Leipzig baut ab Montag, dem 3. August 2026, die Bushaltestelle Hempelstraße in Altlindenau um. Höhere Busborde, Blindenleitstreifen und ein neuer Unterstand sollen Fahrgästen den Zugang zur Linie 74 erleichtern. Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Oktober und kosten rund 320.000 Euro.

Die beiden Haltepunkte liegen an der William-Zipperer-Straße. Sie werden nacheinander umgebaut, damit der Verkehr während eines großen Teils der Bauzeit halbseitig an der Baustelle vorbeigeführt werden kann. Rund 90 Prozent der Kosten werden nach Angaben aus der aktuellen Baustellenankündigung über Fördermittel finanziert.

Neue Busborde und Leitsysteme

Ziel des Umbaus ist ein möglichst stufenarmer Ein- und Ausstieg. Dafür werden die Haltestellenbereiche angehoben und mit speziellen Busborden ausgestattet. Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen sollen dadurch leichter in die Fahrzeuge gelangen.

An der Kreuzung entstehen außerdem neue Gehwegnasen. Sie verkürzen den Weg über die Fahrbahn und werden mit einem taktilen Blindenleitsystem versehen. Besonders Fahrgäste der verlängerten Buslinie 74 sollen die Straße künftig sicherer überqueren können.

Geplant sind unter anderem:

  • barrieregerechte Haltestellenbereiche,
  • erhöhte Busborde,
  • taktile Leitstreifen,
  • neue Gehwegnasen an der Kreuzung,
  • ein Fahrgastunterstand in stadteinwärtiger Richtung,
  • eine Erneuerung der Fahrbahndecke.

Die vorhandenen Straßenbäume sollen erhalten bleiben.

„Die beiden Haltepunkte werden in verschiedenen Phasen umgebaut, wobei der Verkehr jeweils halbseitig an der Baustelle vorbeigeleitet wird.“

So beschreibt die Stadt den vorgesehenen Bauablauf.

Eine Woche Vollsperrung notwendig

Nicht während der gesamten Bauzeit kann der Verkehr an der Baustelle vorbeifahren. Für die Erneuerung der Fahrbahndecke muss die William-Zipperer-Straße zwischen Rinckstraße und Güntherstraße für etwa eine Woche vollständig gesperrt werden.

Autofahrer sollen den Abschnitt über die Georg-Schwarz-Straße umfahren. Auch die Buslinie 74 wird während der Bauarbeiten umgeleitet. Die konkreten Ersatzhaltestellen und Fahrzeiten sollten Fahrgäste kurzfristig über die Verkehrsmeldungen der Leipziger Verkehrsbetriebe prüfen.

Für Anwohner bedeutet der Umbau zeitweise:

  • längere Wege zu Ersatzhaltestellen,
  • eingeschränkte Grundstückszufahrten,
  • Umleitungsverkehr in benachbarten Straßen,
  • Baulärm und wegfallende Parkmöglichkeiten,
  • mögliche Verzögerungen im Busverkehr.

Linie 74 gewinnt für den Leipziger Westen an Bedeutung

Die Haltestelle Hempelstraße wird von der verlängerten Linie 74 bedient. Sie verbindet Leutzsch und Altlindenau ohne Umstieg mit Lindenau, Plagwitz, Schleußig und der Südvorstadt. Werktags fährt sie tagsüber auf weiten Teilen der Strecke im Zehn-Minuten-Takt.

Durch die Verlängerung sind entlang der William-Zipperer-Straße mehrere neue Haltestellen entstanden. Die Linie soll die Straßenbahnlinie 7 entlasten und Wohngebiete im Leipziger Westen besser an wichtige Umsteigepunkte anbinden.

Damit wächst auch die Bedeutung barrierefreier Zugänge. Eine direkte Verbindung hilft wenig, wenn Menschen mit eingeschränkter Mobilität das Fahrzeug nur schwer erreichen oder zwischen Gehweg und Bus eine große Stufe überwinden müssen.

320.000 Euro für mehr als nur den Bahnsteig

Die Kosten von rund 320.000 Euro erscheinen für eine einzelne Haltestelle zunächst hoch. Die Maßnahme umfasst jedoch beide Fahrtrichtungen, Kreuzungsbereiche, Fahrbahnarbeiten, einen neuen Unterstand und technische Einrichtungen für die Barrierefreiheit.

Durch die Förderquote von etwa 90 Prozent bleibt der direkte städtische Eigenanteil vergleichsweise begrenzt. Rechnerisch wären es bei vollständiger Ausschöpfung rund 32.000 Euro. Die endgültige Summe kann allerdings erst nach Abschluss und Abrechnung der Arbeiten feststehen.

Entscheidend wird sein, ob die Arbeiten tatsächlich bis Oktober beendet werden und die Umleitungen auf den angekündigten Zeitraum begrenzt bleiben.

Barrierefreiheit bleibt eine Daueraufgabe

Der Umbau der Hempelstraße verbessert einen konkreten Zugang zum Nahverkehr. Er löst jedoch nicht das gesamte Problem im Leipziger Haltestellennetz. Noch immer sind nicht alle Bus- und Straßenbahnhaltestellen ohne Stufen, große Spalten oder schwierige Straßenquerungen erreichbar.

Besonders wichtig sind barrierefreie Haltestellen für:

  • Rollstuhlfahrer,
  • Menschen mit Gehbehinderung,
  • ältere Fahrgäste,
  • Sehbehinderte,
  • Eltern mit Kinderwagen,
  • Reisende mit schwerem Gepäck.

An der Hempelstraße verbindet Leipzig den Haltestellenumbau mit neuen Querungshilfen und einer Fahrbahnsanierung. Das ist aufwendiger als eine reine Bordsteinanhebung, verbessert aber den gesamten Zugang zur Linie 74.

Bis Oktober müssen Fahrgäste zunächst Umleitungen und Baustellenwege hinnehmen. Danach soll der Einstieg an der Hempelstraße sicherer, wettergeschützter und deutlich einfacher werden.

Quellen und Datenbasis

  • Stadt Leipzig: Mitteilung zum barrierefreien Ausbau der Haltestelle Hempelstraße ab 3. August 2026.
  • Leipziger Verkehrsbetriebe: Linienführung und Bedeutung der verlängerten Buslinie 74.
  • Aktuelle Baustelleninformationen zu Kosten, Bauzeit, Vollsperrung und Umleitung.