Zwischen Licht, Dunkelheit und den verborgenen Seiten des Menschen bewegt sich die neue Produktion des Ensembles TanzHarz. Das zweiteilige Kammertanzstück „Schattenfänger“ feiert am Samstag, dem 5. September 2026, um 19.30 Uhr seine Uraufführung in der Kammerbühne Halberstadt.
HALBERSTADT. Der rund 70-minütige Tanzabend besteht aus zwei eigenständigen Choreografien. Chefchoreograf Tarek Assam gestaltet den ersten Teil unter dem Titel „Schattenfänger“. Für den zweiten Teil „Self matters“ arbeitet das Harztheater erstmals mit dem amerikanischen Tänzer und Choreografen Zach Enquist zusammen.
Wenn Schatten lebendig werden
Im ersten Teil beschäftigt sich Tarek Assam mit der Frage, welchen Einfluss verdrängte Gedanken, Ängste und dunkle Seiten auf das Leben eines Menschen haben. Schatten gehen dabei aus einer surrealen in eine reale Welt über und beginnen, das Handeln der Figuren zu verändern.
Für das Bühnenbild und die Kostüme ist Michele Lorenzini verantwortlich. Überdimensionale Folien dienen als Projektionsflächen und sollen mit Lichtspielen eine wandelbare Welt zwischen Helligkeit und Dunkelheit erzeugen. Lorenzini gestaltete am Harztheater bereits Produktionen wie „Gravitas“ und „Sternzeit – Plancks Vision“.
Zach Enquist stellt Beziehungen in den Mittelpunkt
Der zweite Teil trägt den Titel „Self matters“. Zach Enquist richtet den Blick darin auf zwischenmenschliche Beziehungen: auf Begegnungen, die Menschen prägen, auf neu entstehende Verbindungen und auf Beziehungen, die sich wieder lösen.
Kostüme und Kulisse sollen bewusst reduziert bleiben. Dadurch rücken die Bewegungen der Tänzer und alltägliche Situationen stärker in den Vordergrund. Die zuvor surrealen Schatten werden greifbarer und stehen für Kräfte, die Veränderungen im Leben auslösen.
Enquist stammt aus den Vereinigten Staaten und lebt seit mehreren Jahren in Schweden. Seit 2020 gehört er zur Tanzkompanie der Göteborger Oper, wo er an zahlreichen zeitgenössischen Produktionen beteiligt war.
Preis beim Choreografie-Wettbewerb in Hannover
Das Harztheater wurde durch den Internationalen Wettbewerb für Choreografie in Hannover auf Enquist aufmerksam. Für seine Arbeit „All Honesty Aside“ erhielt er 2025 den mit 5.000 Euro dotierten Ruth-Schwieger-Preis. Zudem wurde ihm der Produktionspreis von TanzHarz zugesprochen.
Tarek Assam bezeichnet ihn als jungen, aber bereits sehr erfahrenen Künstler:
„Mit seiner künstlerischen Erfahrung und seinem Können wird er die Bandbreite unseres Tanzensembles bereichern und erweitern.“
Öffentliche Probe bei freiem Eintritt
Bereits vor der Premiere erhalten Interessierte einen Einblick in die Produktion. Am Donnerstag, dem 27. August 2026, beginnt um 17.30 Uhr das Format „Rampenlicht – reingeschaut“ in der Kammerbühne Halberstadt.
Der Eintritt ist frei. Wegen der großen Nachfrage bittet das Theater jedoch um eine vorherige Anmeldung beziehungsweise die Abholung eines kostenlosen Tickets an den Theaterkassen.
Weitere Vorstellungen geplant
Nach der Premiere wird „Schattenfänger“ unter anderem in Halberstadt und auf der Neuen Bühne Quedlinburg gezeigt. Gastspiele sind außerdem im Lessingtheater Wolfenbüttel und im Theater Eisleben vorgesehen.
Karten sind an den Theaterkassen in Halberstadt und Quedlinburg, bei den bekannten Vorverkaufsstellen sowie über das Harztheater erhältlich.
Premiere
Samstag, 5. September 2026, 19.30 Uhr
Kammerbühne Halberstadt
Harztheater / TanzHarz
Quellen
Harztheater: Presseinformation zur Uraufführung „Schattenfänger“ und zu den beteiligten Künstlern.