Die Kinder der Kita Hasselborner Zwerge gestalten ihr Außengelände mit Blumen und Kürbispflanzen neu, während sie den Umgang mit Erde und Pflanzen praktisch erlernen. Gespendete und gerettete Pflanzen fanden in Kübeln und im Hochbeet einen Platz, sodass das Gelände in Badeborn zugleich bunter und zu einem anschaulichen Lernort für Natur- und Umweltschutz wird.
Pflanzen werden gemeinsam versorgt
Bei der Aktion gruben die Kinder Pflanzlöcher, setzten Blumen und Kürbisse ein und gossen sie anschließend. Die Aufgaben sind einfach genug, damit auch jüngere Kinder beteiligt werden können, verlangen aber Aufmerksamkeit und regelmäßige Wiederholung. Eine Pflanze braucht nicht nur am ersten Tag Wasser. In den folgenden Wochen können die Gruppen beobachten, wie Blätter wachsen, Blüten entstehen und sich bei den Kürbissen Früchte entwickeln.
Einen Teil der Blumen und die benötigte Erde stellte ein örtlicher Markt zur Verfügung. Hinzu kamen Pflanzen, die andernorts nicht mehr verkauft worden wären. Ihre Weiterverwendung zeigt den Kindern, dass aussortierte Ware nicht automatisch wertlos ist. Gleichzeitig muss die Kita prüfen, welche Arten für ein Gelände mit kleinen Kindern geeignet sind und wie sie gepflegt werden. Giftige oder stark reizende Pflanzen gehören nicht in frei zugängliche Spielbereiche.
Projekt greift Bienen und Schmetterlinge auf
Die Pflanzaktion gehört zum Thema Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten. Blühende Pflanzen können Nahrung bieten und machen sichtbar, wie eng Pflanzen und Tiere zusammenhängen. Kinder können beobachten, welche Insekten bestimmte Blüten besuchen und warum eine lange Blütezeit wichtig ist. Dadurch wird Umweltbildung nicht nur erklärt, sondern direkt auf dem Außengelände erlebt.
Nicht jede Zierpflanze besitzt denselben ökologischen Wert. Für ein dauerhaftes Angebot sind ungefüllte Blüten, heimische Arten und unterschiedliche Blühzeiten besonders nützlich. Das aktuelle Projekt kann deshalb ein Anfang sein, aus dem weitere Fragen entstehen: Welche Pflanzen überstehen den Winter, wo findet ein Insekt Wasser und welche Bereiche dürfen bewusst etwas wilder wachsen? Solche Entscheidungen müssen mit Sicherheit und Nutzung des Spielgeländes abgestimmt werden.
Hochbeet zeigt den Weg bis zur Ernte
Kürbispflanzen eröffnen neben der Blüte eine zweite Beobachtung. Aus ihnen können über Wochen große Ranken und Früchte entstehen. Die Kinder erleben, dass Gemüse nicht fertig im Laden entsteht, sondern Zeit, Pflege, Wasser und geeigneten Boden braucht. Wenn die Pflanzen erfolgreich wachsen, lässt sich später auch über Ernte, Verarbeitung und Lebensmittelverschwendung sprechen.
Ein Hochbeet ist dafür besonders geeignet, weil es gut erreichbar ist und der Boden gezielt vorbereitet werden kann. Gleichzeitig trocknet die Erde dort schneller aus als in manchen Gartenflächen. Ein Gießplan kann Verantwortung verteilen und verhindern, dass die Pflege in Ferien oder an heißen Tagen ausfällt. Die gemeinsame Aufgabe stärkt zudem das Gefühl, dass das Ergebnis nicht einer einzelnen Person gehört.
Außengelände gewinnt neue Bedeutung
Die Kita beschreibt neben dem Lerneffekt auch Freude und Gemeinschaft als Ergebnis der Aktion. Wenn Kinder an der Gestaltung ihres Umfelds beteiligt sind, nehmen sie Veränderungen bewusster wahr. Sie können später zeigen, welche Pflanze sie selbst eingesetzt haben, und beobachten, wie sich ihre Arbeit entwickelt. Das stärkt die Verbindung zum Ort und schafft Gesprächsanlässe mit Eltern und Besuchern.
Damit die Pflanzung dauerhaft wirkt, braucht sie Pflege über das Projekt hinaus. Verblühte Pflanzen, trockene Phasen und der Herbst gehören ebenso zum Kreislauf wie Wachstum und Blüte. Gerade diese Veränderungen machen das Gelände zu einem Lernort, der nicht mit einem einzelnen Aktionstag endet. Die Hasselborner Zwerge können so Monat für Monat erleben, wie Natur auf Pflege, Wetter und Jahreszeiten reagiert.
Quellen
- Ballenstedter Stadtbote, Ausgabe Juli 2026: Die Hasselborner Zwerge verschönern ihre Kita mit Blumen und Gemüsepflanzen