötigen.

Die Stadt muss deshalb klären, wie Sicherheit gewährleistet werden kann, ohne den Charakter einer pädagogischen Einrichtung grundlegend zu verändern.

Jugendamt trägt Verantwortung für beide Seiten

Der Schutz der Jugendlichen und der Beschäftigten darf nicht gegeneinander ausgespielt werden. Sozialpädagogen müssen ihre Arbeit leisten können, ohne Angst vor Angriffen oder Bedrohungen zu haben.

Zugleich sollte ein Sicherheitsdienst nur Teil eines umfassenderen Konzepts sein. Dazu gehören ausreichend Personal, klare Notfallabläufe, Schulungen und geeignete räumliche Bedingungen.

Debatte dürfte weitergehen

Die Vorgänge zeigen, wie angespannt die Arbeit in Einrichtungen der Jugendhilfe sein kann. Das Jugendamt muss nun nachvollziehbar erklären, warum die Security abgeschafft wurde und unter welchen Voraussetzungen sie zurückkehren könnte.

Quellen
• Stadt Leipzig, Amt für Jugend und Familie: Informationen zur kommunalen Jugendhilfe, abgerufen am 3. August 2026

Themen: LeipzigJugendamtMitarbeiterschutzGewaltJugendnotdienstSecurity

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