Die BUGA Dresden 2033 gGmbH und die Landeshauptstadt rufen Bürger dazu auf, historische Fotos, Zeitungsartikel, Dokumente und persönliche Erlebnisse zur Galopprennbahn Seidnitz, zu den Kiesseen Leuben und zum benachbarten Trümmerberg beizusteuern. Die Materialien sollen helfen, die Geschichte der künftigen Kernareale der Bundesgartenschau zu dokumentieren. Nach Abstimmung mit den Eigentümern können die Beiträge später in Ausstellungen, Veröffentlichungen oder Bildungsangeboten verwendet werden. Originale sollen bei ihren Besitzern verbleiben.
Gesucht werden private Bilder und persönliche Geschichten
Viele Aufnahmen und Erinnerungen aus der Geschichte der Dresdner Galopprennbahn oder der Leubener Kiesseen befinden sich nicht in öffentlichen Archiven, sondern in privaten Fotoalben, Schubladen und Sammlungen.
Gesucht werden deshalb nicht nur professionell aufgenommene Bilder. Auch private Fotografien von Renntagen, Familienausflügen, sportlichen Veranstaltungen, Badeerlebnissen oder Veränderungen der Landschaft können für die historische Aufarbeitung wichtig sein.
Ebenso willkommen sind alte Eintrittskarten, Programme, Zeitungsartikel, schriftliche Berichte und persönliche Erzählungen. Nach Angaben der BUGA-Gesellschaft wird die spätere Verwendung gemeinsam mit den jeweiligen Eigentümern abgestimmt.
Galopprennbahn wird zentraler Standort der BUGA
Die Galopprennbahn Dresden-Seidnitz gehört zu den drei großen Kernarealen der Bundesgartenschau 2033. Sie soll langfristig als offener Ort für Pferdesport, Veranstaltungen, Freizeit, Kultur und Naherholung weiterentwickelt werden.
Geplant sind zusätzliche Grünflächen, Blühwiesen sowie neue Fuß- und Radwege. Das Gelände soll stärker mit den benachbarten Stadtteilen Seidnitz und Prohlis verbunden und außerhalb der Renntage besser zugänglich werden.
Historische Gebäude und die denkmalgeschützte Struktur der Rennbahn sollen dabei Teil des neuen Nutzungskonzeptes bleiben. Die BUGA-Gesellschaft beschreibt das Areal als künftigen Begegnungsort, an dem Sport, Natur und Kultur zusammenkommen sollen.
Rennbahn besteht seit mehr als 135 Jahren
Die Galopprennbahn wurde am 7. Mai 1891 eröffnet. Damit gehört sie zu den traditionsreichsten Sportstätten Dresdens. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg und während der DDR-Zeit fanden dort regelmäßig Pferderennen statt.
Seit 1990 wird die Tradition durch den neu gegründeten Dresdener Rennverein fortgeführt. Die Anlage ist bis heute Trainingsstätte, Rennbahn und Veranstaltungsort.
Gerade diese wechselvolle Geschichte soll im Zuge der BUGA stärker sichtbar gemacht werden. Private Fotografien können dabei Einblicke liefern, die in offiziellen Unterlagen nicht enthalten sind.
Kiesseen und Trümmerberg erzählen Nachkriegsgeschichte
Auch die Kiesseen Leuben und der Trümmerberg stehen im Mittelpunkt des Aufrufs. Das Gebiet ist eng mit der Dresdner Nachkriegsgeschichte verbunden.
Die BUGA-Gesellschaft möchte dokumentieren, wie sich das Gelände verändert hat und welche Bedeutung es für die Bewohner der umliegenden Stadtteile hatte. Gesucht werden deshalb Erinnerungen an frühere Nutzungen, Badeausflüge, Landschaftsveränderungen und persönliche Erlebnisse.
Im Zuge der BUGA soll an den Kiesseen ein naturnaher Freizeit- und Erholungsraum entstehen. Vorgesehen sind unter anderem eine öffentliche Badestelle, Wiesen, Naturerlebnisangebote und neue Wegeverbindungen. Der Trümmerberg soll als Aussichtspunkt und Erinnerungsort entwickelt werden.
Erinnerungen können Teil von Ausstellungen werden
Die eingesandten Materialien sollen nicht automatisch dauerhaft abgegeben werden. Wer seine Kontaktdaten hinterlässt, wird von der BUGA-Gesellschaft angesprochen, damit die Nutzung und mögliche Digitalisierung abgestimmt werden können.
Die Originale sollen grundsätzlich bei den Eigentümern bleiben. Denkbar ist, dass Kopien oder digitale Fassungen später in Ausstellungen, Veröffentlichungen oder Vermittlungsangeboten verwendet werden.
Damit können Bürger unmittelbar dazu beitragen, dass bei der Umgestaltung nicht nur neue Wege, Grünflächen und Veranstaltungsorte entstehen, sondern auch die Geschichte der Areale erhalten bleibt.
Dresden plant Investitionen in Millionenhöhe
Die Bundesgartenschau soll von April bis Oktober 2033 stattfinden. Zu den Kernarealen gehören neben der Galopprennbahn und den Kiesseen auch der Südpark. Insgesamt umfassen die zentralen Flächen etwa 100 Hektar.
Nach der fortgeschriebenen Konzeption sind Investitionen von rund 120 Millionen Euro vorgesehen. Davon entfallen jeweils etwa 39 Millionen Euro auf den Südpark und die Galopprennbahn. Für die Kiesseen Leuben sind rund 19 Millionen Euro eingeplant. Die Finanzierung soll jeweils zur Hälfte aus städtischen Eigenmitteln und Fördermitteln bestehen.
Die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft nennt darüber hinaus ein Gesamtbudget von etwa 170 Millionen Euro. Darin können neben Investitionen auch weitere Aufwendungen für Vorbereitung, Durchführung und Ausstellung enthalten sein.
Bürgerbeteiligung soll Planungen begleiten
Die Sammlung privater Erinnerungen ist Teil einer breiteren Beteiligungsstrategie. Bürgerwerkstätten, Dialogveranstaltungen sowie Projekte mit Kindern und Jugendlichen sollen die Vorbereitung der BUGA begleiten.
Mehr als 800 Schüler aus 13 Dresdner Schulen hatten bereits eigene Ideen für die künftigen BUGA-Flächen erarbeitet. Dabei ging es unter anderem um Freizeitangebote, Natur, soziale Treffpunkte und die Gestaltung öffentlicher Räume.
Die Beteiligung ist wichtig, weil die geplanten Veränderungen weit über die sechsmonatige Gartenschau hinausreichen. Neue Wege, Grünflächen, Sportangebote und Erholungsbereiche sollen nach dem Ende der BUGA dauerhaft bestehen bleiben.
Geschichte darf bei der Neugestaltung nicht verloren gehen
Die Bundesgartenschau bietet Dresden die Möglichkeit, große Flächen im Süden und Osten der Stadt aufzuwerten. Gleichzeitig besteht bei umfassenden Umgestaltungen immer das Risiko, dass historische Nutzungen und persönliche Erinnerungen in den Hintergrund geraten.
Der aktuelle Aufruf kann dazu beitragen, die Entwicklung der Orte nachvollziehbar zu dokumentieren. Entscheidend wird sein, wie die gesammelten Geschichten später tatsächlich präsentiert und in die Planungen einbezogen werden.
Wer alte Aufnahmen oder Dokumente besitzt, kann sich direkt an die BUGA Dresden 2033 gGmbH wenden. Einen festen Einsendeschluss hat die Gesellschaft in den öffentlich zugänglichen Angaben bislang nicht genannt.
Quellen
- Landeshauptstadt Dresden: „BUGA Dresden 2033 sucht Erinnerungen an Galopprennbahn und Kiesseen Leuben“, veröffentlicht am 31. Juli 2026.
- BUGA Dresden 2033 gGmbH: „Die Zukunft der Galopprennbahn beginnt mit euren Geschichten“, veröffentlicht am 18. Juni 2026.
- BUGA Dresden 2033 gGmbH: „Ein Ort aus Trümmern. Ein Ort mit Zukunft. Trümmerberg und Kiesseen Leuben“, veröffentlicht am 18. Juni 2026.
- Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft: Projektübersicht zur BUGA Dresden 2033, Flächen, Laufzeit und Budget, abgerufen am 1. August 2026.
- Dresdener Rennverein 1890: „Baum als BUGA-Startschuss“, veröffentlicht am 26. Juni 2025.
- BUGA Dresden 2033 gGmbH: Fortschreibung der BUGA-Konzeption mit Angaben zu Investitionen und Kernarealen, veröffentlicht am 21. November 2025.