Aue-Bad Schlema. Der FC Erzgebirge Aue ist mit einem spektakulären Unentschieden in die Regionalliga Nordost gestartet. Der Drittliga-Absteiger trennte sich am Samstag im heimischen Erzgebirgsstadion mit 3:3 von der VSG Altglienicke. Vor 8.611 Zuschauern lagen die Veilchen zweimal in Führung, mussten sich nach einem späten Gegentor aber mit einem Punkt zufriedengeben.

Queisser bringt Aue früh in Führung

Aue erwischte zunächst den besseren Start. Linus Queisser erzielte in der 17. Minute das erste Pflichtspieltor der neuen Saison und brachte die Gastgeber mit 1:0 in Führung.

Altglienicke reagierte jedoch entschlossen. Mohamed Sydney Sylla glich in der 32. Minute aus. Nur sieben Minuten später drehte der frühere Bundesligaprofi John Anthony Brooks die Partie zugunsten der Berliner.

Die Antwort der Gastgeber ließ nicht lange auf sich warten. Bereits in der 40. Minute stellte Tim Maciejewski auf 2:2. Damit ging ein offensiv geführter erster Durchgang mit vier Treffern zu Ende.

Bär trifft vom Elfmeterpunkt

Nach der Pause brachte Torjäger Marcel Bär den FC Erzgebirge erneut nach vorn. Der Angreifer verwandelte in der 58. Minute einen Elfmeter zum 3:2.

Aue hatte anschließend die Möglichkeit, die Partie endgültig zu entscheiden. Der eingewechselte Tino Pauling traf jedoch nur den Pfosten. Damit blieb Altglienicke im Spiel.

Nietfeld entreißt Aue spät den Sieg

Vier Minuten vor dem Ende folgte die Ernüchterung für die Gastgeber. Jonas Nietfeld traf per Kopf zum 3:3 und sicherte der VSG Altglienicke einen Punkt. Der Nordostdeutsche Fußballverband bewertete den Ausgleich angesichts des Spielverlaufs als verdient.

Für Aue war es bereits die zweite verspielte Führung des Nachmittags. Nach dem frühen 1:0 und dem späteren 3:2 gelang es der neu zusammengestellten Mannschaft nicht, den Vorsprung über die Zeit zu bringen.

Aufstiegskandidaten liefern offenen Schlagabtausch

Das Auftaktspiel galt schon vor dem Anpfiff als erste Standortbestimmung zweier möglicher Aufstiegskandidaten. Aue will nach dem Abstieg aus der 3. Liga möglichst schnell in den Profifußball zurückkehren. Altglienicke hatte seine Ambitionen bereits vor Saisonbeginn deutlich gemacht und den Kader mit erfahrenen Spielern verstärkt.

Entsprechend offensiv und temporeich verlief das direkte Duell. Beide Mannschaften zeigten ihre Qualität im Angriff, offenbarten aber zugleich Schwächen in der Defensive.

Aue muss sich defensiv stabilisieren

Der FCE konnte sich auf drei unterschiedliche Torschützen verlassen und erspielte sich weitere Möglichkeiten. Drei Gegentreffer im ersten Ligaspiel zeigen allerdings, dass die Abstimmung in der neu formierten Mannschaft noch nicht vollständig funktioniert.

Besonders bitter war, dass die Gastgeber kurz vor Schluss nicht nur den Sieg aus der Hand gaben, sondern zuvor selbst die Chance zur Vorentscheidung hatten.

Nächste Aufgabe führt nach Berlin

Am zweiten Spieltag tritt Erzgebirge Aue am 2. August bei Tasmania Berlin an. Wenige Tage später folgt das nächste Heimspiel gegen den BFC Dynamo.

Für die Veilchen geht es nun darum, die offensiven Ansätze zu bestätigen und zugleich mehr Kontrolle in das eigene Defensivspiel zu bringen.

Erzgebirge Aue liefert zum Regionalliga-Auftakt ein unterhaltsames Sechs-Tore-Spiel, verpasst aber den ersten Sieg. Zweimal gingen die Gastgeber in Führung, zweimal kam Altglienicke zurück. Das 3:3 zeigt, dass der FCE offensiv bereits gefährlich ist – defensiv aber noch deutlich stabiler werden muss.