Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor einem möglicherweise bevorstehenden massiven russischen Angriff auf sein Land gewarnt. Nach seinen Angaben liegen neue Geheimdienstinformationen vor, die auf entsprechende Vorbereitungen Moskaus hindeuten.
Die ukrainischen Sicherheitskräfte und die Luftwaffe seien auf eine mögliche neue Angriffswelle vorbereitet. Gleichzeitig machte Selenskyj deutlich, dass die Möglichkeiten der Ukraine weiterhin stark von der Unterstützung ihrer internationalen Partner abhängen.
Ukraine bereitet sich auf neue Angriffswelle vor
Selenskyj äußerte sich nach Beratungen mit Vertretern der Regierung, des Militärs und der Sicherheitsbehörden. Einzelheiten darüber, welche Ziele Russland angreifen könnte oder wann eine mögliche Attacke erwartet wird, wurden zunächst nicht veröffentlicht.
In den vergangenen Wochen hatte Russland seine Luftangriffe auf ukrainische Städte und Infrastruktur deutlich intensiviert. Betroffen waren unter anderem Stromversorgung, Verkehrswege und Telekommunikationsanlagen.
Die Ukraine wiederum hat ihre eigenen Angriffe mit Drohnen auf Ziele tief im russischen Staatsgebiet ausgeweitet.
Selenskyj fordert mehr Unterstützung
Der ukrainische Präsident appellierte erneut an die westlichen Verbündeten, zusätzliche Luftverteidigungssysteme und Munition bereitzustellen.
Entscheidend sei jetzt der politische Wille der Partner in Europa und den Vereinigten Staaten, erklärte Selenskyj. Die Ukraine könne sich gegen eine weitere Eskalation nur verteidigen, wenn ausreichend moderne Abwehrsysteme zur Verfügung stünden.
Die Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die militärische Lage weiter zuspitzt. Russland greift ukrainische Infrastruktur nahezu täglich mit Drohnen und Raketen an.
Sorge vor schwierigem Winter
Besonders kritisch ist die Situation mit Blick auf den bevorstehenden Winter. Russische Angriffe richten sich regelmäßig gegen Energieanlagen und andere Einrichtungen der kritischen Infrastruktur.
Die ukrainische Regierung versucht deshalb, beschädigte Anlagen zu reparieren und die Energieversorgung stärker zu dezentralisieren.
Deutschland und andere europäische Staaten haben zusätzliche Unterstützung für den Wiederaufbau und die Sicherung der ukrainischen Energieversorgung angekündigt.
Sollten sich die Hinweise auf einen groß angelegten russischen Angriff bestätigen, könnte der Krieg vor Beginn des Winters erneut eine deutlich gefährlichere Phase erreichen.