Vor 6.873 Zuschauern im Erfurter Steigerwaldstadion setzte sich der FC Rot-Weiß am Mittwochabend mit 6:0 gegen den Berliner Aufsteiger durch. Benjamin Dreca, Raphael Assibey-Mensah, Robbie Felßberg, Sofiane Ikene, Dustin Forkel und Stanislav Fehler erzielten die Treffer.
Erfurt braucht eine halbe Stunde für das erste Tor
Die Gastgeber übernahmen von Beginn an die Kontrolle. Tasmania zog sich weit zurück und verteidigte mit zahlreichen Spielern rund um den eigenen Strafraum. Besonders über die linke Seite mit Raphael Assibey-Mensah suchte Erfurt immer wieder den Weg nach vorn.
Trotz des deutlichen Ballbesitzvorteils dauerte es bis zur 30. Minute, ehe der erste Treffer fiel. Assibey-Mensah bereitete vor, Benjamin Dreca vollendete zum 1:0.
Nur vier Minuten später erhöhte Assibey-Mensah selbst. Der Erfurter Flügelspieler setzte sich erneut auf seiner Seite durch und brachte seine Mannschaft endgültig auf die Siegerstraße.
Drei Tore vor der Pause
Kurz vor dem Halbzeitpfiff gelang Robbie Felßberg das 3:0. Damit war die Partie bereits nach den ersten 45 Minuten nahezu entschieden.
Erfurt hatte den Berliner Abwehrriegel nach einer geduldigen Anfangsphase vollständig aufgebrochen. Tasmania fand offensiv kaum statt und konnte die Erfurter Defensive nur selten beschäftigen.
Vor allem Assibey-Mensah stellte die Gäste mit seinem Tempo, seinen Dribblings und seinen Vorstößen immer wieder vor Probleme. Der MDR bezeichnete ihn als den überragenden Spieler der Begegnung.
Rote Karte schwächt Tasmania zusätzlich
In der 56. Minute wurde die Aufgabe für die Berliner noch schwieriger. Torhüter Mateusz Mika stoppte Assibey-Mensah außerhalb des Strafraums regelwidrig und erhielt die Rote Karte.
Tasmania musste anschließend mehr als eine halbe Stunde in Unterzahl spielen und einen Feldspieler für den Ersatztorhüter vom Platz nehmen. Zu diesem Zeitpunkt führte Erfurt bereits mit 3:0.
Die Gastgeber ließen danach nicht nach. Kapitän Sofiane Ikene köpfte in der 68. Minute nach einer Ecke das 4:0.
Auch die Einwechselspieler treffen
Trainer Fabian Gerber nutzte die klare Führung, um mehrere Spieler auszuwechseln. Der Spielfluss ging dadurch jedoch nicht verloren.
In der 83. Minute erzielte Dustin Forkel per Kopf das fünfte Erfurter Tor. Bemerkenswert war, dass der Treffer nach einem Einwurf vorbereitet wurde. Bereits zuvor hatte Erfurt aus einer ähnlichen Situation für Gefahr gesorgt.
Den Schlusspunkt setzte Stanislav Fehler in der Nachspielzeit. Nach einem Ballgewinn lief er in Richtung Strafraum und vollendete mit dem Außenrist zum 6:0-Endstand.
Sechs unterschiedliche Torschützen
Dass sich sechs verschiedene Spieler in die Torschützenliste eintrugen, unterstreicht die Breite des Erfurter Kaders. Selbst nach zahlreichen Wechseln blieben die Gastgeber gefährlich und bestimmten die Begegnung bis zum Abpfiff.
Der klare Erfolg ist auch deshalb bemerkenswert, weil Trainer Gerber mehrere Stammkräfte zunächst schonte und seine Anfangsformation im Vergleich zur vorherigen Begegnung deutlich veränderte. Trotzdem trat Erfurt geschlossen und offensiv variabel auf.
Für Tasmania Berlin war es dagegen ein weiterer schwerer Rückschlag nach dem Wiederaufstieg in die Regionalliga Nordost. Die Gäste konnten nur während der ersten halben Stunde einigermaßen dagegenhalten und verloren danach zunehmend die Ordnung.
Erfurt bleibt ungeschlagen
Rot-Weiß Erfurt bleibt nach dem dritten Saisonauftritt ungeschlagen. Zuvor hatten die Thüringer gegen den BFC Dynamo gewonnen und beim Halleschen FC einen Punkt geholt.
Nach dem Kantersieg rückte Erfurt vorläufig auf den zweiten Tabellenplatz hinter dem Chemnitzer FC vor. Da am Donnerstag weitere Begegnungen des dritten Spieltages stattfinden, kann sich die Reihenfolge jedoch noch verändern.
Unabhängig von der endgültigen Platzierung hat Rot-Weiß mit dem 6:0 ein deutliches Zeichen an die Konkurrenz gesendet. Die Mannschaft verfügt nicht nur über eine gefährliche Offensive, sondern offenbar auch über ausreichend Qualität auf der Ersatzbank.
Thüringenderby wartet am Sonntag
Viel Zeit zum Feiern bleibt den Erfurtern nicht. Bereits am Sonntag, dem 9. August 2026, steht das Thüringenderby beim FC Carl Zeiss Jena an.
Für die Partie im Ernst-Abbe-Sportfeld erhalten die Erfurter Anhänger 1.415 Gästekarten. Damit dürfen deutlich mehr RWE-Fans anreisen als beim letzten Derby, als ein Streit über das begrenzte Kartenkontingent für Spannungen zwischen den Vereinen gesorgt hatte.
Nach dem höchsten Sieg des bisherigen Saisonverlaufs reist Rot-Weiß nun mit großem Selbstvertrauen zum Rivalen. Das 6:0 gegen Tasmania dürfte allerdings kaum als Maßstab dienen: In Jena erwartet die Mannschaft ein wesentlich engeres und emotionaleres Spiel.
Quellen
– FC Rot-Weiß Erfurt: Rot-Weiß feiert deutlichen Heimsieg, veröffentlicht am 5. August 2026
– Regionalliga Nordost: Spiel- und Ergebnisdaten des dritten Spieltages