Bautzen. Mit einem festlichen Bühnenball, zwei Premieren, Schauspiel, Puppentheater und sorbischen Kulturveranstaltungen startet das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen in den November 2026. Zu den Höhepunkten gehören der Bautzener Bühnenball am 13. und 14. November, die Premiere der Komödie „Der Partylöwe“ am 27. November und das Weihnachtsmärchen „Der gestiefelte Kater“, das am ersten Advent erstmals aufgeführt wird. Ein besonderer Filmabend widmet sich außerdem der Geschichte sorbischer Auswanderer, die im 19. Jahrhundert in Texas eine neue Heimat fanden.
Bautzener Bühnenball verwandelt das Theater in einen Wiener Ballsaal
Am Freitag, dem 13. November, und Sonnabend, dem 14. November, verwandelt sich das große Haus jeweils ab 19.30 Uhr in einen festlichen Ballsaal. Unter dem Motto „Wien, oh Wien!“ lädt das Theater zum Bautzener Bühnenball 2026 ein.
Die Veranstaltung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Ballett und dem Orchester des Sorbischen National-Ensembles. Nach einem festlichen Essen erwartet die Besucher ein Galaprogramm mit Schauspiel, klassischer Musik und Tanz. Anschließend lädt das Orchester zum Walzer ein.
Später übernimmt eine Liveband mit Musik von Schlager bis Rock. Im Westfoyer gestalten Schau- und Puppenspieler ein besonderes nächtliches Barprogramm. Der Bühnenball verbindet damit klassische Balltradition mit der Unterhaltungskunst des Bautzener Theaters.
„Der Partylöwe“ feiert am 27. November Premiere
Eine neue Komödie steht am Freitag, dem 27. November, um 19.30 Uhr auf dem Spielplan. „Der Partylöwe“ von Lars Albaum erzählt die Geschichte des Oberlausitzer Landtagsabgeordneten Wito Wjesela, der auf einen politischen Karrieresprung hofft.
Als er überraschend zu einer privaten Cocktailparty des sächsischen Bauministers eingeladen wird, scheint seine große Chance gekommen. Allerdings schätzt der Minister Gäste mit ausgeprägtem Humor. Ausgerechnet daran mangelt es dem fachlich kompetenten, aber wenig unterhaltsamen Politiker.
Wjesela engagiert deshalb kurzerhand den Comedian Tim Baumann, der ihm die nötige Schlagfertigkeit beibringen soll. Doch private Verwicklungen, eine verärgerte Ehefrau und unerwartete Besucher bringen seine Pläne durcheinander.
Regie führt Thorsten Köhler. Auf der Bühne stehen István Kobjela, Anna-Maria Brankatschk, Mirko Brankatschk, Katharina Krüger und Thomas Ziesch. Eine weitere Vorstellung ist für den 29. November um 19.30 Uhr vorgesehen.
Sorbische Auswanderer und ihre neue Heimat in Texas
Am Donnerstag, dem 5. November, erwartet die Besucher des Burgtheaters ein besonderer Dokumentarfilmabend. Um 19.30 Uhr wird „Neue Heimat Texas – nowa domizna Texas“ als Voraufführung gezeigt.
Die Dokumentation von Roman Nuck und Clemens Schmidt folgt den Spuren sorbischer Auswanderer von der Lausitz bis in die texanische Siedlung Serbin. Dort haben sich sorbische Traditionen und Erinnerungen über Generationen erhalten.
Historische Briefe und Berichte vermitteln die Hoffnungen, Ängste und Schwierigkeiten der Menschen, die ihre Heimat verließen. Mithilfe künstlicher Intelligenz wird auch die monatelange Überfahrt auf dem Auswandererschiff „Ben Nevis“ veranschaulicht.
Der Filmabend findet im Zusammenhang mit dem 25-jährigen Bestehen von WUHLADKO statt. Im Anschluss an die Vorführung ist ein Austausch mit dem Publikum vorgesehen.
Schauspielklassiker und zeitgenössisches Theater
Bereits am 1. November zeigt das große Haus um 17 Uhr die Komödie „Kalter weißer Mann“ von Dietmar Jacobs und Moritz Netenjakob. Eine weitere Vorstellung folgt am 21. November um 19.30 Uhr.
Am 5. November steht das Schauspiel „Wunderheiler“ von Lutz Hübner und Sarah Nemitz auf dem Programm. Die Vorstellung beginnt um 19.30 Uhr. Eine halbe Stunde zuvor bietet das Theater eine Einführung in die Inszenierung an.
Einen musikalisch-tänzerischen Abend präsentieren am 6. November um 19.30 Uhr die Landesbühnen Sachsen mit „4 Jahreszeiten“. Das Tanztheater von Nikolaus Woernle greift Motive aus Antonio Vivaldis berühmtem Werk auf und beschäftigt sich mit dem Wandel der Natur.
Im Burgtheater wird am 7. November um 19.30 Uhr und am 8. November um 15 Uhr Henrik Ibsens „Peer Gynt“ gezeigt. Die Inszenierung verbindet Schauspielstoff und Puppentheater und ist für Besucher ab 16 Jahren vorgesehen. Für die Sonntagsvorstellung wird eine kostenlose Kinderbetreuung ab drei Jahren angeboten.
Am 22. November stehen außerdem „Ellen Babić“ von Marius von Mayenburg und „Der Drache“ von Jewgeni Schwarz auf dem Spielplan. Für „Ellen Babić“ bietet das Theater ein besonderes Eintrittsangebot: Jede Karte kostet an diesem Tag neun Euro.
Literatur und Musik zwischen Lausitz und Hollywood
Auch das literarische und musikalische Programm bietet im November besondere Veranstaltungen.
Am 21. November beginnt um 19.30 Uhr im Burgtheater die Puppentheater-Revue „EISLER – LOST IN HOLLYWOOD“. Die Produktion der Dresdner Compagnie Freaks und Fremde beschäftigt sich mit dem Leben des Komponisten Hanns Eisler, seiner politischen Haltung, seiner Zeit im Exil und seinen Erfahrungen in Hollywood. Lieder, Puppenspiel, szenische Elemente und Videoprojektionen verbinden sich zu einem Porträt des Künstlers.
Am 22. November folgt um 11 Uhr die Veranstaltungsreihe „Lausitzer Literatur vorMittag“ mit dem Titel „Von Kamenz nach Palästina“.
Im Mittelpunkt stehen die Reiseberichte des sorbischen Journalisten Jurij Wićaz, der zwischen Europa und dem Nahen Osten unterwegs war. Während des Zweiten Weltkriegs gelangte er über Istanbul nach Palästina und wurde zum Chronisten einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen.
Schauspieler Jurij Schiemann liest ausgewählte Texte. Dramaturgin Eveline Günther gestaltet die Veranstaltung. Ab 10 Uhr wird ein Frühstück angeboten.
„Der gestiefelte Kater“ feiert Premiere am ersten Advent
Für Kinder und Familien hält das Theater im November ebenfalls zahlreiche Aufführungen bereit. Den Abschluss des Monats bildet am Sonntag, dem 29. November, um 16 Uhr die Premiere des Weihnachtsmärchens „Der gestiefelte Kater“ im großen Saal des Burgtheaters.
Das Puppenspiel von Marcus Lachmann nach der Märchenkomödie von Ludwig Tieck erzählt von Gottlieb, der nach dem Tod seines Vaters lediglich einen Kater erbt. Was zunächst wie ein wertloses Erbe erscheint, entwickelt sich zu seinem größten Glück. Denn Kater Hinze kann sprechen und verfolgt einen ebenso ungewöhnlichen wie ehrgeizigen Plan, um seinem Herrn zu Wohlstand und gesellschaftlichem Ansehen zu verhelfen.
Die Inszenierung richtet sich an Kinder ab vier Jahren. Regie führt Tim Heilmann. Es spielen Marharyta Pshenitsyna und Rodrigo Umseher. Eine weitere Aufführung ist am 30. November um 10 Uhr geplant.
Darüber hinaus zeigt das Theater im November unter anderem „Wo ist mein Bär?“, „Ein Schaf fürs Leben“, „Ist da Jemand?“, „So war das! Nein, so! Nein, so!“ und „Der fabelhafte Garten des Fusselkopf Senfkorn“.
Auf der Hauptbühne stehen außerdem das Musical „The Addams Family“ am 3. und 20. November sowie das Märchen „Die Geschichte vom kleinen Muck“ am 8., 28. und 30. November auf dem Programm.
Neben den Veranstaltungen in Bautzen gastiert das Theater mit ausgewählten Produktionen in Oppach, Hoyerswerda, Schleife, Laußnitz und weiteren Orten der Region.
Mit seinem Novemberprogramm verbindet das Deutsch-Sorbische Volkstheater Bautzen große Unterhaltungsabende mit anspruchsvollem Schauspiel, regionaler Geschichte und Angeboten für junge Zuschauer.
Alle Aufführungstermine sind dem aktuellen Spielplan des Theaters zu entnehmen. Änderungen bleiben vorbehalten.