Die Berlinale rückt ihre jungen Jurys auf die größte Festivalbühne. Die Gläsernen Bären werden am 19. Februar 2027 erstmals im Berlinale Palast verliehen, wenn die Sektion Generation ihr 50. Jubiläum feiert.

Gläserne Bären ziehen in den Palast

Die Gläsernen Bären gehören zu den wichtigsten Auszeichnungen für internationale Kinder- und Jugendfilme. Bislang wurden sie innerhalb der Sektion Generation vergeben. Zum Jubiläum erhalten die Preise einen Platz bei der offiziellen Preisverleihung der Berlinale.

Kinder und Jugendliche entscheiden weiterhin selbst über die Gewinner. Eine Kinderjury bewertet die Beiträge von Generation Kplus. Die Jugendjury wählt die ausgezeichneten Filme im Wettbewerb Generation 14plus aus.

Die Wettbewerbe umfassen insgesamt zwölf bis 14 internationale Langfilme. Berlinale-Intendantin Tricia Tuttle will mit dem Wechsel die jungen Jurys und die ausgezeichneten Filmschaffenden stärker in den Mittelpunkt des Festivals stellen.

Generation Premieres startet 2027

Die Berlinale ergänzt das Programm um die neue Reihe Generation Premieres. In dieser nicht wettbewerbsorientierten Sektion sollen vier bis sechs Filme mit breiter Publikumswirkung laufen.

Die Vorführungen finden in großen Spielstätten des Festivals statt. Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche, Familien und weitere Altersgruppen. Die Berlinale möchte damit neue Zuschauer für das Kino und das Festival gewinnen.

Die neue Reihe verändert den Kern von Generation nicht. Die Wettbewerbe um die Gläsernen Bären bleiben das zentrale Element der Sektion.

Kinderfilme erhalten mehr Sichtbarkeit

Generation baut zugleich die Zusammenarbeit mit Berlinale Pro und dem European Film Market aus. Filmschaffende aus dem Kinder- und Jugendbereich sollen dadurch leichter mit internationalen Branchenvertretern in Kontakt kommen.

Die engere Verbindung soll auch die Kinoauswertung der Filme unterstützen. Produktionen für ein junges Publikum sollen über ihre Herkunftsländer hinaus mehr Zuschauer erreichen.

Sektionsleiter Sebastian Markt betont die eigenständige Perspektive junger Kinobesucher. Kinder und Jugendliche seien nicht nur das Publikum der Zukunft, sondern bereits heute kritische und neugierige Filmzuschauer.

Berlinale-Sektion besteht seit 1978

Generation entstand 1978 unter dem Namen Kinderfilmfest. Das Programm gehörte damit zu den ersten festen Angeboten für junge Zuschauer innerhalb eines internationalen A-Festivals.

Die Berlinale führte 2004 den Wettbewerb 14plus für Jugendliche ab 14 Jahren ein. Seit 2007 trägt die gesamte Sektion den Namen Generation.

Zu den bisherigen Preisträgern zählt Michel Gondrys Film „Maya, Give Me a Title“, der 2025 den Gläsernen Bären erhielt. „The Quiet Girl“ von Colm Bairéad bekam 2022 eine lobende Erwähnung und wurde später als erster irischsprachiger Film für den Oscar als bester internationaler Film nominiert.

Quelle: Internationale Filmfestspiele Berlin