Eine Familie aus Dessau-Roßlau wollte im Herbst gemeinsam in die Türkei reisen. Für die Pauschalreise überwies sie rund 2.300 Euro an den Anbieter „Pluto Reisen“. Inzwischen ist das Unternehmen nicht mehr erreichbar. Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt warnt davor, weitere Zahlungen zu leisten.

DESSAU-ROSSLAU. Gebucht waren nach Angaben der Verbraucherzentrale ein Familienzimmer mit Meerblick und eine All-inclusive-Verpflegung. Zunächst überwies die Familie rund 700 Euro als Anzahlung. Anfang Juni folgte die Restzahlung von etwa 1.650 Euro.

Danach brach der Kontakt zum Anbieter ab. Die Internetseite ist inzwischen abgeschaltet, die angegebene Telefonnummer nicht mehr erreichbar. Auch ein Kontaktversuch des MDR blieb erfolglos.

Reisesicherungsschein offenbar nicht gültig

Besonders schwer wiegt, dass der Familie zwar ein Reisesicherungsschein zugesandt worden war, nach Angaben des Deutschen Reisesicherungsfonds jedoch keine wirksame Absicherung besteht.

Der Fonds teilte demnach mit, dass „Pluto Reisen“ dort nicht gegen Insolvenz abgesichert sei und keine entsprechenden Sicherungsscheine erhalten habe. Sollte sich das bestätigen, wären die bereits gezahlten Beträge im Fall einer Insolvenz möglicherweise nicht geschützt.

Ob der Anbieter tatsächlich insolvent ist oder ein Betrugsfall vorliegt, ist derzeit nicht abschließend geklärt. Die Verbraucherzentrale spricht deshalb von einer dringenden Warnung, während der MDR den Fall als Betrugsverdacht einordnet.

Keine weiteren Zahlungen leisten

Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt rät allen Personen, die ebenfalls bei „Pluto Reisen“ gebucht haben, vorerst kein weiteres Geld zu überweisen.

Vor einer Zahlung sollten Reisende direkt bei dem auf dem Sicherungsschein genannten Versicherer oder Absicherungsunternehmen nachfragen, ob tatsächlich ein gültiger Schutz besteht. Ein professionell gestaltetes Dokument allein sei noch kein Beleg für eine wirksame Insolvenzabsicherung.

Sehr günstige Angebote genau prüfen

Verbraucherschützer empfehlen, bei ungewöhnlich günstigen Pauschalreisen besonders aufmerksam zu sein. Bewertungen sollten nicht nur auf einer Plattform geprüft werden. Sinnvoll sei es, mehrere unabhängige Quellen heranzuziehen und die Kontaktdaten des Veranstalters zu kontrollieren.

Wichtige Prüfpunkte sind:

  • Ist der Reiseveranstalter tatsächlich erreichbar?
  • Welches Unternehmen sichert die Reise gegen Insolvenz ab?
  • Ist der Sicherungsschein zum Buchungszeitpunkt gültig?
  • Stimmen Firmenname, Adresse und Kontaktdaten überein?
  • Liegt der Preis auffällig weit unter vergleichbaren Angeboten?

Bestehen Zweifel an der Absicherung, sollte der Reisepreis nicht überwiesen und fachlicher Rat eingeholt werden.

Geld der Familie vermutlich verloren

Für die betroffene Familie aus Dessau-Roßlau ist derzeit unklar, ob sie einen Teil der rund 2.300 Euro zurückerhalten kann. Da offenbar keine gültige Insolvenzabsicherung besteht und der Anbieter nicht erreichbar ist, sind die Aussichten nach bisherigem Stand schlecht.

Quellen

Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt: Warnung vor Reiseangeboten über „Pluto Reisen“ vom 27. Juli 2026.