Heimatforscher, Familienchronisten und Wissenschaftler müssen sich auf eine lange Unterbrechung einstellen. Das Historische Archiv des Erzgebirgskreises am Standort Aue-Bad Schlema bleibt vom 17. August 2026 bis voraussichtlich 28. Februar 2027 für den Besucherverkehr geschlossen. Betroffen ist die Einrichtung in der Wettinerstraße 61. Auch schriftliche Rechercheanfragen werden während dieser Zeit grundsätzlich nicht angenommen.
3.890 laufende Meter Archivgut werden bewegt
Grund für die Schließung ist die Neuordnung des Historischen Archivs des Erzgebirgskreises. Ein umfangreicher Bestand aus Pfaffenhain wird in das Dienstgebäude des Landratsamtes nach Annaberg-Buchholz verlagert.
Nach Angaben des Landkreises umfasst das zu bewegende Archivgut insgesamt 3.890 laufende Meter. Die Unterlagen müssen in mehreren Etappen erfasst, verpackt, gesichert und transportiert werden. Eine Öffnung für Besucher sei während dieser Arbeiten nicht möglich.
Neben dem Standort in Aue wird auch das Historische Archiv in Jahnsdorf, Ortsteil Pfaffenhain, geschlossen. Dort lagern unter anderem Bestände aus den früheren Kreisen Annaberg, Mittlerer Erzgebirgskreis und Stollberg.
Auch Ahnenforscher müssen warten
Die Schließung betrifft nicht nur Besucher, die persönlich Akten einsehen möchten.
Auch schriftliche Anfragen zur Ahnenforschung, Heimatgeschichte oder kommunalen Entwicklung können erst nach Abschluss des Umzugs wieder bearbeitet werden. Wer derzeit an einer Familienchronik oder wissenschaftlichen Arbeit sitzt, sollte deshalb prüfen, ob benötigte Unterlagen noch vor dem 17. August bestellt werden können.
Gerade bei historischen Archiven können mehrmonatige Unterbrechungen erhebliche Folgen haben. Forschungsvorhaben müssen verschoben und geplante Veröffentlichungen möglicherweise angepasst werden.
Schutz der Dokumente hat Vorrang
Historische Akten sind teilweise empfindlich. Papier, Siegel, Fotografien und handschriftliche Dokumente können durch Feuchtigkeit, falsche Lagerung oder unsachgemäßen Transport beschädigt werden.
Der Landkreis betont deshalb, dass der Umzug geordnet und fachgerecht erfolgen müsse. Geschwindigkeit darf dabei nicht auf Kosten der Bestände gehen.
Nach Abschluss der Arbeiten soll ein größerer Teil des Archivguts zentral in Annaberg-Buchholz zugänglich sein. Ob sich dadurch für Nutzer aus Aue künftig längere Wege ergeben, geht aus der Mitteilung nicht vollständig hervor.
Quellen
- Landratsamt Erzgebirgskreis: „Umzug des Historischen Archivs des Erzgebirgskreises“, veröffentlicht am 31. Juli 2026.
- Ostdeutsche Zeitung: Prüfung der bisherigen Veröffentlichungen auf der Auer Stadtseite am 1. August 2026.