Aue-Bad Schlema gehört zu den vielseitigsten Reisezielen im Westerzgebirge. Gäste finden hier einen traditionsreichen Kurort, eindrucksvolle Zeugnisse des Bergbaus, familienfreundliche Ausflugsziele und eine Mittelgebirgslandschaft, die sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden lässt.
Bad Schlema: Kurort mitten im Erzgebirge
Bad Schlema hat sich vom Bergbauort zu einem staatlich anerkannten Kurort entwickelt. Heute steht der Ortsteil besonders für Gesundheit, Erholung und Wellness. Das Gesundheitsbad ACTINON gehört zu den zentralen Angeboten und verfügt über Innen- und Außenbereiche mit radon- und solehaltigen Therapiebecken.
Direkt daneben liegt der großzügige Kur- und Erholungspark. Die rund 18 Hektar große Anlage ist von Wegen, Grünflächen und Wasser geprägt und eignet sich für Spaziergänge ebenso wie für eine ruhige Pause während eines Tagesausflugs. Wegen der laufenden Vorbereitungen für die Landesgartenschau können derzeit allerdings Teile des Parks gesperrt sein.
Damit bietet Bad Schlema eine Kombination, die im Erzgebirge ungewöhnlich ist: Auf engem Raum treffen Kurtradition, Gesundheitsangebote, Natur und Bergbaugeschichte aufeinander.
Besucherbergwerk führt 50 Meter unter die Erde
Wer verstehen möchte, warum diese Region so stark vom Bergbau geprägt wurde, sollte den Markus-Semmler-Stolln besuchen. Im Besucherbergwerk können Gäste in etwa 50 Metern Tiefe Spuren des historischen und neuzeitlichen Bergbaus bis zur Wismutzeit kennenlernen.
Der Markus-Semmler-Stolln reicht in seinen Ursprüngen mehrere Jahrhunderte zurück und wurde später ein wichtiger Bestandteil des Bergbaus im Schlematal. Die Führung vermittelt deshalb nicht nur Technikgeschichte, sondern zeigt unmittelbar, unter welchen Bedingungen unter Tage gearbeitet wurde.
Für eine Einfahrt ist eine vorherige Planung wichtig. Nach Angaben des Kurortes werden Führungen nur nach Voranmeldung und bei Erreichen einer Mindestteilnehmerzahl durchgeführt.
Museum Uranbergbau erzählt die Geschichte der Wismut
Nur wenige Orte in Deutschland sind so eng mit dem Uranerzbergbau verbunden wie Bad Schlema. Das Museum Uranbergbau im Kulturhaus Aktivist dokumentiert diese Epoche und erklärt, wie die Wismut Landschaft, Arbeitswelt und Bevölkerung veränderte.
Für Gäste ist das Museum eine wichtige Ergänzung zum Besucherbergwerk. Unter Tage steht das unmittelbare Erlebnis im Vordergrund, während im Museum historische Zusammenhänge, Arbeitswelt und Entwicklung der Region ausführlicher vermittelt werden.
2026 feiert die Einrichtung ihr 30-jähriges Bestehen. Noch bis zum 1. November erinnert die Sonderausstellung „Strahlende Geschichte(n)“ an drei Jahrzehnte Museumsarbeit.
Zoo der Minis macht Aue zum Familienziel
Für Familien bietet der Ortsteil Aue eine Attraktion mit ungewöhnlichem Konzept. Der „Zoo der Minis“ konzentriert sich auf besonders kleine Haustiere sowie seltene Zwergformen von Wildtieren und bezeichnet seine Sammlung als weltweit einzigartig.
Gerade für Familien mit jüngeren Kindern lässt sich der Tiergarten gut mit einem Stadtbummel oder einem Ausflug ins weitere Westerzgebirge verbinden. Während der Sommerzeit ist der Zoo nach aktuellen Angaben täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, der letzte Einlass erfolgt um 17.30 Uhr.
Damit besitzt Aue-Bad Schlema neben Kur und Bergbau auch ein klassisches Familienziel, das sich deutlich von großen Tierparks unterscheidet.
Wandern, Radfahren und Welterbe rund um Aue-Bad Schlema
Die Stadt eignet sich zugleich als Ausgangspunkt für aktive Urlaubstage. Rund um Bad Schlema verlaufen Wander- und Radwege, darunter der Mulde-Radweg, der Rundweg Silberberg und verschiedene Wege durch die Bergbaulandschaft.
Auch das UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří ist in der Region präsent. Bergbauanlagen, historische Landschaften und technische Denkmale machen sichtbar, wie stark der Abbau von Erzen das Erzgebirge über Jahrhunderte geformt hat. Das Besucherbergwerk und weitere Zeugnisse rund um Bad Schlema lassen sich deshalb gut in einen längeren Welterbe-Ausflug einbauen.
Zusätzlich verbindet Kunst heute die historische Bergbaulandschaft mit der Gegenwart. Im Kurpark befindet sich mit „Stack“ eine Arbeit des international bekannten Bildhauers Tony Cragg, die zum Kunst- und Skulpturenweg Purple Path gehört.
Warum sich Urlaub in Aue-Bad Schlema lohnt
Aue-Bad Schlema lebt von seinen Gegensätzen. Gäste können morgens in ein historisches Bergwerk einfahren, anschließend die Geschichte des Uranbergbaus im Museum nachvollziehen und den Nachmittag zwischen Kurpark und Gesundheitsbad verbringen. Familien finden mit dem Zoo der Minis ein zusätzliches Ausflugsziel.
Für einen längeren Aufenthalt eröffnet sich von hier aus das Westerzgebirge mit Wanderwegen, Bergbaulandschaften und weiteren historischen Städten. Gerade diese Mischung macht Aue-Bad Schlema interessant: Der Ort ist Kurstadt, Bergbaustandort, Familienziel und Ausgangspunkt für Entdeckungstouren durch das Erzgebirge zugleich.
Quelle: Große Kreisstadt Aue-Bad Schlema; Gästeinformation Kurort Bad Schlema; Tourismusverband Erzgebirge e. V.; Zoo der Minis Aue e. V.