Kinder und Jugendliche aus Bernau sollen stärker mitentscheiden können, welche Freizeitangebote in ihren Ortsteilen stattfinden.
Dazu hat die Stadt am 17. Juli 2026 eine digitale Umfrage gestartet. Junge Einwohner können Vorschläge einreichen und mitteilen, welche Veranstaltung sie sich an ihrem Wohnort wünschen. Die Beteiligung läuft bis zum 30. August.
Von Sport bis Open-Air-Kino
Die Stadt nennt bewusst unterschiedliche mögliche Formate.
Denkbar sind beispielsweise ein Sportereignis, ein Kinoabend unter freiem Himmel oder eine gemeinsame Party. Die Jugendlichen können jedoch auch eigene Ideen entwickeln.
Damit soll nicht von der Verwaltung vorgegeben werden, was junge Menschen interessant finden. Die Wünsche sollen direkt aus den Ortsteilen kommen.
Unterschiede zwischen den Ortsteilen berücksichtigen
Bernau besteht nicht nur aus der Innenstadt und den großen Wohngebieten. Auch kleinere Ortsteile besitzen eigene Treffpunkte, Vereine und örtliche Bedürfnisse.
Während in einem Ort ein Sportturnier gefragt sein könnte, wünschen sich Jugendliche anderswo möglicherweise Musik, Kino oder einen regelmäßigen Treffpunkt.
Die digitale Umfrage soll helfen, diese Unterschiede sichtbar zu machen.
Vorschläge werden auf Umsetzbarkeit geprüft
Nach Ablauf der Beteiligungsfrist sollen die eingegangenen Ideen ausgewertet werden.
Jugendkoordinatorin Andrea Pagel berät anschließend gemeinsam mit den jeweiligen Ortsvorstehern, welche Vorschläge umsetzbar sind und wie daraus konkrete Veranstaltungen entstehen können.
Nicht jede Idee wird sich unmittelbar realisieren lassen. Gründe können fehlende Flächen, Sicherheitsanforderungen, Kosten oder notwendige Genehmigungen sein.
Entscheidend ist deshalb, dass die Jugendlichen später erfahren, was aus ihren Vorschlägen geworden ist.
Beteiligung muss zu sichtbaren Ergebnissen führen
Jugendbeteiligung verliert schnell an Glaubwürdigkeit, wenn Ideen lediglich gesammelt, aber nicht umgesetzt werden.
Die Stadt hat angekündigt, Projekte zu entwickeln, die möglichst genau zu den Interessen der jungen Einwohner passen. Damit entsteht ein klarer Anspruch: Aus der Umfrage sollen reale Angebote hervorgehen.
Auch kleinere Projekte können dabei erfolgreich sein. Ein einmaliger Filmabend oder ein Sporttag lässt sich häufig schneller verwirklichen als ein dauerhaftes Jugendzentrum.
Ortsteile brauchen Treffpunkte
Jugendliche sind in kleineren Ortsteilen häufig auf öffentliche Verkehrsmittel oder die Unterstützung ihrer Eltern angewiesen, wenn sie Angebote in der Innenstadt nutzen möchten.
Veranstaltungen direkt vor Ort können diese Abhängigkeit verringern. Sie stärken zugleich die Bindung an den eigenen Ortsteil und bringen junge Menschen zusammen, die sich bisher vielleicht nur aus Schule oder Nachbarschaft kennen.
Die Beteiligungsaktion kann deshalb mehr bewirken als nur einzelne Freizeitveranstaltungen.
Digitale Umfrage erleichtert Teilnahme
Eine Online-Beteiligung ist für viele junge Menschen leichter zugänglich als eine formelle Versammlung.
Vorschläge können unabhängig von festen Sitzungszeiten eingereicht werden. Gleichzeitig darf die Stadt nicht vergessen, dass nicht alle Kinder und Jugendlichen gleichermaßen über digitale Zugänge oder Informationen verfügen.
Schulen, Vereine und Jugendhäuser sollten deshalb auf die Umfrage aufmerksam machen und bei Bedarf bei der Teilnahme helfen.
Bernau fragt junge Menschen direkt, welche Veranstaltungen sie in ihren Ortsteilen erleben möchten.
Bis zum 30. August können Ideen digital eingereicht werden. Danach beraten Jugendkoordination und Ortsvorsteher über die Umsetzung.
Der Erfolg der Initiative wird daran zu messen sein, ob aus den eingereichten Vorschlägen tatsächlich sichtbare Veranstaltungen entstehen.
Quelle
– Stadt Bernau bei Berlin: Mitteilung zur digitalen Jugendbeteiligung in den Ortsteilen.