Werder (Havel). Wie können Obstbauern ihre Plantagen auch in trockenen Jahren zuverlässig bewässern? Und lässt sich bereits genutztes Wasser aufbereiten, statt dafür immer neues Trinkwasser einzusetzen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich Brandenburgs Landwirtschafts- und Umweltministerin Hanka Mittelstädt am Mittwoch, dem 21. Oktober 2026, in Werder (Havel). Gemeinsam mit Bürgermeisterin Manuela Saß besucht sie zwei Projekte, die einen sparsameren Umgang mit Wasser ermöglichen sollen.

Modernisiertes Brauchwasserwerk für den Obstanbau

Die erste Station der Ministerin ist das Brauchwasserwerk im Werderschen Ortsteil Glindow.

Die Anlage wurde mit Fördermitteln des Landes Brandenburg saniert. Sie soll insbesondere dazu beitragen, die Bewässerung der Obstplantagen in der Region zu verbessern.

Für die Obstanbaubetriebe ist eine zuverlässige Wasserversorgung von großer wirtschaftlicher Bedeutung.

Gerade während längerer Trockenperioden können Obstbäume unter Wassermangel leiden. Das kann sich auf die Entwicklung der Früchte und die Erntemengen auswirken.

Doch Wasser wird nicht nur im Sommer benötigt. Im Frühjahr kann die gezielte Beregnung von Obstplantagen auch dem Frostschutz dienen.

Das modernisierte Brauchwasserwerk soll helfen, diese unterschiedlichen Anforderungen besser zu erfüllen.

Golfplatz erprobt wiederverwendetes Wasser

Anschließend besucht Mittelstädt den Märkischen Golfclub Potsdam im Ortsteil Kemnitz.

Dort wird ein innovatives Projekt zur Nutzung von Grauwasser bei der Bewässerung vorgestellt.

Als Grauwasser bezeichnet man vergleichsweise gering belastetes Abwasser, beispielsweise aus Duschen oder Waschbecken. Es kann unter geeigneten Voraussetzungen aufbereitet und für bestimmte Zwecke erneut genutzt werden.

Solche Konzepte könnten dazu beitragen, den Bedarf an frischem Wasser zu reduzieren.

Entscheidend sind dabei geeignete Reinigungsverfahren und die Einhaltung der jeweils geltenden hygienischen und umweltrechtlichen Anforderungen.

Welche Mengen Wasser durch das Projekt eingespart werden können, soll im Rahmen der Vorstellung näher erläutert werden.

Brandenburg steht vor schwierigen Wasserfragen

Die Projekte besitzen über Werder hinaus Bedeutung.

Brandenburg gehört zu den vergleichsweise niederschlagsarmen Regionen Deutschlands. Gleichzeitig benötigen Landwirtschaft, Industrie und private Haushalte eine zuverlässige Wasserversorgung.

Der Klimawandel kann bestehende Nutzungskonflikte verschärfen, wenn längere Trockenperioden auftreten und der Wasserbedarf steigt.

Daher gewinnt die Frage an Bedeutung, wie vorhandenes Wasser effizienter genutzt werden kann.

Dazu gehören moderne Bewässerungssysteme, die Wiederverwendung geeigneter Wasserströme und die bessere Speicherung verfügbarer Ressourcen.

Ministerin stellt Projekte am Mittwoch vor

Die Besichtigung des Brauchwasserwerks in Glindow ist für 11.10 Uhr vorgesehen. Um 12 Uhr folgt der Besuch des Märkischen Golfclubs Potsdam.

Die Landesregierung will dabei zeigen, welche technischen Möglichkeiten für eine nachhaltigere Wassernutzung bestehen.

Für den Obstbaustandort Werder geht es um eine wichtige Zukunftsfrage: Wie lässt sich die landwirtschaftliche Produktion sichern, wenn Wasser zunehmend zu einer kostbaren Ressource wird?