Stralsund. Wer sich bei der Bundeswehr als Reservist engagieren möchte, muss nicht zwangsläufig zuvor Soldat gewesen sein. Auch Menschen ohne militärische Vorerfahrung können sich für einen Dienst in der Reserve ausbilden lassen. Wie dieser Einstieg funktioniert und welche Möglichkeiten es gibt, sich neben Beruf und Alltag militärisch zu engagieren, erklärt die Bundeswehr am Mittwoch, 4. November 2026, bei einem Informationsabend in Stralsund. Die Veranstaltung findet erstmals in dieser Form in der Hansestadt statt.
Unter dem Motto „Gemeinsam bereit!“ laden die Marinetechnikschule Parow und der Reservistenbeauftragte Mecklenburg-Vorpommern in das Franken-Kronwerk ein. Im Mittelpunkt stehen die aktuelle sicherheitspolitische Lage, die Aufgaben der Bundeswehr-Reserve und insbesondere die sogenannte Ausbildung Ungedienter.
Bundeswehr öffnet Reserve für Menschen ohne Vorerfahrung
Die Reserve der Bundeswehr wird häufig mit ehemaligen Soldatinnen und Soldaten verbunden, die nach ihrer aktiven Dienstzeit weiterhin für militärische Aufgaben zur Verfügung stehen.
Doch auch Menschen, die bislang keinen Wehrdienst geleistet haben, können grundsätzlich Zugang zur Reserve erhalten.
Hierfür bietet die Bundeswehr die sogenannte Ausbildung Ungedienter an. Sie soll Interessierten ohne vorherige militärische Erfahrung grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln, die für eine spätere Verwendung als Reservist erforderlich sind.
Dazu gehört die Vorbereitung auf militärische Aufgaben ebenso wie das Kennenlernen der Strukturen und Anforderungen der Streitkräfte.
Welche konkreten Ausbildungsabschnitte absolviert werden müssen und welche persönlichen Voraussetzungen gelten, hängt vom jeweiligen Ausbildungsmodell und der vorgesehenen Verwendung ab.
Die Bundeswehr möchte beim Informationsabend erläutern, welche Möglichkeiten für Interessierte bestehen und wie der Weg von der ersten Kontaktaufnahme bis zu einer möglichen Ausbildung aussieht.
Reservistendienst soll mit dem Berufsleben vereinbar sein
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Vereinbarkeit des militärischen Engagements mit dem zivilen Alltag.
Anders als beim regulären aktiven Soldatendienst erfolgt die Tätigkeit in der Reserve grundsätzlich im Rahmen zeitlich begrenzter Dienstleistungen und Übungen.
Die Ausbildung Ungedienter soll Interessierten einen Einstieg ermöglichen, der sich mit beruflichen und privaten Verpflichtungen verbinden lässt.
Dabei spielt die zeitliche Flexibilität eine wichtige Rolle. Menschen mit einem festen Arbeitsplatz oder familiären Verpflichtungen sollen sich darüber informieren können, wie eine entsprechende Ausbildung organisiert werden kann.
Welche zeitlichen Anforderungen tatsächlich entstehen, wird beim Informationsabend erläutert.
Auch für Arbeitgeber können sich Fragen ergeben, wenn Beschäftigte eine militärische Reservistenausbildung beginnen oder später zu Übungen herangezogen werden.
Die Veranstaltung bietet Gelegenheit, solche praktischen Aspekte unmittelbar mit Vertretern der Bundeswehr zu besprechen.
Sicherheitspolitische Lage steht im Mittelpunkt
Neben den konkreten Ausbildungsmöglichkeiten soll auch die aktuelle sicherheitspolitische Situation thematisiert werden.
Die Reserve spielt innerhalb der Bundeswehr eine wichtige Rolle bei der personellen Ergänzung und Unterstützung der aktiven Streitkräfte.
Reservisten können abhängig von ihrer Ausbildung und ihrer jeweiligen Verwendung unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Die Bundeswehr möchte beim Stralsunder Informationsabend erläutern, welche Bedeutung der Reserve zukommt und weshalb die Ausbildung zusätzlicher Interessierter als Bestandteil ihrer Personalplanung betrachtet wird.
Die sicherheitspolitische Diskussion hat angesichts des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine und der verstärkten europäischen Verteidigungsanstrengungen zusätzlich an Bedeutung gewonnen.
Für die Bundeswehr stellt sich damit auch die Frage, wie ausreichend ausgebildetes Personal für unterschiedliche militärische Aufgaben verfügbar gemacht werden kann.
Der Informationsabend soll den Teilnehmern ermöglichen, diese Zusammenhänge besser zu verstehen und sich über eine mögliche persönliche Beteiligung zu informieren.
Vorträge und Diskussionen mit Bundeswehrvertretern
Die Veranstaltung wird gemeinsam von der Marinetechnikschule Parow und dem Reservistenbeauftragten Mecklenburg-Vorpommern organisiert.
Die Marinetechnikschule befindet sich in Kramerhof bei Stralsund und gehört zu den Ausbildungseinrichtungen der Deutschen Marine.
Bei dem Informationsabend sind Vorträge und Gesprächsrunden vorgesehen.
Interessierte können sich über die verschiedenen Möglichkeiten innerhalb der Reserve informieren und ihre Fragen direkt an Ansprechpartner der Bundeswehr richten.
Dabei soll insbesondere der Einstieg für Menschen ohne militärische Vorerfahrung verständlich erklärt werden.
Die Einladung richtet sich ausdrücklich an alle Interessierten. Eine vorherige Zugehörigkeit zur Bundeswehr ist nicht erforderlich.
Anmeldung bis zum 1. November erforderlich
Der Informationsabend findet am Mittwoch, 4. November 2026, im Franken-Kronwerk am Frankendamm 2B in Stralsund statt.
Beginn ist um 17 Uhr, das Ende ist für 19.30 Uhr vorgesehen. Der Einlass startet bereits um 16.30 Uhr.
Eine Teilnahme ist ausschließlich nach vorheriger Anmeldung möglich.
Interessierte müssen sich bis spätestens Sonntag, 1. November 2026, per E-Mail an mtsveranstaltungen@bundeswehr.org anmelden. Dabei sind Vor- und Nachname anzugeben.
Für den Einlass ist außerdem ein gültiger Lichtbildausweis erforderlich.
Mit dem Informationsabend möchte die Bundeswehr Menschen erreichen, die sich grundsätzlich für ein Engagement in den Streitkräften interessieren, bislang jedoch keinen militärischen Hintergrund haben.
Ob eine spätere Ausbildung oder Verwendung in der Reserve infrage kommt, hängt von den persönlichen Voraussetzungen und den jeweiligen Möglichkeiten der Bundeswehr ab.
Die Veranstaltung bietet dafür eine erste Gelegenheit, sich unmittelbar und unverbindlich über den möglichen Einstieg zu informieren.