Vorlesen wird zum Mittelpunkt des Festes
Das Festival soll sich bewusst auf das gesprochene Wort konzentrieren.
Vorgelesen werden können klassische oder moderne Texte, Bestseller, Nischenliteratur, Reiseberichte oder selbst geschriebene Werke.
Damit richtet sich die Veranstaltung nicht nur an professionelle Autoren oder geübte Sprecher.
Auch persönliche Erinnerungen sind willkommen
Neben veröffentlichten Büchern können eigene Kurzgeschichten, Gedichte, Briefe, Tagebucheinträge, Übersetzungen und Erinnerungen präsentiert werden.
Auch Ortsbeschreibungen, Anekdoten und Beiträge zur Stadtgeschichte sind ausdrücklich vorgesehen.
Das Festival kann dadurch zu einem öffentlichen Archiv persönlicher Freiberger Erfahrungen werden.
Menschen werden zu „lebendigen Büchern“
Ein besonderer Teil des Programms ist das Format „Lebendiges Buch“.
Dabei erzählen Menschen aus ihrem Leben, statt aus einem gedruckten Werk vorzulesen.
Solche Begegnungen können Vorurteile abbauen und Erfahrungen sichtbar machen, die in gewöhnlichen Bibliotheksbeständen nicht vorkommen.
Festival findet zunächst im Kornhaus statt
Geplant ist die Veranstaltung in der Stadtbibliothek.
Sollte die Resonanz besonders groß sein, können weitere Veranstaltungsorte einbezogen werden.
Die Aufteilung auf mehrere Orte würde ein breiteres Programm ermöglichen, erfordert aber eine gute zeitliche und räumliche Koordination.
Bibliothek entstand 1876
Die Geschichte der Einrichtung begann 1876 mit einer Volksbibliothek, die auf Initiative der Freiberger Freimaurerloge gegründet wurde.
Bücher der „Loge zu den drei Bergen“ befinden sich noch heute im historischen Bestand. Rund ein Jahrhundert war die Bibliothek am Obermarkt 16 untergebracht, bevor sie 2015 gemeinsam mit der Kinderbibliothek in das Kornhaus zog.
Bibliotheken verändern ihre Rolle
Die Entwicklung vom kleinen Bücherbestand zur modernen Stadtbibliothek zeigt, wie stark sich öffentliche Bibliotheken gewandelt haben.
Heute bieten sie neben Büchern digitale Medien, Veranstaltungen, Arbeitsplätze und Bildungsangebote.
Gerade in einer Zeit mit wachsender Informationsflut bleiben sie wichtige Orte für Lesen, Medienkompetenz und gesellschaftlichen Austausch.
Jubiläum sollte dauerhaft dokumentiert werden
Das Festival bietet die Möglichkeit, Lesebeiträge aufzunehmen oder schriftlich zu sammeln.
Mit Zustimmung der Beteiligten könnte daraus ein digitales Freiberger Lesearchiv entstehen.
So würden persönliche Texte und Erinnerungen auch nach dem Jubiläum zugänglich bleiben.
Festival lebt von Beteiligung der Einwohner
Die Bibliothek möchte das Programm gemeinsam mit Nutzern und Bürgern gestalten.
Damit unterscheidet sich das Fest von einer gewöhnlichen Jubiläumsveranstaltung mit ausschließlich eingeladenen Künstlern.
Die Qualität hängt entscheidend davon ab, wie vielfältig die ausgewählten Beiträge und Perspektiven sind.
Quellen
Stadt Freiberg, „Begeisterte Leser für Bibo-Festival am 24. Oktober gesucht“, veröffentlicht am 17. Juli 2026
Stadtbibliothek Freiberg, Informationen zum Lese- und Lauschfestival anlässlich des 150-jährigen Bestehens