Klimawandel, wirtschaftliche Unsicherheit, gesellschaftliche Spannungen und die rasante Digitalisierung prägen das Leben junger Menschen in Europa. Doch wie blickt die junge Generation angesichts dieser Herausforderungen auf ihre Zukunft? Welche Hoffnungen haben Jugendliche und junge Erwachsene, und wie möchten sie gesellschaftliche Veränderungen selbst mitgestalten? Diesen Fragen widmet sich eine öffentliche Veranstaltung der Hochschule Stralsund am Mittwoch, dem 28. Oktober 2026. Der Berliner Wissenschaftler Dr. Simon Morris-Lange stellt dazu aktuelle Forschungsergebnisse vor und vergleicht insbesondere die Perspektiven junger Menschen in Ostdeutschland und Polen.
Junge Europäer zwischen Unsicherheit und Aufbruch
Die heutige junge Generation wächst in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen auf. Internationale Konflikte, wirtschaftliche Herausforderungen und die Folgen des Klimawandels beeinflussen ihre Erwartungen an die Zukunft.
Gleichzeitig eröffnen technologische Entwicklungen, internationale Zusammenarbeit und neue gesellschaftliche Beteiligungsformen zusätzliche Möglichkeiten.
Wie junge Menschen mit diesen widersprüchlichen Entwicklungen umgehen, steht im Mittelpunkt eines Vortrags an der Hochschule Stralsund.
Unter dem Titel „Wie junge Menschen Europas Zukunft neu denken – zwischen Krisenerfahrung, Hoffnung und gesellschaftlichem Wandel“ wird Dr. Simon Morris-Lange über Werte, Zukunftsvorstellungen und gesellschaftliches Engagement der jungen Generation sprechen.
Die Veranstaltung bildet den Auftakt zum 30. Baltic Sea Forum und gehört zum Studium generale der Hochschule.
Welche Zukunft wünschen sich junge Menschen?
Im Mittelpunkt des Vortrags stehen die Vorstellungen junger Europäer von einer lebenswerten Zukunft.
Dabei geht es nicht ausschließlich darum, welche Probleme sie wahrnehmen. Untersucht wird auch, welche Veränderungen sie selbst unterstützen und welchen Beitrag sie zur gesellschaftlichen Entwicklung leisten möchten.
Eine wichtige Frage lautet, wie sich junge Menschen zwischen persönlichen Zukunftsplänen und gesellschaftlicher Verantwortung positionieren.
Denn Entscheidungen über Bildung, Beruf, Wohnort und persönliche Lebensgestaltung entstehen nicht unabhängig von den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen.
Wer seine Zukunft plant, muss sich heute unter anderem mit steigenden Lebenshaltungskosten, Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und neuen technologischen Anforderungen auseinandersetzen.
Gleichzeitig spielen gesellschaftliche Werte und die Bereitschaft, sich politisch oder ehrenamtlich zu engagieren, eine wichtige Rolle.
Morris-Lange wird in seinem Vortrag Forschungsarbeiten vorstellen, die solche Einstellungen und Handlungsmotive untersuchen.
Ostdeutschland und Polen im Vergleich
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Perspektiven junger Menschen in Ostdeutschland und Polen.
Beide Regionen sind durch unterschiedliche historische Entwicklungen geprägt, weisen aber auch gemeinsame Erfahrungen mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen auf.
Der Vergleich soll verdeutlichen, welche Unterschiede bei Zukunftserwartungen, Wertvorstellungen und gesellschaftlichem Engagement bestehen.
Dabei können Fragen nach wirtschaftlichen Perspektiven, Bildungschancen und der Bereitschaft zur gesellschaftlichen Mitgestaltung eine Rolle spielen.
Besonders interessant ist, wie junge Menschen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen auf ähnliche Herausforderungen reagieren.
Die Hochschule kündigt an, dass der Vortrag entsprechende Forschungsergebnisse vorstellen wird.
Welche konkreten Unterschiede zwischen den untersuchten Gruppen festgestellt wurden, geht aus dem veröffentlichten Veranstaltungsprogramm noch nicht hervor.
Bildung und gesellschaftliches Engagement als Zukunftsfaktoren
Ein weiterer Bestandteil der Veranstaltung beschäftigt sich mit der Bedeutung von Bildung, Innovation und gesellschaftlichem Engagement.
Die vorgestellten Forschungsarbeiten untersuchen, welche Rolle diese Bereiche für eine nachhaltige und demokratische Entwicklung Europas spielen können.
Bildung beeinflusst nicht nur die individuellen Berufschancen, sondern kann auch dazu beitragen, gesellschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen und eigene Handlungsmöglichkeiten zu erkennen.
Gesellschaftliches Engagement wiederum bietet jungen Menschen die Gelegenheit, ihre Vorstellungen einzubringen und Veränderungen aktiv mitzugestalten.
Auch Innovationen können neue Perspektiven eröffnen, etwa durch technische Entwicklungen, neue Formen der Zusammenarbeit oder Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft.
Der Vortrag soll diese Zusammenhänge aus wissenschaftlicher Sicht beleuchten und zur Diskussion stellen.
Simon Morris-Lange forscht zu Werten und Zukunftsvorstellungen
Dr. Simon Morris-Lange leitet als Head of Research die Forschungsarbeit der Allianz Foundation in Berlin.
Dort entwickelt er die praxisorientierte Forschungsagenda der Stiftung und verantwortet die internationale Studienreihe „Allianz Foundation Study“.
Im Rahmen dieser Forschungsreihe untersucht er, welche Werte, Hoffnungen und Handlungsmotive junge Menschen in Europa bewegen.
Vor seiner Tätigkeit bei der Allianz Foundation arbeitete Morris-Lange unter anderem als stellvertretender Forschungsleiter beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration.
Darüber hinaus verfügt er über Erfahrungen in der Bildungs- und Innovationsforschung.
Seine wissenschaftliche Arbeit verbindet damit gesellschaftliche Fragestellungen mit Untersuchungen zu Bildung, Integration und den Veränderungen moderner Gesellschaften.
Hochschule Stralsund fördert Austausch über Fachgrenzen hinweg
Die Veranstaltung ist Teil des Studium generale im Wintersemester 2026/27.
Mit diesem Format möchte die Hochschule Stralsund Themen aufgreifen, die über die Inhalte einzelner Studiengänge und Fakultäten hinausgehen.
Studierende, Hochschulangehörige und interessierte Bürger sollen die Möglichkeit erhalten, wissenschaftliche Perspektiven kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Der Vortrag von Morris-Lange wird deshalb durch eine anschließende Diskussion ergänzt.
Besucher können Fragen stellen und sich mit den vorgestellten Forschungsergebnissen auseinandersetzen.
Der Auftakt zum 30. Baltic Sea Forum unterstreicht zugleich die Bedeutung des internationalen Austauschs für die Hochschule.
Mit dem Vergleich zwischen Ostdeutschland und Polen richtet sich der Blick besonders auf gesellschaftliche Entwicklungen in Mittel- und Osteuropa.
Öffentlicher Vortrag am 28. Oktober
Die Veranstaltung findet am Mittwoch, dem 28. Oktober 2026, um 18 Uhr an der Hochschule Stralsund statt.
Veranstaltungsort ist Haus 21, Hörsaal 4, auf dem Hochschulcampus an der Zur Schwedenschanze 15 in Stralsund.
Der Vortrag ist öffentlich. Aufgrund der begrenzten Anzahl an Plätzen bittet die Hochschule jedoch um eine vorherige Anmeldung.
Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Teilnahme stehen auf der Internetseite der Hochschule Stralsund im Bereich Studium generale bereit.
Mit dem Vortrag möchte die Hochschule eine Diskussion darüber anstoßen, wie junge Menschen ihre Zukunft in Europa sehen und welche Möglichkeiten sie haben, gesellschaftliche Entwicklungen selbst mitzugestalten.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Frage, welche Herausforderungen die junge Generation beschäftigen, sondern auch, welche Hoffnungen und Ideen sie für die kommenden Jahre entwickelt.