Zittau. Rund 20 Besucher haben sich in der Christian-Weise-Bibliothek Zittau mit den Friedensgedanken der österreichischen Schriftstellerin und Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner beschäftigt. Auf Einladung des BSW-Landtagsabgeordneten Jens Hentschel-Thöricht lasen Tamara Korber und der ebenfalls dem BSW angehörende Landtagsabgeordnete Dr. Ingolf Huhn aus ihrem bekannten Antikriegsroman „Die Waffen nieder!“ sowie aus dem Briefwechsel mit Alfred Nobel.

Die Lesung verband literarische Schilderungen der Schrecken des Krieges mit persönlichen Einblicken in Suttners Engagement für Abrüstung und internationale Verständigung. Im anschließenden Gespräch diskutierten die Teilnehmer darüber, welche Bedeutung ihre Forderungen angesichts heutiger internationaler Konflikte besitzen.

Friedensgedanken aus dem 19. Jahrhundert

Bertha von Suttner veröffentlichte ihren Roman „Die Waffen nieder!“ im Jahr 1889. Das Werk wurde zu einem bedeutenden Beitrag der europäischen Friedensbewegung. 1905 erhielt die Schriftstellerin als erste Frau den Friedensnobelpreis.

Bei der Veranstaltung in Zittau standen insbesondere ihre Kritik an der gesellschaftlichen Verherrlichung des Krieges und ihr Einsatz für diplomatische Konfliktlösungen im Mittelpunkt.

Der Wechsel zwischen Romanpassagen und persönlichen Briefen vermittelte den Zuhörern unterschiedliche Perspektiven auf Suttners Leben und ihre politischen Überzeugungen.

BSW-Abgeordneter fordert mehr Diplomatie

Jens Hentschel-Thöricht betonte im Anschluss die aus seiner Sicht anhaltende Aktualität der Texte.

„Wer Verhandlungen fordert, darf nicht als naiv abgetan werden. Gerade wenn Spannungen wachsen, braucht es offene Gesprächskanäle und ernsthafte diplomatische Initiativen“, erklärte der Landtagsabgeordnete.

Diplomatie und Abrüstung gehörten zu den zentralen politischen Anliegen des BSW. Hentschel-Thöricht sieht in kulturellen Veranstaltungen wie der Lesung eine Möglichkeit, die Diskussion über Krieg und Frieden über die unmittelbare Tagespolitik hinauszuführen.

„Bertha von Suttner erinnert uns daran, wohin die Gewöhnung an Krieg und militärisches Denken führen kann“, sagte er.

Zum Abschluss dankte der Abgeordnete den beiden Vortragenden, der Christian-Weise-Bibliothek und den Besuchern für die Veranstaltung und den gemeinsamen Austausch.