Berlin-Neukölln überrascht Besucher mit historischen Kiezen, Gartenkunst und Berliner Moderne. Der Bezirk verbindet Großstadtleben mit ruhigen Rückzugsorten, obwohl viele Gäste ihn zunächst vor allem mit der Sonnenallee verbinden.

Richardplatz und Rixdorf zeigen das alte Neukölln

Wer Neukölln kennenlernen möchte, sollte am Richardplatz beginnen. Kopfsteinpflaster, niedrige Häuser und historische Gebäude erinnern hier an das frühere Rixdorf und bilden einen deutlichen Gegensatz zu den dicht bebauten Straßen im Norden des Bezirks.

Zum historischen Ensemble gehört das Böhmische Dorf. Böhmische Glaubensflüchtlinge gründeten ihre Siedlung im 18. Jahrhundert. Das Bezirksamt zählt den Richardplatz und das Böhmische Dorf heute zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten Neuköllns.

Besonders sehenswert ist die alte Rixdorfer Schmiede. Sie wurde bereits 1624 erstmals urkundlich erwähnt und gilt nach Angaben des Bezirksamtes als älteste noch betriebene Schmiede Berlins.

Nur wenige Schritte entfernt liegt der Comenius-Garten. Damit lässt sich mitten im dicht besiedelten Neukölln ein Spaziergang durch mehrere Jahrhunderte Stadtgeschichte unternehmen.

Körnerpark bringt Schlossgarten-Flair in den Großstadtkiez

Der Körnerpark gehört zu den überraschendsten Orten Neuköllns. Treppenanlagen, Fontänen, gepflegte Grünflächen und eine Orangerie geben dem tiefer gelegenen Park einen fast herrschaftlichen Charakter.

visitBerlin zählt den Körnerpark neben dem Britzer Garten zu den besonders attraktiven grünen Orten des Bezirks. Auch das Bezirksamt führt die Anlage unter den wichtigen Sehenswürdigkeiten Neuköllns.

In der Orangerie befindet sich die Galerie im Körnerpark. Dort werden zeitgenössische Kunstausstellungen gezeigt. Park und Galerie lassen sich deshalb zu einem kurzen Kulturstopp verbinden.

Für Besucher ist der Körnerpark besonders interessant, weil er unmittelbar in einem typischen Neuköllner Wohnquartier liegt. Hier treffen Alltag, Architektur, Kunst und Erholung auf engem Raum zusammen.

Britzer Garten ist Neuköllns große grüne Sehenswürdigkeit

Im Süden des Bezirks verändert sich das Bild vollständig. Der Britzer Garten bietet Seen, Wiesen, Blumenflächen, Baumgruppen und weitläufige Wege und gehört zu den bekanntesten Parkanlagen des Berliner Südens.

Die Anlage entstand für die Bundesgartenschau 1985. Heute ist sie ein Ausflugsziel für Spaziergänger, Familien und Gartenfreunde.

Besonders im Frühling und Sommer sorgen wechselnde Blütenflächen für immer neue Eindrücke. Der Park bietet außerdem Spielbereiche, gastronomische Angebote und verschiedene Naturerlebnisse.

Nach Angaben des Bezirksamtes öffnet der Britzer Garten täglich um 9 Uhr und bleibt bis zum Einbruch der Dunkelheit zugänglich.

Wer während einer Berlin-Reise einen halben Tag abseits von Verkehr und dichtem Innenstadttrubel verbringen möchte, findet hier eines der stärksten Ziele Neuköllns.

Schloss Britz und Hufeisensiedlung verbinden zwei Epochen

Nur wenige Kilometer voneinander entfernt stehen in Britz zwei völlig unterschiedliche Kapitel Berliner Baugeschichte.

Schloss Britz liegt in einem historischen Gutsensemble mit Park. Das Haus vermittelt Einblicke in die Wohn- und Kulturgeschichte vergangener Jahrhunderte und wird heute für Ausstellungen und Veranstaltungen genutzt. Das Schloss ist regulär dienstags bis sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.

Ganz anders wirkt die Hufeisensiedlung. Bruno Taut und Martin Wagner entwickelten die Großsiedlung Britz in den 1920er Jahren als neues Modell für modernes Wohnen. Teile des Ensembles gehören zu den Berliner Siedlungen der Moderne und damit zum UNESCO-Welterbe.

Die charakteristische hufeisenförmige Bebauung macht die Siedlung auch für Architekturinteressierte zu einem besonderen Ziel. Eine Informationsstation befindet sich an der Fritz-Reuter-Allee.

So liegen in Britz ein historisches Gutshaus und eines der international bedeutenden Beispiele des sozialen Wohnungsbaus der Moderne erstaunlich nah beieinander.

Neukölln lohnt sich für einen ganzen Berlin-Tag

Ein Besuchstag kann morgens am Richardplatz beginnen. Von dort führt der Weg durch das Böhmische Dorf und zum Körnerpark.

Am Nachmittag bieten sich Schloss Britz, Hufeisensiedlung und Britzer Garten an. Für diese südlichen Ziele ist wegen der Entfernungen die Nutzung von U-Bahn und Bus sinnvoll.

Neukölln zeigt damit eine Seite Berlins, die sich deutlich von Brandenburger Tor, Museumsinsel und Alexanderplatz unterscheidet. Das offizielle Berliner Reiseportal hebt gerade die Verbindung aus Kultur, historischen Kiezen und grünen Orten als besondere Stärke des Bezirks hervor.

Für Berlin-Gäste liegt darin der Reiz. Neukölln verbindet böhmische Geschichte, wilhelminische Kieze, UNESCO-Architektur und große Parklandschaften zu einem Bezirk mit eigenem Charakter.

Quelle: Bezirksamt Neukölln von Berlin; visitBerlin; Britzer Garten; Kulturstiftung Schloss Britz